Zum Inhalt springen

Header

Audio
Trump fordert Ende der Weltbank-Kredite für China - zu Recht?
Aus Echo der Zeit vom 07.12.2019.
abspielen. Laufzeit 02:46 Minuten.
Inhalt

Nach Kritik des US-Präsidenten Braucht das Reich der Mitte Weltbank-Kredite?

China ist nach den USA die zweitgrösste Wirtschaftsmacht der Welt – und ein grosser Geldgeber für Entwicklungsländer. Trotzdem soll das Reich der Mitte selbst Kredite von der Weltbank erhalten. Ist das richtig?

US-Präsident Donald Trump fordert in einem Tweet, die Weltbank müsse aufhören, Geld an China zu verleihen. Auf den ersten Blick hat der US-Präsident Recht. Tatsächlich stellt sich die Frage, warum China von den Institutionen der Weltbank in den kommenden fünf Jahren jährlich Kredite in der Höhe zwischen einer und anderthalb Milliarden Dollar erhalten soll.

Denn selbst verleiht das Land selbst das X-Fache an andere Länder, zum Beispiel in Afrika oder entlang der alten Seidenstrasse im Rahmen eines gewaltigen Ausbaus der Infrastruktur

Auf den zweiten Blick allerdings scheint der Tweet hauptsächlich ein weiterer Giftpfeil aus dem Köcher des US-Präsidenten im Handelsstreit zwischen den beiden Wirtschaftsmächten zu sein.

Fakt ist, dass die Weltbank gemäss ihren eigenen Regeln nur Entwicklungsländer unterstützt. Ob China trotz des rasanten Wachstums der letzten Jahrzehnte noch ein Entwicklungsland ist oder bereits zu den entwickelten Ländern gehört, wird in letzter Zeit vermehrt diskutiert.

Entwicklungsland oder Industriestaat?

Schaut man auf die Wirtschaftskraft pro Kopf, gehört China aber nach wie vor zu den Entwicklungsländern – wenn auch zu den besser gestellten. Auch deshalb fährt die Weltbank ihre Kredite an China um rund die Hälfte zurück, wie sie Ende Woche mitgeteilt hat. Im Vergleich zu den letzten Jahren sind die Kredite für die kommenden Jahre deutlich tiefer.

Trump kritisiert Kreditvergabe an China

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

US-Präsident Donald Trump hat die Vergabe von Krediten der Weltbank an China scharf kritisiert. «Warum leiht die Weltbank China Geld? Kann das möglich sein? China hat viel Geld, und wenn sie es nicht haben, dann machen sie welches. Stopp!», schrieb der US-Präsident auf Twitter.

US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte am Donnerstag vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses zudem gesagt, die USA seien gegen ein auf Jahre ausgelegtes Programm von Krediten und Projekten der Weltbank in China. Das Programm wurde dennoch am Donnerstag angenommen. Ziel ist die langfristige Reduzierung von Darlehen an China.

Die USA argumentieren, dass China als zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt wohlhabend genug ist, um sich selbst zu finanzieren und nicht auf Kredite der Weltbank angewiesen ist.

Gleichzeitig richtet Weltbank ihre Vergaben neu aus. So sollen sie selektiver eingesetzt werden, um Markt- und Steuerreformen voranzubringen, um das Wirtschaftswachstum grüner zu gestalten und um gegen die wachsende Ungleichheit anzugehen.

US-Präsident Trump stört sich an der Kreditvergabe an China und machte diesem Ärger auf Twitter Luft.
Legende: US-Präsident Trump stört sich an der Kreditvergabe an China und machte diesem Ärger auf Twitter Luft. Keystone

In diesen Bereichen hat China bekanntlich tatsächlich Aufholbedarf und wichtiger für das Land als das Geld sind wohl die Beratung und das Knowhow, das die Weltbank mit dem Geld ins Land bringt.

Weltbank-Chef hüllt sich in Schweigen

Natürlich ist die Weltbank dabei stark gefordert. Sie wurde und wird verschiedentlich kritisiert, weil sie immer wieder Kredite für wenig nachhaltige Projekte vergibt, und könnte mit gezielten Investitionen in China ihr Image verbessern.

An erster Stelle dafür zuständig ist David Malpass, der neue Chef der Weltbank-Gruppe. Dieser ist ironischerweise ein US-Amerikaner. Er gilt als China-kritisch und wurde auch deshalb Anfang Jahr von Präsident Trump vorgeschlagen und schliesslich trotz Skepsis aus andern Geberländern durchgedrückt.

David Malpass schweigt zur Kritik an China-Krediten aus dem Heimatland – bis jetzt.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.