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Legende: Audio Alexandera Bulat setzt sich für verunsicherte EU-Bürger in Grossbritannien ein abspielen. Laufzeit 02:53 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 04.04.2019.
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Kampf gegen die Unsicherheit Die Stimme der EU-Bürger im Brexit-Chaos

Im Gerangel um den Brexit Grossbritanniens vertritt Alexandra Bulat die Resteuropäer. Sie verleiht ihnen eine Stimme.

Wie und ob Grossbritannien aus der EU austritt, ist unklar. Das verunsichert auch viele Ausländerinnen und Ausländer in Grossbritannien. Alleine drei Millionen stammen aus Staaten der EU. «Wir leben seit mehr als 1000 Tagen in der Schwebe», sagt Alexandra Bulat. Die Rumänin setzt sich im Namen der Organisation «the3million» für die Rechte der EU-Bürgerinnen und Bürger in Grossbritannien ein.

Eine Stimme für die Ausländer

Für Bulat war nach der Brexit-Abstimmung vor knapp drei Jahren schnell klar: «Jetzt musst du dich einsetzen!» Sie wollte helfen, den EU-Bürgerinnen und Bürgern in Grossbritannien im Brexit-Prozess eine Stimme zu geben. Sie habe es nicht einfach den Politikern überlassen können, über sie zu reden, sagt sie.

Und so seien die EU-Ausländer in Grossbritannien nun zu einer Stimme geworden. Vor der Abstimmung habe noch kaum jemand über die Folgen des Brexit für Italiener, Polen oder Dänen, die in Grossbritannien, leben gesprochen. Seither habe sich das stark geändert.

Registrierungsgebühr erfolgreich verhindert

Als es zum Beispiel plötzlich geheissen habe, das sich alle EU-Bürger noch einmal registrieren lassen müssten, da hätten sie erreicht, dass dieser Prozess wenigstens gratis sei. Ursprünglich wollte die Regierung dafür 80 Franken verlangen.

Im Grossen aber sei noch nichts erreicht. EU-Bürger in Grossbritannien seien auch knapp drei Jahre nach der Abstimmung immer noch im Ungewissen, wie es nach dem Brexit um ihre Rechte steht: «Theoretisch sind im Abkommen mit der EU zwar auch die Rechte der EU-Bürger in Grossbritannien geregelt, aber das ist alles nicht in Stein gemeisselt.»

Britin oder Brite werden

Bulat, die am University College in London an ihrer Doktorarbeit schreibt, will sich darum nächstes Jahr für die britische Staatsbürgerschaft bewerben. Das sei für sie die einzige Variante, bei der sie ganz sicher sei, dass sie bleiben könne und dieselben Rechte habe wie heute. Die Möglichkeit, Britin oder Brite zu werden, stehe aber nur denen offen, die schon fünf Jahre in Grossbritannien lebten und genug Geld hätten. Rund 1700 Franken koste das.

Alle anderen EU-Bürgerinnen und -Bürger bräuchten dringend Gewissheit, wie es nach dem Brexit für sie weitergeht. Sie hoffe sehr, sagt die rumänische Doktorandin, dass das nicht noch einmal 1000 Tage dauere.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    M.E. verkennen diese Leute die Situation gänzlich. Sie sind immerhin Staatsbürger eines anderen Staates. Die Aufgabe dessen wäre nämlich, für die Rechte seiner Bürger nach Brexit einzustehen. Brexit kam ja gerade deswegen zustande, weil die Briten zu viel von Osteuropäern wurde. Konkret genannt wurden Polen und Rumänen. Mit dem Erlass der Registrierungsgebühren liessen sich die Briten über den Tisch ziehen.
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    1. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      Ein häufig gehörtes Argument: We want no Pakis…

      Zudem waren Low Class-Briten schon immer fremdenfeindlich.

      Die Situation ist offenbar eskaliert parallel zur Anti-EU-Propaganda des rechtsextremen Flügels der Tories, und der UKIPers.
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    2. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      Dass überhaupt Registrierungsgebühren verlangt wurden, hat die Ursache in der extremen Fremdenfeindlichkeit von Frau May und ihrem Kabinett.

      Sie war in ihrer Zeit als Innenministerin verantwortlich für die Schaffung des "hostile environments", einer perfiden Art und Weise, langjährige Einwohner plötzlich zu diskriminieren, was zur Ausschaffung von Zweit-Generation-Einwanderern führte. Beispiel: das Windrush-Debakel.
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    3. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Herr Wyss: Das ist ja das niedliche offizielle Argument. Die Briten wissen, dass Brexit die Pakis nicht tangiert, denn diese haben einen anderen Status wegen Commonwealth. Sie wissen es, sie müssen nicht für blöd verkauft werden. Tatsache ist, dass die sehr vielen Osteuropäer den Briten, aber sogar einander dort auf den Keks gehen. Das staatliche Gesundheitswesen wird aufs Aergste strapaziert, manche gehen extra, um ihre chronische Krankheit behandeln zu lassen. Ich lese Foren von diesen Leuten.
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    4. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Herr Wyss: Ich nehme an, diese Information brauchten Sie bis jetzt nicht, aber erkundigen Sie sich bei Gelegenheit, was die Ausstellung einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz kostet. Nach Ihren Begriffen ist es auch ausländerfeindlich... und dies gem. Ausländerrechtlicher Gebührenordnung.
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    5. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      @ M. Wyss... Registrierungsgebühren sind verursachergerechte Kosten, die zu Recht auf die Immigranten abgeeälzt werden. Andernfalls bezahlen die bereits Ansässigen die zusätzlichen Kosten und nicht die Verursacher.
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  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    FWIW: umgekehrt ist es auch ein Problem; es heisst, dass Briten, welche mehr als 15 Jahre ausserhalb des Empire gelebt haben, das aktive Wahlrecht verlieren.

    Dies im Gegensatz zu Auslandschweizern, welche auf Bundesebene solange sie wollen abstimmen und wählen können.
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    1. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      ... und z.B. darüber abstimmen können, wie viel Geld die Inländer für das Staatsfernsehen zu bezahlen haben. Sie selber (die Auslandschweizer) leisten diese Gebühr ja nicht.
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Bin mit Ihnen gleicher Meinung aber unter der Voraussetzung, dass die Sprache des Landes "gesprochen und verstanden werden kann"!
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