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Heftige Luftangriffe im Gazastreifen
Aus Tagesschau vom 25.02.2024.
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Krieg im Nahen Osten Die Lage im Nahen Osten – die Übersicht

Die militärische Lage

Die israelischen Streitkräfte haben ihren Einsatz in der Stadt Gaza ausgeweitet. Bodentruppen gingen mit Unterstützung der Luftwaffe im Stadtteil Seitun gegen Kampfeinheiten der Hamas und Einrichtungen der islamistischen Terrormiliz vor, teilte das Militär mit.

Unter anderem stiessen die Soldaten demnach auf eine Waffenmanufaktur, ein Waffenlager, Raketenabschussstellungen und militärische Ausrüstung. Zudem entdeckten sie eine Gruppe von Hamas-Kämpfern in einem Tunneleingang, worauf sie den Schacht zerstörten und die Hamas-Männer töteten. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Die israelische Armee teilte weiter mit, in mehreren Fällen seien bewaffnete Palästinenser, darunter auch ein Scharfschütze, identifiziert und getötet worden. In Chan Yunis im Süden des Gazastreifens sei ein «Terrorist identifiziert worden, der mit einer Panzerrakete bewaffnet war». Die israelische Luftwaffe habe ihn daraufhin gezielt getötet. In Chan Yunis seien auch zahlreiche Waffenteile sowie Granaten, Munition und weitere Militärausrüstung gefunden worden.

Hisbollah: Raketen auf israelischen Stützpunkt abgefeuert

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Die Hisbollah-Miliz im Libanon hat nach eigenen Angaben am Dienstag eine «grosse Raketensalve» auf einen israelischen Stützpunkt zur Luftüberwachung abgefeuert. Sie reagiert damit auf einen israelischen Angriff auf Ziele in der Nähe der ostlibanesischen Stadt Baalbek.

Israel hat am Montag erstmals seit Beginn des Krieges im Gazastreifen auch den Osten des Libanons bombardiert. Das israelische Militär teilte mit, es habe «Hisbollah-Terrorziele tief im Libanon» angegriffen.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah ist mit der palästinensischen Hamas verbündet, gegen die Israel im Gazastreifen Krieg führt. Seit Beginn des Kriegs hat auch die Gewalt im israelisch-libanesischen Grenzgebiet erheblich zugenommen.

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben bei einem Luftangriff einen höheren Offizier der schiitischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon getötet. Brigadekommandant Hussein Salami sei gezielt getötet worden, weil er Raketenangriffe auf die nordisraelische Stadt Kiriat Schmona und ein örtliches israelisches Militärkommando befehligt habe, teilte die israelische Armee am Montag mit. Salami war demnach im Dorf Madschadel, 20 Kilometer östlich von Tyros, im Auto unterwegs, als ihn die von einem israelischen Kampfjet abgeworfene Lenkwaffe traf.

Wie das Büro von Netanjahu in der Nacht zum Montag bekannt gab, hat das israelische Militär dem Kriegskabinett «einen Plan für die Evakuierung der Bevölkerung aus den Kampfgebieten im Gazastreifen und den kommenden Einsatzplan vorgelegt».

Huthi-Angriffe im Roten Meer

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Vor der Küste des Jemen gehen die Angriffe der jemenitischen Huthi-Milizen auf internationale Frachtschiffe weiter. Ein Sprecher der Miliz teilte am Sonntag mit, es seien mehrere Raketen auf die unter amerikanischer Flagge fahrende «Torm Thor» im Golf von Aden geschossen worden.

Das Schiff «wurde nicht beschädigt und es gab keine Verletzten», hiess es in einer Mitteilung des US-Militärs.

Die Streitkräfte der USA und Grossbritanniens hatten zuvor erneut Stellungen der Huthi-Miliz im Jemen angegriffen. Mit Unterstützung anderer Länder seien in der Nacht zum Sonntag 18 Ziele der von Iran unterstützten Miliz an acht Orten im Jemen attackiert worden, teilte das US-Verteidigungsministerium am Samstag in Washington mit.

