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Mutig in die Zukunft: Der Kunstmarkt in Corona-Zeiten
Aus Kontext vom 17.03.2021.
abspielen. Laufzeit 15:00 Minuten.
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Mutig in die Zukunft Wie Galerien mit Corona klarkommen

Die Corona-Pandemie hat die Kunstwelt zum Stillstand gebracht. Wie gehen Schweizer Galerien mit der Situation um?

Plötzlich stand alles still. Stefan von Bartha erinnert sich gut an den Tag, als die Galerie von Bartha in Basel ihre Mitarbeiter ins Homeoffice schickte: «Im Büro sah es aus, wie in Filmen, wenn Firmen gezeigt werden, die Konkurs angemeldet haben. Die Tische waren leer, wo zuvor Computer standen, lagen nur noch ein paar Kabel herum.»

Zwölf Mitarbeiter hat die Galerie von Bartha, die seit 50 Jahren im Kunstgeschäft tätig ist. Neben der Galerie in Basel betreibt von Bartha auch eine Galerie im Engadin. Das Programm der Galerie ist international ausgerichtet. Teilnahmen an grossen Kunstmessen gehören zum alltäglichen Geschäft.

Doch im letzten Jahr war alles anders. Messen wie die Art Basel, normalerweise wichtige Treffpunkte für Sammler und Galeristinnen, Künstlerinnen und Kunsthändler wurden verschoben, vertagt, abgesagt.

Für Stefan von Bartha hat diese Zwangspause auch positive Seiten. Er konnte mit seinem Team ein Buch zum Galerie-Jubiläum vorbereiten und den Online-Auftritt der Galerie neu gestalten.

Unter anderem hat die Galerie eine Art virtuellen Salon eingerichtet, um mit dem Publikum im Gespräch zu bleiben.

Kunst zum Mitnehmen

Auch anderen Galeristinnen und Galeristen nutzten die Lockdown-Zeiten, um ihr Geschäft weiterzuentwickeln. Die Zürcher Galeristin Anna Wenger hat während des Lockdowns einen «Art Take Away» eingerichtet.

Legende: Zum Mitnehmen bitte: Kunst aus dem Take-Away Fenster der Wenger Galerie in Zürich. Galerie Wenger

Im wöchentlichen Wechsel bot sie im Schaufenster ihrer Galerie drei Kunstwerke zu moderaten Preisen an. Wer wollte, konnte die Arbeiten gleich mitnehmen.

Der Austausch von Geld und Ware fand durch ein Fenster statt. Eine Idee mit Witz. Die Corona-bedingten Umsatzeinbussen konnte sie allerdings nicht ausgleichen.

Grosses Online-Angebot

Die Berner Galeristin Barbara Marbot hat das digitale Angebot ihrer Galerie stark erweitert. Sie ermöglicht dem Publikum ihrer Galerie da Mihi Ausstellungsbesuche mit VR Brille.

Das Angebot werde rege genutzt, sagt Barbara Marbot. Der Ausstellungsrundgang mit VR Brille verschaffe einen ersten Eindruck einer Ausstellung. Einzelne Werke eingehender zu betrachten sei allerdings noch nicht möglich.

In der Galerie da Mihi auch ohne VR Brille:

Wie steht es mit dem Aufwand, den Galerie-Besucherinnen betreiben müssen? Muss man sich vorab eine teure VR-Brille kaufen? Die Galeristin schüttelt den Kopf. Mithilfe eines Smartphones und eines kostengünstigen Kunststoffgestells lasse sich mittlerweile ein ähnlicher Effekt wie mit einer VR-Brille erzeugen.

Barbara Marbot sagt, auch weniger technikaffine Kunstfreunde hätten sich mit den virtuellen Ausstellungsrundgängen oder den Zoom-Performances anfreunden können, die ihre Galerie auch anbietet. «Ältere Sammlerinnen und Sammler bitten dann einfach ihre Enkel um Hilfe», so Marbot.

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Kunstmarkt neu denken: Art Deal
Aus Kulturplatz vom 17.03.2021.
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Kunstwerke sind keine Kleider

Doch nicht alle Galerien machen positive Erfahrungen mit digitalen Angeboten. Der Zürcher Galerist Fabian Walter etwa gibt zu bedenken, digitale Angebote seien gut, um den Kontakt zum Publikum zu halten. Kunst verkaufen könne man damit aber nicht. «Kunst verkauft man nicht wie Schuhe oder Kleider», sagt Fabian Walter.

Und John Hess, der am Gurten bei Bern eine Galerie betreibt, führt noch ein weiteres Problem an: In der Corona-Krise seien so viele digitale Angebote von Galerien entstanden.

Mutig in die Zukunft: Die Schwerpunkt-Woche

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Zeichnung von zwei Frauen mit Maske, wobei eine Frau aus einem schwarzen Loch steigt.
Legende: srf

Die Coronakrise hat unser Leben verändert. Ein Jahr nach dem Shutdown startet SRF Kultur einen thematischen Schwerpunkt mit Geschichten, die Mut machen, die Welt von morgen zu gestalten. Ab Samstag, 13. März 2021, zeigt SRF den multimedialen Schwerpunkt im Fernsehen, Radio und online.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kontext, 17.3.2021, 09:03 Uhr

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