Javier Aguirre und Murat Yakin haben dasselbe Ziel: Die beste WM der Geschichte ihrer jeweiligen Länder zu absolvieren. Sowohl für Mexiko als auch für die Schweiz heisst das im Klartext: Mindestens der Halbfinal soll es sein.
Vor dem Eröffnungsspiel am Donnerstag im legendären Aztekenstadion von Mexiko-City gegen Südafrika lasten die Hoffnungen einer ganzen Nation auf den Schultern von Aguirres Spielern. Präsidentin Claudia Sheinbaum schwor die Mannschaft vor dem Start höchstpersönlich ein. Die sozialen Unruhen im Land sollen durch das Fussballfest gedämpft werden.
Die Form stimmt
1970 und 1986, als Mexiko die WM ebenfalls ausrichtete, stiess der Gastgeber jeweils in den Viertelfinal vor. Das Team nimmt das Turnier durchaus aus einer Position der Stärke in Angriff: Nur 2 der letzten 21 Länderspiele gingen verloren. Im Frühling gab es in den Tests gegen Portugal und Belgien je ein Unentschieden. Eine beeindruckende Visitenkarte lieferten die Mexikaner beim 5:1 gegen Serbien im letzten Vorbereitungsspiel ab.
Die offensive Lebensversicherung heisst Raul Jimenez. Der Stürmer von Fulham ist mit 45 Treffern in 126 Länderspielen der drittbeste Torschütze des Landes. Mehr Spiele weist im aktuellen Kader übrigens nur noch der 40-jährige Goalie Guillermo Ochoa auf (153). Ob er am Donnerstag das Tor hüten wird, liess Aguirre offen. Hoffnungen auf einen Einsatz darf sich auch das 17-jährige Offensivtalent Gilberto Mora machen.
Südafrika baut auf starke Defensive
Südafrika kehrt nach 16 Jahren zurück auf die WM-Bühne. Der Gegner im Auftaktspiel ist der gleiche wie am Heimturnier 2010. Damals gab es dank des Traumtors von Siphiwe Tshabalala ein 1:1.
Trainer Hugo Broos, 1986 als Spieler Belgiens in Mexiko dabei, hat die Südafrikaner seit seinem Amtsantritt vor 5 Jahren zu einem Defensiv-Bollwerk geformt. In der Qualifikation setzte sich sein Team mit nur 6 Gegentreffern aus 10 Partien knapp vor Schwergewicht Nigeria durch.
Höhenflug in der Höhenluft?
Das Gros des Kaders bilden Spieler, die in der Heimat engagiert sind. Meister Orlando Pirates stellt 8, die Mamelodi Sundowns 6 Akteure.
Um sich auf die dünne Luft auf 2200 Metern Höhe vorzubereiten, schlugen die Südafrikaner ihr Camp im noch etwas höher gelegenen Pachuca auf. «Wir wollen so schnell wie nur möglich drei Punkte holen, denn drei Punkte bedeuten, dass du zu 90 Prozent in die K.o.-Runde kommst», zeigte sich Broos selbstbewusst.