Zum Inhalt springen

Header

Audio
Kanzler Kurz schiesst gegen die EU
Aus HeuteMorgen vom 25.03.2021.
abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Inhalt

Impfstreit in der EU Sebastian Kurz sucht den Applaus nicht in Brüssel

Österreichs Kanzler kritisiert die Impfstoff-Verteilung der EU. Sein Blick richtet sich dabei in das eigene Land.

Am heutigen EU-Gipfel geht es natürlich um die Corona-Pandemie und den fehlenden Impfstoff. Um dessen Verteilung ist ein Streit ausgebrochen, bei dem sich der österreichische Kanzler besonders hervorgetan hat.

Sebastian Kurz attackierte dieser Tage die EU und nannte die Impfstoff-Verteilung ungerecht. Bei der EU ist man befremdet.

«Gleich und gleicher»

«Basar-Methoden» und geheime Absprachen wollte Sebastian Kurz bei der EU beobachtet haben. So erklärte er sich, dass die Belieferung mit Impfdosen so unterschiedlich abgelaufen ist. Es gebe hier «gleich und gleicher» bei der gemeinsamen Aktion, sagte Kurz im ORF.

«Glauben Sie ernsthaft, dass die Europäische Union ein Interesse daran haben kann, dass Malta seine Bevölkerung im Mai durchgeimpft hat und Bulgarien im September? Das kann ja nicht der europäischen Solidarität und der Idee des gemeinsamen Impfens entsprechen», sagte Kurz im ORF.

Bulgarien liess sich diese Schützenhilfe aus Wien, kurz vor Parlamentswahlen, gerne gefallen. Es unterstützte einen Brief von Kurz an die EU ebenso wie Tschechien, Slowenien, Kroatien und Lettland.

Auf das falsche Pferd gesetzt

Dass nicht alle Staaten im Verhältnis zur Bevölkerung gleich viel Impfstoff bekamen, entspricht aber den Regeln. Es war den Staaten freigestellt, die Kontingente nicht auszuschöpfen und den Mix der Impfstoffe frei zu wählen. Wer also, wie Österreich und Bulgarien, auf das günstige Astra-Zeneca-Vakzin setzte, hatte Pech.

Kurz warnt auf der grossen Bühne vor einer Spaltung der EU, die er mit seinem Aktionismus in eigener Sache nicht eben mindert. Auch seine Reise nach Israel mit der dänischen Regierungschefin war nun nicht die klassische europäische Solidaritätsgeste. Und als Teil der «Selbsternannten Vier» war das Ziel des Kanzlers einst, dem Süden weniger Corona-Hilfen zuzugestehen.

Zustimmungswerte sinken

Nun rätseln österreichische Medien, weshalb Sebastian Kurz sich so auffällig trotzig gibt. Und sie brauchen für mögliche Antworten nicht über Österreich hinauszuschauen.

Dort wehrt sich der Finanzminister und Parteikollege von Kurz gerade gegen den Verdacht auf Korruption, die Wirtschaftsdaten sind besonders schlecht, die Infektionszahlen steigen und die Zustimmungswerte des Kanzlers und seiner ÖVP sinken. Kanzler Sebastian Kurz sucht den Applaus nicht in Brüssel.

SRF 4 News, HeuteMorgen, 25.03.2021, 06:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    Bundeskanzler Kurz mag Opportunist sein. Aber welcher Spitzenpolitiker ist das nicht? Bundeskanzler Kurz mag das Wohl Österreichs über jenes der EU stellen. Aber welcher Regierungspräsident tut das im Falle seines Landes nicht genauso? Ich mag an Bundeskanzler Kurz eben diese Courage, nicht nach dem Mund von Merkel/Macron etc. zu plappern, sondern von der Armada in EU-Brüssel eine eins a Leistung einzufordern. Und eben diese EU-(Beamten-)Armada liefert halt leider sehr oft nicht oder ungenügend.
    1. Antwort von Willi Fetzer  ((:-))
      @P.Müller, alle Daumen hoch. Leider hat SRF diesen Dienst noch immer auf Eis gelegt. UND wird ihn wohl auch nicht mehr einführen!
    2. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Peter Müller. Hier geht es eigentlich darum, dass Bundeskanzler Kurz auf den falschen Impfstoff gesetzt hat und den Fehler jetzt den anderen in die Schuhe schieben will. Damit versucht er ja nur seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Die böse EU kann nun wirklich nichts dafür, dass Astra-Zeneca ihr Lieferversprechen nicht einhalten kann oder will.
    3. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Dass andere etwas Negatives auch machen, war noch nie ein Argument. Ausserdem gibt es sie , die Politiker/innen, die das Allgemeinwohl über den eigenen Opportunismus stellen. Auf bürgerlicher Seite sind sie wohl rar, denn ich lese hier ja ständig solche Rechtfertigungen von bürgerlichen Wählern.

      Das Gleiche international: Es gibt sie, die Politiker/innen, die über egoistisch-nationalistische Politik hinausdenken. Sogar Kurz ist EU-Befürworter... Das Schlagwort lautet Multilateralismus.
  • Kommentar von Philipp Borer  (Lux)
    Sebastian Kurz ist ein schönwetter Kanzler, wenn er im Gegenwind steht schlägt er wild um sich, weil er nicht in der Lage ist mehrheitsfähige Lösungen zu erarbeiten. Im fehlt für das Amt wohl ein gutes Stück an Lebenserfahrung.
    1. Antwort von Peter Müller  (PeRoMu)
      @ Ph. Borer: Kurz-Bashing ist (leider) in. Aber mal abgesehen davon, nennen Sie mir eine/einen Schweizer BR, die/der nicht Schönwetter-Kapitänin/Kapitän ist. Und apropos Lebenserfahrung: Bei den Dummen bringt auch die Lebenserfahrung nicht allzu viel. Also lieber jemand von der schlauen Truppe mit etwas weniger Lebenserfahrung als jemand mit viel Lebenserfahrung, der/die aber nichts auf die Reihe kriegt.
  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Kurz wurde vom Österreichischen Volk gewählt er gelobte für dieses einzustehen, und nicht um EU-Brussels und schönzutun und EU-Politik vor sein eigenes Volk zu stellen.
    1. Antwort von Walter Strittmatter  (WalterStrittmatter)
      Lesen Sie eigentlich die jeweiligen Beiträge, bevor Sie ihre immergleichen Beiträge zu ‘EU-Brussels‘ (sic) auf die Reise schicken?
      Ich empfehle insbesondere den Abschnitt, in dem erklärt wird, warum es zu diesem Ungleichgewicht gekommen ist und dass dieses den gemeinsam vereinbarten Regeln entspricht.
    2. Antwort von Willi Fetzer  ((:-))
      @W.Strittmatter!Meine Frage an Sie!Haben Sie denn die ganze Bestell- History der EU mitbekommen?Wohl kaum!Denn die wird man NIE erfahren!Es käme so viel heraus, was man NIE erfahren darf,denn EU-ZUSTIMMUNG würde noch viel mehr sinken!So habe ich in den gefühlt hunderten von Talk-Sendungen bei ARD&ZDF gehört,dass bei der Auswahl,welcher der Kandidaten ein gewisser Hr.Macron sich quergestellt hat+sich gewehrt habe,dass der Britische weniger dafür der Französische mehr zu bestellen sei!