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200 Soldaten bleiben in Syrien Teil-Rückzieher von Trump

Legende: Video Kampfeinsatz von US-Truppen in Syrien (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:37 Minuten.
Aus News-Clip vom 22.02.2019.
  • Auch nach dem US-Truppenabzug aus Syrien sollen einige US-Soldaten in dem Bürgerkriegsland verbleiben.
  • Eine kleine Gruppe von «etwa 200» Soldaten solle zur Friedenssicherung für eine gewisse Zeit in Syrien bleiben, sagte die Sprecherin des Weissen Hauses, Sarah Sanders.
  • Im Telefonat mit dem türkischen Präsidenten verständigten sich Trump und Erdogan darauf, weiter an der Einrichtung einer Sicherheitszone in Nord-Syrien zu arbeiten.

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember zunächst einen vollständigen Abzug der rund 2000 in Syrien stationierten US-Soldaten angekündigt und damit Entsetzen bei Verbündeten wie auch teilweise im eigenen politischen Lager ausgelöst.

Trump hatte den Schritt damals damit begründet, dass der Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gewonnen sei. Seither relativierte der US-Präsident seine Ankündigung zu dem Truppenabzug aus Syrien allerdings immer wieder stark.

Verbündete Staaten wie auch Vertreter von Trumps Republikanern halten einen vollständigen Abzug für verfrüht. Auch ein führender General widerspricht dem US-Präsidenten, Link öffnet in einem neuen Fenster bei seinen Syrien-Abzugsplänen.

Top-General widerspricht dem Präsidenten

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  • Der leitende General der US-Truppen im Nahen Osten, Joseph Votel, hält den Abzug der Amerikaner aus Syrien für verfrüht und die Terrorgruppe IS nicht für besiegt.
  • Votel sagte dem Fernsehsender CNN mit Blick auf diese Entscheidung: «Ich hätte das nicht vorgeschlagen, offen gesagt.»
  • Das Kalifat des «Islamischen Staates» (IS) verfüge weiter über Anführer, Kämpfer, Unterstützer und Ressourcen. Deshalb sei fortdauernder militärischer Druck gegen das Netzwerk nötig.
  • Um den IS für besiegt erklären zu können, müsse gesichert sein, dass die Terrororganisation nicht die Fähigkeiten besitze, Anschläge auf die USA oder seine Verbündeten zu planen oder zu steuern, sagte Votel.
  • Votel betonte aber: «Sie haben weiter diese sehr mächtige Ideologie, also können sie inspirieren.»
  • Er mahnte auch, die von Kurden angeführten und von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) bräuchten weiter Hilfe im Kampf gegen den IS.
  • Vor wenigen Tagen hatten sie eine Offensive auf die letzte IS-Bastion in Syrien begonnen.

Trump telefoniert mit Erdogan

Die USA unterstützen in Nord-Syrien die kurdische YPG-Miliz im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Kurden befürchten nach einem US-Abzug eine Offensive der Türkei auf syrischem Gebiet. Die Türkei sieht die YPG dagegen als Terrororganisation an und hat angekündigt, sie zu zerschlagen.

Am Donnerstag telefonierte Trump mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und beriet mit ihm die Lage in Syrien. Die beiden Staatsoberhäupter verständigten sich darauf, weiter an der Einrichtung einer Sicherheitszone in Nord-Syrien zu arbeiten, teilte das US-Präsidialamt mit.

Beide Länder arbeiten seit längerer Zeit daran, eine solche Zone im Norden Syriens zu schaffen. Dies würde auf Kosten der mit der Türkei verfeindeten Kurden gehen. Die USA sehen sich dagegen den Kurden moralisch verpflichtet, die einen grossen Teil zum militärischen Bezwingen des Terrornetzwerkes IS beigetragen haben.

Die Gespräche sollen am Freitag auf Ebene der Verteidigungsministerien und der Streitkräfte fortgesetzt werden.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Halbeisen (ch)
    200 Mann genügen, um Erdogan hinter dem Zaun zu halten. Er kann ja nicht einfach auf US-Soldaten schiessen lassen, sonst ist der "grosse Bruder" aus den USA schnell und massiv zur Stelle.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Der Truppenabzug in Syrien ist einer der weniger gewordenen Lichtblicke in Trumps aussenpolitik, wo er nicht das macht, was "man" von ihm erwartet. Viele seiner Wähler sind von ihm enttäuscht, dass er zu sehr sich von den Neocons vereinnehmen lässt. Eine Hoffnung war, dass mit Trump diese Krieg, Chaos und Zerstörung säenden Politiker endlich von der Bildfläche verschwinden würden (Clinton gerhört auch zu diesen Politikern).
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    1. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      Viele seiner Wähler, sind vor allem erzkonservative Nationalisten, welche sehr wohl eine weltweite Dominanz der USA befürworten. Deshalb sind sie auch so begeistert, von seinem "America first"!!
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    2. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      "America first" - bedeutet auch, Geld und Ressourcen für die Amerikaner auszugeben statt für sinnlose Kriege weltweit, die man den Leuten verkauft, als seien sie humanitäre Aktionen, z.B. zur Befreiung von Diktatoren, zur Herstellung der Demokratie usw. DAS wollen die Trump wähler nicht mehr: dass die USA auf ihre Kosten den Weltpolizist spielt, dafür sollen andere aufkommen.
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  • Kommentar von Haller Hans (H.Haller)
    Wer baut Syrien wieder auf, jetzt fehlen da ja wohl die Geflüchteten, die nicht mehr zurück wollen, aber eigentlich doch könnten.
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    1. Antwort von Frank Henchler (Fränki)
      Es gehen schon einige wieder zurück, gerade aus der Türkei. Ich denke, dass noch viel mehr zurück gehen würden, wenn Assad weg wäre. Es ist einfach zu begreifen, dass die Menschen kein Vertrauen mehr in den Diktator haben.
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    2. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      Ich bin überzeugt, das der allergrößte Teil der syrischen Flüchtlinge, lieber in ihrer Heimat leben möchten, als in Europa. Politische Stabilität und eine Wirtschaft, bei der die Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen können sind dafür notwendig. Überall. Dann ist auch das Dauerthema Migration vom Tisch! Statt in Waffen, sollten alle in solche Dinge investieren.
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    3. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Ein rascher Wiederaufbau Syriens, dass viele zurückkehren könnten, wird ausgerechnet durch die westlichen Sanktionen verhindert. Wenn Assad weg wäre, würden in Syrien Zustände wie in Libyen herrschen - d.h. noch mehr Flüchtlinge. Man kann also auch diesbezüglich Russland dankbar sein, in Syrien ein Gottesstaat von islamistischen Extremisten und sich gegenseitig bekriegenden Gruppen verhindert zu haben. Das war auch im Sinne der syrischen Bevölkerung im Gegensatz zur "Assad-muss-weg"-Koalition.
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