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Nordkorea zündelt wieder
Aus Tagesschau vom 08.12.2019.
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Neuer Waffentest Pjöngjangs Politischer Rundumschlag Nordkoreas

  • In der Nacht meldet Nordkorea einen neuen Waffentest.
  • Der Versuch fand offenbar auf einem Gelände statt, das auch zum Test von Raketentriebwerken genutzt wird.
  • Kurz zuvor hatte Pjöngjang einige EU-Staaten scharf kritisiert, die die Aufrüstung des Landes und seine «provokanten Handlungen» moniert hatten.

Nordkorea hat seiner Drohung aus jüngster Zeit Taten folgen lassen. Das Land führte nach eigenen Angaben einen «sehr wichtigen Test» an seinem Satellitenbahnhof Sohae durch – mitten in den festgefahrenen Denuklearisierungsgesprächen mit den USA.

«Test von grosser Bedeutung»

Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA erklärte am Sonntag, dass es ein «erfolgreicher Test von grosser Bedeutung» gewesen sei. Welche Art von Waffensystem getestet wurde, blieb zunächst allerdings unklar.

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Ort des neuen Tests: Jüngste Satellitenaufnahmen zeigten offenbar die Vorbereitungen (unkomm.)
Aus News-Clip vom 08.12.2019.
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Der Standort wurde zuvor zum Start von Raketen ins All und zum Testen von Raketentriebwerken genutzt. Das südkoreanische Militär, das in der Regel Warnmeldungen ausgibt, wenn eine Rakete von Nordkorea aus gestartet wird, lehnte diesmal eine Stellungnahme zunächst ab.

Nordkorea verurteilt EU-Staaten: «Schosshunde der USA»

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  • Die nordkoreanische UNO-Vertretung hatte bereits vor dem neuen Test Gesprächen mit den USA über eine Denuklearisierung eine Absage erteilt.
  • In einer Stellungnahme der Nordkoreaner, die am Samstag in New York veröffentlicht wurde, heisst es, «längliche Gespräche» mit den USA seien derzeit nicht nötig und eine Denuklearisierung sei vom Tisch.
  • Zugleich holte Pjängjang zu einem verbalen Rundumschlag gegen mehrere EU-Staaten aus. Sechs EU-Staaten, so heisst es, hätten Nordkorea vor wenigen Tagen in einem gemeinsamen Statement auf bösartige Weise verurteilt. Dass diese Länder vollkommen legitime Schritte Nordkoreas kritisierten, sei eine «ernsthafte Provokation», «dumm» und Ausdruck ihrer «Paranoia». Diese EU-Staaten spielten den «Schosshund» für die USA. Ihre Anbiederung an Washington sei «jämmerlich».
  • Belgien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Polen und Estland hatten am Mittwoch nach einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrates in New York zusammen ihre Besorgnis über «provokante Handlungen» Nordkoreas erneut bekräftigt.
  • Zuvor hatte das mächtigste UNO-Gremium hinter verschlossenen Türen über die jüngsten Raketentests Pjöngjangs beraten.

Pjöngjang: Nur ein Trick des US-Präsidenten

Die Aussichten auf eine atomare Abrüstung Nordkoreas hatten sich zuletzt eingetrübt. Das Thema Denuklearisierung sei in den Verhandlungen mit den USA nicht mehr auf dem Tisch, hatte Nordkoreas UNO-Botschafter Kim Song am Samstag erklärt. Es seien derzeit auch keine ausführlichen Gespräche mit den USA erforderlich.

Der von den USA geforderte nachhaltige und substanzielle Dialog sei nur ein Trick, um Zeit zu gewinnen, damit das Thema in die innenpolitische US-Agenda passe. Kim spielt damit auf die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump um seine Wiederwahl Ende 2020 an.

Bisher kein drittes Gipfeltreffen

Bei einem weltweit mit Spannung verfolgten Gipfel hatten sich Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un Mitte 2018 in Singapur erstmals persönlich getroffen und danach erklärt, sie hätten einen Abbau aller strategischen Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel vereinbart.

Schon bald aber kamen Zweifel auf, ob die Pläne auch umgesetzt werden. Ein zweiter Gipfel im Februar 2019 wurde dann vorzeitig abgebrochen. Zu einem in Aussicht gestellten dritten Gipfel ist es bislang nicht gekommen.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Kleines Detail am Rand: Früher wurde der Regierungschef bei seinen Auftritten, immer von einer Armada fleissig Notitzbücher vollschreibender Generäle umringt. Heute nicht mehr. Sind demnach seine Äusserungen nicht mehr so wichtig?
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  • Kommentar von Roger Stahn  (jazz)
    Es war Bill Clinton (März 1994), der das Nuklear-Abkommen mit NK der Weltöffentlichkeit damals preiste, versicherte, dass damit auf lange Jahre hinaus nun die Gefahr der Bedrohung nuklearer Ausbreitung in der Region gebannt sei. Es war jedoch Donald Trump, in einem Interview im November 1999, als er sagte; «dass man alles daran setzen sollte, NK daran zu hindern, dass sie ihr Atomwaffenprogramm stetig weiter ausbauen. Die bisherige Politik war zu nachlässig und nun ist es gefährlich geworden.»
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  • Kommentar von Urs Stäbler  (Stab)
    Ich halte Kims Reaktion für völlig angebracht.
    Trump sollte den ersten Schritt machen und gewisse Sanktionen gegen Nordkorea fallen lassen und dann kann man auch vernünftig über eine Denuklialisierung von Nordkorea fo
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    1. Antwort von pedro neumann  (al pedro)
      vernünftig..Kin Jong Un? Echt jetzt?
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