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Brückeneinsturz in Genua Schnell soll es gehen – bloss: wie?

Einen Monat nach dem Brückeneinsturz in Genua ist immer noch unklar, wie rasch es nun weitergeht. Alle wollen einen raschen Abbruch und Wiederaufbau. Doch über die Details wird gestritten.

Legende: Audio Franco Battel: «Die Leute konnten bisher nicht in ihre Wohnungen zurückkehren» abspielen. Laufzeit 03:06 Minuten.
03:06 min, aus SRF 4 News aktuell vom 13.09.2018.

Noch immer ragen zwei mächtige Betonstümpfe in den Himmel über Genua. Unglaublich, nicht möglich, unfassbar, sind dann die Worte, die einem zu Ohren und in den Sinn kommen. Sonst hört man nicht viel. Die Brücke und ihr Rauschen sind längst verstummt.

Einen Monat nach dem Unglück ist vieles unklar: Noch sind nicht alle Trümmer beseitigt, ganz zu schweigen vom Rest der Brücke. Hunderte Anwohner können nicht mehr in ihre Häuser zurück, die unter der Brücke liegen.

Plötzlicher Einsturz des Viadukts

Plötzlicher Einsturz des Viadukts

Am 14. August sind gegen 250 Meter des Polcevera-Viadukts in Genua plötzlich 45 Meter in die Tiefe gestürzt – mit ihnen Dutzende Fahrzeuge. Die Tragödie nahm 43 Menschen das Leben und einer ganzen Stadt ihre Routine.

In den nächsten zwei Tagen will die italienische Regierung erklären, wie genau der Wiederaufbau in Genua geschehen soll. Laut dem Bürgermeister von Genua, Marco Bucci, soll schon Ende 2019 eine neue Brücke stehen.

Regierung streitet über den Wiederaufbau

Dabei stellt sich laut SRF-Korrespondent Franco Battel in Rom vor allem die Frage, wer die Brücke aufbauen soll. Doch: «Die Regierungspartner Lega und Movimento Cinque Stelle sind sich überhaupt nicht einig.»

Die Fünf-Sterne-Bewegung will die neue Brücke nicht in die Hände des Autobahnbetreibers Autostrade per l'Italia legen, den sie unmittelbar nach der Katastrophe als Schuldigen benannt hat. Währenddessen will die Lega den Bau rasch vorantreiben und Autostrade mit einbinden.

eingebrochenesstueck

Untersuchungen gegen Betreiber und Beamte

Inzwischen suchen die Justizbehörden nach den Verantwortlichen des Desasters: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen rund 20 Personen sowie die Firma Autostrade per l'Italia, die von Benetton kontrolliert wird. Im Visier der Justiz sind Manager der privaten Autobahnfirma, aber auch um Beamte aus dem Verkehrsministerium in Rom.

Die eingestürzte Autobahnbrücke aus der Ferne.
Legende: Am 14. August brach ein Teil des Autobahnviadukts zusammen. Reuters

Unklar ist auch, ob die noch stehenden Teile des Autobahnviadukts einsturzgefährdet sind. Um dies zu beurteilen, wurden Sensoren eingebaut, die mögliche Bewegungen überwachen.

«Klar ist auf jeden Fall: Die Brücke soll in den nächsten Wochen abgebrochen werden», so Korrespondent Battel. Noch aber sei unklar, wie das geschehen soll. In Diskussion dafür seien eine Sprengung oder eine Stück-für-Stück-Demontage.

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