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Legende: Video «Noch rund 500 bis 600 Terroristen» abspielen. Laufzeit 01:03 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.02.2019.
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Kurden-Offensive gegen IS «Letzte Schlacht hat begonnen»

  • Unter Führung kurdischer Milizen hat offenbar ein Angriff gegen die letzte Bastion der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien begonnen.
  • Es sei das Ziel der «letzten Schlacht», «verbliebene Reste der Terror-Organisation zu eliminieren», erklärte ein Sprecher.
  • Die Dschihadisten hatten bereits den grössten Teil ihres früheren Herrschaftsgebiets in Syrien und im benachbarten Irak verloren.

Kampfeinheiten der Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) haben nach eigenen Angaben die letzte Enklave der Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) in ihrem Einsatzgebiet angegriffen. Die belagerte Hochburg liegt rings um Baghus am östlichen Ufer des Euphrats. Die SDF werden von der Kurdenmiliz YPG angeführt.

Legende: Video CNN-Reporter zu aktuellen Kämpfen (engl.) abspielen. Laufzeit 01:40 Minuten.
Aus News-Clip vom 10.02.2019.

Die Bodentruppen würden von der internationalen Anti-IS-Koalition unter Führung der USA unterstützt, sagte ein Kommandeur, der anonym bleiben wollte.

SDF-Sprecher Bali kündigt Befreiung an

Das Ziel der «letzten Schlacht» sei es, die «verbliebenen Reste der Terror-Organisation zu eliminieren», sagte SDF-Sprecher Mustafa Bali. Später schrieb er auf Twitter, die Kämpfe hätten begonnen, die Enklave nahe der irakischen Grenze werde bald erobert sein. Vor Beginn der Offensive habe man etwa 20'000 Zivilisten aus der Kampfzone in Sicherheit gebracht.

Zivilisten in Gefahr

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Seit Samstagabend greifen die Truppen unter kurdischer Führung den kleinen Ort Baghus an der Grenze zum Irak an. Hier sollen noch viele ausländische IS-Anhänger und andere Kämpfer ausharren, die als besonders kampferprobt gelten. Doch auch Zivilisten befinden sich noch in dem Ort.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, die Kämpfe brächten Hunderte Familien in Gefahr. Die IS-Kämpfer missbrauchten die Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Ein Reporter des US-Senders CNN vor Ort meldete unter Berufung auf nicht näher genannte Offiziere, in Baghus könnten sich bis zu 1500 Zivilisten aufhalten.

SDF-Einheiten seien bereits in der östlichen Provinz Deir az-Zor vorgerückt, erklärte wenig später ein örtlicher Kommandeur.

Kontrolle über kleines Gebiet in Syrien

Die von den USA unterstützte SDF hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in weiten Teilen im Norden und Osten Syriens besiegt. Die Dschihadisten haben damit den grössten Teil ihres früheren Herrschaftsgebiets in Syrien und im benachbarten Irak verloren. Sie kontrollieren offenbar nur noch das jetzt umkämpfte Gebiet im Osten Syriens.

Im Oktober 2017 bereits vertrieben die Rebelleneinheiten die Extremisten aus ihrer einstigen Hochburg Rakka, rückten in die Provinz Deir al-Sor vor und griffen die IS-Kämpfer auf einem Gebiet am Ostufer des Euphrats an.

Binnen weniger Wochen besiegt

Ende Januar hatte Washington erklärt, der IS werde binnen weniger Wochen die Kontrolle über seine letzten Hochburgen verlieren. US-Präsident Donald Trump hat zudem den Abzug des US-Militärs aus Syrien ins Auge gefasst.

Trump will baldigen Abzug aus Syrien

Am Mittwoch erklärte Trump schliesslich, dass er schon für die nahe Zukunft, eventuell bereits kommende Woche, mit einer vollständigen Rückeroberung der IS-Gebiete in Syrien und Irak rechne.

US-Abzug bis Ende April?

Wenige Wochen zuvor, im Dezember letzten Jahres, kündigte Trump an, die US-Soldaten in Syrien abzuziehen, was international massive Kritik auslöste und Sorgen vor einem Wiedererstarken des IS nährte. Einen offiziellen Zeitplan hat Trump bislang nicht vorgelegt.

Nach Angaben des «Wall Street Journal», Link öffnet in einem neuen Fenster soll der US-Abzug bereits Ende April abgeschlossen sein. Das US-Verteidigungsministerium wollte sich nicht zum Zeitplan äussern.

Drohung aus Ankara

Ein Abzug der US-Truppen würde die Kräfteverhältnisse in der Region ändern. So droht die Türkei, mit einer Offensive im Norden Syriens gegen die Kurdenmiliz YPG vorzugehen. Ankara sieht in ihr einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und hat sie als Terrororganisation eingestuft.

Gleichzeitig ist die YPG aber wichtigster syrischer Verbündeter der internationalen Koalition, die gegen den IS kämpft.

Legende: Video Stunde der Wahrheit am Euphrat abspielen. Laufzeit 29:10 Minuten.
Aus #SRFglobal vom 07.02.2019.
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26 Kommentare

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  • Kommentar von kurt trionfini  (kt)
    Das was gemacht wird: Unter Führung kurdischer Milizen, der YPG, greift der SDF, die militärische Organisation der Demokratischen Kräfte Syriens, Stellungen des IS an.
    YPG und SDF operieren mit Unterstützung der westlichen Anti- IS Koalition. Woher diese Diskrepanz zwischen dem, was in Syrien aktuell wirklich gemacht wird und dem, was in diesen Kommentarspalten behauptet wird? Und vorallem: Wozu diese Diskrepanz?
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    1. Antwort von kurt trionfini  (kt)
      Selbstkritische Ergänzung: Woher diese Diskrepanz (....) die ausnahmsweise in nur zwei, drei Kommentaren weiter zelebriert wird?
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  • Kommentar von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
    Einer Terrororganisation reicht ein Unterschlupf, wie es Osama bin Laden in Pakistan hatte um zu "überleben". Sie können Attentate von Extremisten für sich beanspruchen, selbst wenn sie selbst erst aus den Medien davon erfahren, da sie wissen, dass es die Bevölkerung glauben wird. Erst, wenn die Geldquellen versiegen, können sie nicht weiter bestehen. Andererseits wird es in Syrien keinen Frieden geben, solange die Kurden nicht in Frieden leben können und das will Erdogan nicht zulassen.
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  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    Der IS wird sowenig ausgerottet werden können, wie man auch die Nazis und die Wehrwölfe nicht ausrotten konnte. Diese Terrororganisationen sind gemäss "ntv Geheimakte" (neusten Erkenntnissen) das Vermächtnis der Nazis. Deshalb müssen sich die Amerikaner wirklich fragen, ob sie sich in Syrien wie nach dem II Weltkrieg in Deutschland von Untergrundorganisationen umbringen lassen sollen.
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    1. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Ums Himmel Willen. Wo wird denn derartiger Unsinn verbreitet?
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