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Nachzählung in Arizona
Aus Info 3 vom 30.06.2021.
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Nachzählung in Maricopa County In Arizona wird alles getan, um eine Lüge zu nähren

Viele der unterlegenen Republikaner weigern sich, das Wahlresultat vom letzten Herbst anzuerkennen – immer noch.

Es ist einfach, sich über die Nachzählung im US-Bundesstaat Arizona lustig zu machen. Schon der Name der verantwortlichen Firma wirkt wenig seriös. «Cyber Ninjas» heisst sie, nach den grünen Zeichentrick-Kampfschildkröten.

Geschäftsführer Doug Logan hat zwar noch nie Wahlzettel untersucht, aber dafür macht er bei einem Verschwörungsfilm mit. Er spricht als anonyme Stimme im Trailer zum Film «Deep Rig» über den angeblichen Coup gegen Donald Trump. An der Premiere kam heraus, dass Logan der Sprecher ist.

Zwei Millionen Stimmen werden nachgezählt

Rund 70 US-Gerichte haben die Verschwörungstheorie einer gestohlenen Wahl inzwischen abgeschmettert. Keine Beweise fanden auch diverse Nachzählungen, die im November stattfanden, auch in Arizona. Das passte den Republikanern im dortigen Senat nicht, und so ordneten sie im stimmenreichen Maricopa County eine zweite Nachzählung an.

Es gehe bloss darum, das erschütterte Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Wahlen wieder zu festigen, sagt Karen Fann, die republikanische Senatsführerin. Doch in publizierten E-Mails betonte sie gleichzeitig, sie habe sich mit der Kampagne des ehemaligen Präsidenten abgesprochen.

Ergebnisse nicht vor Ende Juli

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Die Deadline für den Abschluss der Nachzählung war der 30. Juni. Laut Mittelung der Firma «Cyber Ninjas» konnten die Arbeiten – die fast 2.1 Millionen Wahlzettel wurden in einer ehemaligen Basketballarena gezählt und fotografiert – am 26. beendet werden. «Audit Update: Paper examination and counting are finished today» (die Untersuchung des Papiers und das Zählen gingen heute zu Ende), twitterte das Team um Doug Logan, dem Chef von «Cyber Ninjas», bereits am Wochenende. Mit Resultaten sei nicht vor Ende Juli zu rechnen, hiess es; möglicherweise auch erst am Labour Day (6. September).

Im April begann die Untersuchung von über zwei Millionen Wahlzetteln in einem Sportstadion in Phoenix, der Hauptstadt von Arizona, mit viel Geheimtuerei und Hokuspokus. So wurde das Briefpapier zum Beispiel mit UV-Licht durchleuchtet und die Wahlzettel auf Bambusspuren untersucht.

Gerücht des Wahlbetrugs verfestigt sich

Beobachtende Gruppen und selbst Republikaner sprachen von Chaos und Inkompetenz. Die Lügerei über einen Wahlbetrug müsse endlich aufhören, sagt Stephen Richer. Er leitet die mehrheitlich republikanische Wahlkommission, die für die Wahlen Maricopa County zuständig war.

Man könnte das alles als kurioses Lokaltheater abtun, würde sich nicht Ähnliches in anderen US-Bundesstaaten zutragen, wie etwa in Falcon County in Georgia. Auch in Pennsylvania, Michigan und New Hampshire wollen die Republikaner in Wahlbezirken nachzählen, wo sie verloren haben.

Damit können sie die Wahl von Präsident Joe Biden zwar nicht rückgängig machen, aber das Gerücht eines Wahlbetrugs weiterverbreiten. Verrückt sei das, sagt Wahlkommissionsleiter Richer auf dem Newssender CNN.

Vertreter anderer Bundesstaaten dabei

Delegationen aus 13 anderen Bundesstaaten seien auf einen Erkundungsbesuch nach Maricopa County gekommen, so Richer. Er habe ihnen gesagt, was sich in Arizona abspiele, eigne sich wirklich nicht zur Nachahmung und bedrohe die nächsten demokratischen Wahlen.

Video
Aus dem Archiv: Republikaner erzwingen Neuauszählung in Arizona
Aus 10 vor 10 vom 22.06.2021.
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Rendez-vous, 30.06.2021, 12:30 Uhr

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70 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Fuchs  (mfuchs)
    Mal ganz ehrlich... jeder der Biden auch nur in der politischen Nähe von Trump ansiedeln will, hat einfach keine Ahnung. Aber noch nicht mal einen Hauch davon.

    Ist eine ca. 98%ige Kehrtwende... Für Klimaschutz anstatt -zerstörung, Sozialstaat ausbauen anstatt abbauen, für Obamacare und Medicaid extension, Steuern erhöhen für die Reichen anstatt kürzen, Rechte für Minderheiten, Todesstrafe nicht mehr vollstrecken, Gefängnisse, Wahlregeln, NATO, Russland, Abtreibung und 100 andere Sachen.
  • Kommentar von Beat Kessler  (KLERUS)
    Politische Brandstifter! Am Schluss entsteht noch ein Bürgerkrieg.. Mit freundlichen Grüßen
    1. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Nein, ein Bürgerkrieg nicht.

      Aber eine Trennung vielleicht.
      Aehnlich dem Quebec-Referendum. Oder dem Brexit.
    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Müller: das hat nichts mit der Abspaltung eines Landesteils oder der Austritt zu tun. Hier geht es um die Spaltung der Bevölkerung in Trump-Anhänger und Trump-Gegner.
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    "Demokratie Verständnis" Made by USA Republikaner?