Der Ministerpräsident der Palästinensischen Autonomiegebiete, Mohammed Schtaje, hat am Montag in Ramallah seinen Rücktritt eingereicht. Dies sei auf Wunsch des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas erfolgt, auf den arabische Länder der Region und die USA entsprechenden Druck ausgeübt haben, hiess es zuvor im Fernsehsender Watan TV unter Berufung auf Regierungsbeamte. Es hatte seit längerem Berichte über einen solchen Schritt Schtajes gegeben.

«Militäroffensive in Rafah wäre Sargnagel für Hilfsprogramme»

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UNO-Generalsekretär António Guterres hat erneut eindringlich vor einer israelischen Offensive in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens gewarnt. «Eine umfassende israelische Offensive auf die Stadt wäre nicht nur schrecklich für die mehr als eine Million palästinensische Zivilisten, die dort Schutz suchen, sondern würde auch den letzten Nagel in den Sarg unserer Hilfsprogramme schlagen», sagte er am Montag in Genf zum Auftakt der Frühjahrssitzung des UNO-Menschenrechtsrates.

Diplomatie und Auswirkungen in Nahost

Israel und die radikal-islamistische Hamas stehen offenbar vor einer Waffenruhe. So hat Israel laut US-Präsident Joe Biden am Dienstag zugestimmt, sich während des muslimischen Fastenmonats Ramadan nicht an Kämpfen im Gazastreifen zu beteiligen. Israel habe sich auch verpflichtet, die Evakuierung der Stadt Rafah an der Grenze zu Ägypten zu ermöglichen, bevor es seinen Kampf gegen die Hamas verstärke, sagt Biden in einem Interview des Senders NBC.

Gleichzeitig berichtet die Nachrichtenagentur Reuters von einem Insider, der wissen will, dass die Hamas einen Entwurf über eine 40 Tage dauernde Aussetzung aller militärischen Einsätze erhalten habe.

Geflüchtete und Opfer

Die Zahl der im Gazastreifen getöteten Palästinenser ist nach palästinensischen Angaben seit Kriegsbeginn auf fast 30'000 gestiegen (Stand 27. Februar). Dies teilte das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium mit. Über 70'000 weitere Personen seien verletzt worden. Bei den Getöteten unterscheidet die Behörde nicht zwischen Kämpfern und Zivilisten. Nach UNO-Schätzungen handelt es sich bei einem Grossteil der Getöteten um Frauen und Minderjährige. Der israelische Generalstabschef Herzi Halevi hatte zuletzt gesagt, die Armee habe im Gazastreifen «bisher mehr als 10'000 Terroristen ausgeschaltet, darunter viele Kommandeure».

Die Angaben zu Toten und Verletzten im Gazastreifen lassen sich nicht prüfen. Die UNO und andere Beobachter weisen jedoch darauf hin, dass sich die Zahlen der Hamas-Behörde in der Vergangenheit als insgesamt glaubwürdig herausgestellt hätten.

Seit dem 7. Oktober sind nach UNO-Angaben fast 1.9 Millionen Menschen innerhalb des Gazastreifens auf der Flucht. Das sind über 85 Prozent der Bevölkerung. Etwa eine Million Menschen seien in UNO-Einrichtungen im Gazastreifen untergekommen.

Auf israelischer Seite wurden beim Terrorangriff am 7. Oktober mehr als 1200 Menschen getötet, darunter mindestens 850 Zivilisten. Das israelische Militär verzeichnet nach eigenen Angaben seit dem 7. Oktober 556 Tote in den eigenen Reihen – davon etwa 224 seit Beginn der Bodenoffensive im Küstenstreifen am 27. Oktober 2023 (Stand 31. Januar).

Die Glückskette sammelt

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Der Krieg im Nahen Osten hat bereits Tausende von Menschenleben gekostet, grösstenteils Zivilpersonen. Die Glückskette ruft zur Solidarität auf, um der Zivilbevölkerung zu helfen. Sie unterstützt ihre Schweizer Partnerorganisationen vor Ort – sie hilft dort, wo die humanitären Bedürfnisse am grössten sind. Zurzeit ist das Gaza.

Spenden für die Sammlung «Humanitäre Krise im Nahen Osten» können auf www.glueckskette.ch getätigt werden.

Krieg im Nahen Osten

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Die Kämpfe in Israel und im Gazastreifen halten an. Hier finden Sie alle unsere Inhalte zum Krieg im Nahen Osten.

Tagesschau, 25.02.2024, 19:30 Uhr;

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