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OPCW bestätigt Vergiftung Nawalnys
Aus HeuteMorgen vom 07.10.2020.
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Nawalny vergiftet Nach OPCW-Bericht wächst der Druck auf Russland

Der führende russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny wurde mit einem Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Zu diesem Befund kam zunächst die deutsche Regierung. Zu derselben Erkenntnis kommt nun auch die internationale Chemiewaffenbehörde OPCW in Den Haag.

Nervenkampfstoff im Blut

Russland musste damit rechnen, dass die OPCW zum selben Ergebnis gelangen würde wie bereits im September die Experten der deutschen Bundeswehr und andere Labors. Nämlich, dass im Blut und Urin des Oppositionellen Alexej Nawalny Spuren eines zur Nowitschok-Gruppe gehörenden Nervenkampfstoffs gefunden wurden.

Entsprechend konnte man sich im Kreml auf den Bericht der OPCW vorbereiten – und tat dies, indem man versucht, die Chemiewaffenbehörde zu diskreditieren. Wie schon im Zusammenhang mit den Giftgaseinsätzen im Syrienkrieg, nicht nur, aber hauptsächlich durch das syrische Regime. Oder im Fall der Vergiftung des russischen Ex-Spions Sergej Skripal im britischen Salisbury, mutmasslich durch Vertreter des russischen Geheimdienstapparates.

«Unterstellungen und Machenschaften»

Der russische UNO-Botschafter Vasily Nebenzya sprach jetzt im Sicherheitsrat von «Unterstellungen und Machenschaften» der Organisationen in Den Haag, der Moskau selber angehört und wo es früher sogar als Musterschüler galt.

Dies, bevor die Welt erfuhr, dass Russland sein Novitschok-C-Waffenprogramm der OPCW verheimlicht hatte. Der Einsatz dieses Kampfstoffs ist nicht nur ein Verbrechen, er ist zudem völkerrechtswidrig, da er das umfassende weltweite C-Waffenverbot verletzt.

Entsprechend wächst nun der Druck, wegen des Angriffs auf Nawalny Sanktionen gegen Russland zu verhängen. In Deutschland wird der Stopp des Pipeline-Projekts North Stream 2 gefordert. Auf dem EU-Gipfel kommende Woche ist eine europäische Reaktion auf die Giftattacke ein Thema. Im UNO-Sicherheitsrat kann Russland hingegen mit seinem Veto jegliche Sanktionsvorstösse abschmettern.

Fredy Gsteiger

Fredy Gsteiger

Diplomatischer Korrespondent, SRF

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Der diplomatische Korrespondent ist stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er Auslandredaktor beim «St. Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» sowie Chefredaktor der «Weltwoche».

SRF 4 News, Heute Morgen, 07.10.2020, 06:00 Uhr

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55 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Meier  (FriMe)
    Es wäre schön, wenn die zivilisierte Welt endlich harte Sanktionen gegen den Kreml verhängen würden. Es nützt nichts, wenn der OPCW, das Deutsche Bundeswehrlabor, das AC-Labor in Spiez oder die britische Abwehr längst die Fakten nennen. Nur Handeln nützt. Es wäre auch ein Zeichen an die russische Zivilgesellschaft und dortigen Menschenrechtler, wenn die EU die Sanktionen gegen den Kreml nochmals verschärfen würde. Die rote Karte ist überfällig. Sonst wird das so ewig weitergehen.
    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      In den Geschichtsbüchern kommt die Zeit VOR dem Krieg immer zu kurz. So muss sie sich anfühlen. Blinde Hetzer die auf bloße Vermutung hin gegen andere Nationen Hetzen, die ihnen nichts getan haben, aber denen man sich überlegen glaubt, weil man mit den grossen Bruder sympathisiert, welcher 2000 Militäreinrichtungen rund um den Globus betreibt, die Todesstrafe kennt und dessen Imperialismus auf Landnahmen basiert, denen meist eine bewusste Lüge vorangegangen ist .
    2. Antwort von Peter Müller  (PeRoMu)
      @ F. Meier: Alexej Nawalny wurde offenbar mit einem Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. So weit so gut. Und was ist damit nun bewiesen? Ist damit irgendetwas bewiesen, was die Herkunft der Attentäter anbelangt? Nein, in keinster Weise! Verdachtsmomente sollten nie ausreichen, um Sanktionen zu verhängen!
  • Kommentar von Karl Frank  (Europäer)
    Und zum Herr Nawalny. Kennt er Geschichte nicht, um zu wissen, dass niemand in diesen Ländern (Russland, Belarus) was bewegen kann, wenn er/sie im Ausland sitzt? Hat er nicht bemerkt wie verendet hatten: Bieriesowski, Chodorkowski? Es ist für jedem Russen klar, dass Nawalny nie mehr nach Russland zurückkehrt. Staat Russland wird ihm Staatsbürgerschaft aberkennen und nie nach Russland einlassen. In Mittelalter diese Strafe hiess Verbannung und war sehr wirksam.
    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      so wie die USA ihre Whistleblower verbannen...
      Die Russischen werden dabei etwas vergiftet, aber bleiben frei. Die Amerikanischen stehen auf Fahndungslisten und werden entweder lebenslang eingekerkert oder sterben in ausländischer Isolation.
  • Kommentar von Karl Frank  (Europäer)
    Kein wesentlicher Unterschied zu USA. Und noch Eines: kein euroasiatisches Land wird zu Demokratie. Die werden immer nach Kaiser Qui und Changiz Han ihre Stattlichkeit ausüben und nicht nach dem schweizerischen oder skandinavischen Muster. Die die sich amerikanischer Propaganda gegen Russland China einspannen lassen, werden von der Geschichte belächelt. In schlimmsten Fall werden Europa und Amerika durch die Demografie der Asien erschlagen.