Nati-Coach Murat Yakin hat bei der Abschluss-Medienkonferenz der SFV-Delegation am Sonntag in Kansas City verneint, dass es nun zum grossen Umbruch im Kader komme. Auch in naher Zukunft dürfe man sich auf dem Rasen an jenem Personal orientieren, das die glorreiche WM-Kampagne mit dem Viertelfinal-Einzug (1:3 n.V. gegen Argentinien) mitgetragen habe.
Deutlich mehr Bewegung ist indes angesagt, wenn Yakins Schützlinge in den nächsten Tagen ihre sportliche Zukunft abseits der Nationalmannschaft regeln. Mehr als eine Handvoll Spieler sind auf dem Sprung – und das nicht nur in die wohlverdienten Ferien. So ist davon auszugehen, dass sich das Transfer-Karussell rege dreht, mehrere Nati-Akteure Begehrlichkeiten wecken und von neuen Arbeitgebern mit gut dotierten Verträgen ausgerüstet werden.
Ein Überblick über Nati-Spieler, bei denen sich ein Klub-Wechsel zur Saison 2026/27 hin abzeichnet:
- Johan Manzambi (20-jährig/Mittelfeld/Vertrag bis 2030 bei Freiburg)
Obschon der Romand die letzten beiden WM-Partien wegen einer Knieprellung verpasste, ist er der Shootingstar der erfolgreichen Mission. 5 Skorerpunkte sind ihm gelungen, entsprechend wird er herumgeboten.
Es ist davon auszugehen, dass Manzambi nach 38 Bundesliga-Partien weg vom Europa-League-Finalisten auf die Insel wechselt. Newcastle war eine Option, nun soll es aber Aston Villa sein. Das wäre dann ausgerechnet der Bezwinger der Breisgauer Ende Mai im EL-Endspiel in Istanbul (3:0).
- Remo Freuler (34/Mittelfeld/Vertrag bei Bologna ausgelaufen)
Wie entscheidet sich der Mann, dessen Karriere sich zwar im Herbst, aber gleichwohl noch in voller Blüte befindet? In Norditalien möchte man ihn gerne halten und legte ihm einen neuen Vertrag vor. Oder aber reizt ihn nochmals ein neues Ausland-Abenteuer? Gespielt hat Freuler schon in der Serie A und der Premier League. - Ricardo Rodriguez (33/Abwehr/vertragslos)
Sein Abschied aus Sevilla ist nach 2 Jahren und 68 Einsätzen für Betis seit Ende Juni offiziell. Noch dürfte eine Rückkehr zurück in die Heimat in die Super League auf sich warten lassen. Dafür nutzte Rodriguez das Schaufenster an der Endrunde zu stark. An Interessenten für den ablösefreien Linksverteidiger dürfte es nicht mangeln.
- Eray Cömert (28/Abwehr/vertragslos)
Sein Kontrakt mit dem FC Valencia ist ausgelaufen. Deshalb wird auch Cömert mit Sicherheit weiterziehen. Die Bundesliga, in welcher der 4-fache Titelgewinner mit dem FC Basel (je 2 Meistertitel und Cup-Trophäen) noch nie tätig gewesen war, gilt als mögliche Adresse. - Nico Elvedi (29/Abwehr/Vertrag bis 2027 bei Gladbach)
Den «Ur»-Gladbacher (Elvedi ist mit 364 Spielen die ewige Nummer 9 bei den «Fohlen») könnte nach langjähriger Treue sehr wohl eine neue Herausforderung reizen. Die Premier League, explizit Leeds United, lockt. Dort würde er auf Nati-Kollege Noah Okafor treffen.
- Aurèle Amenda (22/Abwehr/Vertrag bis 2029 bei Eintracht Frankfurt)
Von der WM musste der frühere YB-Spieler ohne eine einzige Spielminute wieder abreisen. Gefragt soll das Talent dafür auf dem Transfermarkt sein. Seit mehreren Tagen hält sich das Gerücht, dass Premier-League-Aufsteiger Coventry City Amendas nächste Station sein wird. - Michel Aebischer (29/Mittelfeld/Vertrag bis 2029 bei Pisa)
Sein Klub ist in die Serie B abgestiegen, der Freiburger deshalb wechselwillig. Aebischer vertraut darauf, dass seine Berater ihm etwas Passendes mit grösserer sportlicher Strahlkraft finden.
Die Liste ist nicht vollständig. So etwa rankten sich zuletzt auch um Ruben Vargas (Sevilla) Wechselgerüchte. Nati-Goalie Nummer 3, Marvin Keller, könnte zudem von YB den erstmaligen Sprung ins Ausland wagen.
Dagegen ist es um Granit Xhaka wieder ruhig geworden. Der Nati-Captain wurde mitten während der WM quasi schon fix zum Liga-Konkurrenten Chelsea geschrieben. Mittlerweile stehen die Zeichen aber eher wieder auf eine 2. Saison mit Sunderland. Und bei Cedric Itten ist schon seit gut drei Wochen bekannt, dass ihn sein weiterer Weg von Düsseldorf (Absteiger aus der 2. Bundesliga) zu Werder Bremen führen wird.