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Demokratische Republik Kongo Ebola breitet sich im Ostkongo weiter aus

  • Im Osten der Demokratischen Republik Kongo steigen die Ebola-Infektionszahlen weiter.
  • Das kongolesische Gesundheitsministerium meldet 671 Verdachtsfälle und 160 vermutete Todesfälle.
  • Die Welt­gesund­heits­orga­nisation (WHO) stuft das Risiko für den Ebola-Stamm «Bundibugyo» im Kongo auf nationaler Ebene auf «sehr hoch» ein.

Im Nachbarland Uganda registrierten die Behörden keine weiteren Ansteckungen. Bisher sind dort zwei Fälle bekannt, beide betreffen Einreisende aus dem Kongo. Die WHO geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen höher liegt, weil viele Erkrankungen ungemeldet bleiben. Im Labor bestätigten Fachleute bisher einige Dutzend Fälle.

Laut WHO-Generaldirektor, Tedros Adhanom Ghebreyesus, wird die Risikoeinschätzung für den Ebola-Stamm «Bundibugyo» auf «nationaler Ebene auf «sehr hoch», auf regionaler Ebene auf «hoch» und auf globaler Ebene auf «niedrig» heraufgestuft».

Der Ausbruch begann laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC in der Provinz Ituri im Nordosten des Landes, an der Grenze zu Uganda und dem Südsudan. Seit 1976 registrierte der Kongo damit den 17. Ebola-Ausbruch. Verbreitet sich der seltene Bundibugyo-Typ des Virus, fehlen sowohl Impfstoff als auch Therapie.

Ebola überträgt sich durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Während der Epidemie in Westafrika starben 2014 und 2015 mehr als 11’000 Menschen.

US-Arzt in Berlin in stabilem Zustand

Ein mit Ebola infizierter US-Arzt wird derzeit in der Berliner Charité behandelt. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC befindet er sich in stabilem Zustand. Der Arzt hatte sich im Osten des Kongo angesteckt.

In der Nacht auf Donnerstag trafen auch seine Ehefrau und die vier Kinder in Berlin ein. Die Familie kam mit einem Spezialflugzeug und wurde anschliessend unter Polizeibegleitung in die Sonderisolierstation der Charité gebracht. Laut deutschem Gesundheitsministerium zeigen die Angehörigen keine Symptome. Tests fielen bisher negativ aus.

Auch in Prag kam ein US-Bürger in eine Sonderisolierstation. Er hatte in Uganda Kontakt mit einem Ebola-Patienten. Das Uni­versi­täts­klini­kum Bulovka teilte mit, der Mann werde während der Inkubationszeit von bis zu drei Wochen überwacht. Symptome zeige er keine.

Streit um Leiche endet mit Brand

Ein Streit um die Leiche eines Ebola-Toten eskalierte nun im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit einem Brand zweier Klinikzelte. Nach Angaben des zuständigen Anführern der Volksgruppe Bahema, Batangura Zamundu, wollte die Familie eines Mannes dessen Leiche zur Bestattung abholen. Ärzte verweigerten die Herausgabe, weil der Mann mit Ebola-Symptomen gestorben war.

Zelte brennen in einem Lager mit Rauch in der Luft.
Legende: Wütende Angehörige eines Toten brennen Behandlungszelte nieder. Keystone/DIROLE LOTSIMA DIEUDONNE

Vier Patienten konnten aus den Zelten fliehen. In einem zweiten Zelt verbrannte eine Leiche. Tote mit Ebola gelten als hoch ansteckend. In der Region waschen und berühren Angehörige Verstorbene häufig vor der Bestattung.

SRF 4 News, 20.05.2026, 12 Uhr ; 

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