- Dänemark hat sich auf eine mögliche Grönland-Invasion durch die USA ganz konkret vorbereitet.
- Es wurden Blutsäcke und grosse Mengen an Sprengstoff nach Grönland gebracht, um die Insel im Ernstfall zu verteidigen.
- Im Fall eines Angriffes durch die USA sollten die Landepisten der Flughäfen in Grönland gesprengt werden.
- Das zeigen Recherchen des dänischen Radios.
Der Streit um das zu Dänemark gehörende Territorium Grönland erreichte im Januar einen Höhepunkt. US-Präsident Donald Trump drohte, Grönland militärisch zu erobern. Dann krebste er zurück. Aber ob das definitiv gilt, ist offen.
Die Nato schickte in der Folge Soldatinnen und Soldaten nach Grönland. Die Rede war von einem Manöver, also einer Art Übung. Nun zeigen Recherchen, dass dabei bereits tatsächlich konkrete Verteidigungsmassnahmen im Falle eines US-Angriffes umgesetzt wurden.
So wurde etwa Sprengstoff importiert, um Flugplätze zerstören zu können. Das hätte im Falle einer US-Invasion verhindern sollen, dass amerikanische Militärflugzeuge auf der Insel landen konnten. Ebenfalls wurde Blut aus Blutbanken gebracht, um mögliche Verwundete zu behandeln.
«Da sind dutzende zivile und militärische Flugzeuge in der Hauptstadt Nuuk gelandet und auch auf zwei ehemaligen amerikanischen Stützpunkten im Süden», sagte SRF-Nordeuropakorrespondent Bruno Kaufmann. Das seien nun Stützpunkte, die von Dänemark und Grönland kontrolliert werden.
US-Botschafter beschwichtigt
Die Recherchen zeigten weiter, dass Dänemark bereits kurz nach der Wahl Trumps politische Unterstützung in verschiedenen europäischen Ländern suchte.
Der amerikanische Botschafter in Kopenhagen reagierte auf die Enthüllungen damit, zu betonen, dass Trump gesagt hatte, er brauche Grönland, wolle das aber nicht mit militärischen Mitteln durchsetzen.
Angst vor Invasion immer noch gross
Die Angst vor einer US-Invasion in Dänemark ist laut Bruno Kaufmann aber immer noch sehr gross. Der Krieg im Iran habe die Angst verstärkt. Zur Beunruhigung beigetragen habe zudem vor Kurzem das Auftauchen eines US-amerikanischen Atom-U-Bootes in den Gewässern ausserhalb der Hauptstadt Nuuk.
«Jetzt liegt deshalb auch in Nuuk am Kai ein grosses Kreuzfahrtschiff voller europäischer Nato-Soldatinnen und Soldaten», so Kaufmann. Zudem seien auf den Anhöhen rund um die Hauptstadt Kontrollposten errichtet worden, um die Hafeneinfahrt zu überwachen.
In der Hauptstadt Nuuk ist die militärische Präsenz auf den ersten Blick nicht sofort ersichtlich, wie Bruno Kaufmann sagt. Er habe jedoch jeden Tag Menschen in militärischen Uniformen gesehen.
«Vor allem ist mir aufgefallen, dass immer wieder in grösseren Gruppen jüngere Menschen zwischen 20 und 30 durch die Stadt joggen. Auch bei Schneesturm und -20 Grad. Und das sind natürlich nicht lokale Grönländerinnen und Grönländer, denn so etwas macht man in Grönland bei diesem Wetter nicht», so Kaufmann.