Der Thuner Meisterexpress war in den letzten Wochen gehörig ins Stocken geraten. Zum bereits vierten Mal hatten sich am Sonntag die Thuner Fans in der Stockhorn Arena versammelt, um einen möglichen Titel zu bejubeln. Und nach dem 0:3 von St. Gallen gegen Sion war klar: Die Feier kann endlich steigen.
Während bei einigen Exponenten vor allem die Freude überwog, nahmen bei Thun-Präsident Andres Gerber wenige Momente nach dem Schlusspfiff die Emotionen überhand. «Es holt mich gerade viel ein», sagte der Präsident, während wenige Meter daneben die Mannschaft mit den Fans feierte. «Sechs Jahre, die wir gekämpft haben. Es ist aber der Lohn für viel mehr als diese sechs Jahre. Das ist jetzt wirklich unbeschreiblich.»
Gerber, der dem Klub seit über 20 Jahren (zunächst als Spieler) die Treue hält, war den Tränen nahe. «Was soll ich noch sagen. Es gibt nichts Schöneres als das.» Ein Stück weit fühle sich der Titel auch nach Gerechtigkeit an. «Mir fehlen die Worte.»
Tränen bei Bürki
Dass die Entscheidung um den Titel letztlich auf dem Sofa fiel, tat der Freude Gerbers keinen Abbruch. Eigentlich sei es so noch viel schöner. Gemeinsam hätten sie die letzten Momente der Partie in St. Gallen geniessen können. «Wir sind hier zuhause und haben alle Fans bei uns.»
Auch bei Captain Marco Bürki blieben die Augen nicht trocken. Der 32-Jährige, der beim legendären Meistertitel von YB vor acht Jahren mit von der Partie war, ordnet den Triumph mit dem Aufsteiger auf emotionaler Ebene sogar noch höher ein. «Es bedeutet mir extrem viel. Es ist unglaublich, was für eine Geschichte. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als mit diesem Team einen Titel zu gewinnen.»
Während Bürki beim Titel von YB mehrheitlich Ersatz war, ist er bei Thun unangefochtener Stammspieler, Anführer und Captain. Trotz den schwierigen Wochen hatte er keine Bedenken, dass der Meisterpokal ins Berner Oberland wandert. «Ich wusste, wieviel Punkte Vorsprung wir haben. Der letzte Schritt ist der schwierigste.»
Entscheidend für den Triumph sei der Teamgeist gewesen. Auch die verletzten Spieler seien jeden Tag da. «Jeder hat seinen Anteil am Titel.»