Wie positioniert sich Dänemark in der Grönlandpolitk? Im Wahlkampf hatte die amtierende Ministerpräsidentin Mette Frederiksen unter anderem mit ihrer Positionierung in der von US-Präsident Donald Trump aufgeworfenen Grönlandfrage geworben. Frederiksen blieb standhaft und will Trump die Insel keinesfalls abtreten. Die dänischen Sozialdemokratinnen und -demokraten unter Frederiksen bleiben zwar die stärkste Kraft, haben aber schlecht abgeschnitten.
Was hat sich nach den Wahlen verändert? Grönland hat im dänischen Parlament zwei Sitze, auch diese wurden bei den Wahlen vergeben. Einer der beiden Parlamentssitze ging an eine Partei, die Grönlands Unabhängigkeit von Dänemark anstrebt. Damit werde der Zusammenschluss aller grönländischen Parteien, sich gegen den Anspruch der USA zustellen, auseinandergerissen, sagt SRF-Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann. «Diese neue Stimme im Parlament sieht auch die USA als Helfer auf dem Weg zur Unabhängigkeit. Damit wird die neue Harmonie zwischen Grönland und Dänemark in Frage gestellt», so Kaufmann. Das werde sicher auch in den USA bemerkt werden.
Wo stehen die diplomatischen Beziehungen mit den USA? Die USA planen, drei neue Militärstützpunkte auf Grönland zu eröffnen, basierend auf einem Abkommen aus den 50er-Jahren. Dieses Abkommen erlaubt es den USA, derartige Stützpunkte zu bauen, wenn sie Grönland und Dänemark darüber informieren. Bis vor Trumps Drohung, Grönland in die USA integrieren zu wollen, wurde eine verstärkte Militärpräsenz der USA auf der Insel sowohl von Dänen als auch von Grönländern mehrheitlich begrüsst. Nun herrsche aber die Angst vor, dass die Stützpunkte unter dem jetzigen US-Präsidenten quasi als trojanische Pferde genutzt werden könnten, sagt Kaufmann: Dass sie bei einem Angriff auf Grönland von den USA genutzt würden.
Sind die USA mit drei neuen Militärstützpunkten auf Grönland zufrieden? «Kaum», meint SRF-Korrespondent Kaufmann dazu. Zwar sprächen einige US-Militärs offiziell davon, dass die Verhandlungen mit Grönland gut laufen würden. Aber im Umfeld von US-Präsident Donald Trump gibt es noch andere Ideen, was man mit Grönland anfangen könnte. «Es gibt Leute aus den USA, die dort nach Gold und anderen Rohstoffen suchen und das grosse Geld machen wollen.»