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Legende: Audio Auch wenn das Leben in Cox's Bazar schwierig ist – kaum jemand will auf die Insel ziehen abspielen. Laufzeit 04:20 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 16.04.2019.
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Rohingya sollen weiter Niemand will auf dieser Insel wohnen

Darum geht es: In den Flüchtlingslagern um Cox's Bazar in Bangladesch leben 700'000 Rohingya. Vor eineinhalb Jahren flohen sie vor der brutalen Gewalt der burmesischen Armee aus ihrer Heimat. Jetzt will die Regierung Bangladeschs bis zu 100'000 dieser Flüchtlinge auf eine unbewohnte Insel vor der Küste umsiedeln. Aber immer wieder laufen die Fristen für die Umsiedlung ab, ohne dass etwas passiert; das war auch gestern wieder so. Die Umsiedlungspläne seien ein allgegenwärtiges Thema in Bangladesch, sagt die Helvetas-Mitarbeiterin Barbara Dietrich.

Hüttensiedlung, so weit das Auge reicht, mitten drin eine grüne Baumkrone.
Legende: Rund 700'000 Rohingya leben auf wenigen Quadratkilometern in der Region von Cox's Bazar. Reuters

Grosse Ungewissheit: «Für die Flüchtlinge ist diese Situation extrem schwierig», fährt Dietrich fort. Die Menschen seien vor anderthalb Jahren Hals über Kopf geflüchtet und hätten erst vor kurzem angefangen, in Cox's Bazar etwas Fuss zu fassen. «Sie kennen langsam ihre Nachbarn und fühlen sich in ihren Zelten endlich ein bisschen zuhause.» Jetzt komme die Nachricht, dass einige von ihnen vielleicht umziehen müssten – auf eine Insel vor der Küste, von der man nicht wisse, wie sturmsicher sie sei.

Karte mit Bangladesch und Burma, eingezeichnet auch Cox's Bazar.
Legende: 700'000 Rohingya sind in die Region von Cox's Bazar geflohen. Seit anderthalb Jahren leben sie dort in Lagern. SRF

Nur Freiwillige sollen gehen: Die UNO will die umstrittene Umsiedlung der Flüchtlinge unterstützen, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind. Dazu gehört etwa, dass ihre Sicherheit von den Behörden Bangladeschs garantiert wird, dass die Betroffenen frühzeitig und umfassend über die Umzugspläne informiert werden und dass sie freiwillig auf die Insel gehen. Doch das dürfte schwierig werden. «Nur die wenigsten wollen freiwillig auf die Insel umsiedeln», sagt die Helvetas-Regionalkoordinatorin für Bangladesch.

Mann mit Kind in der Hüttensiedlung.
Legende: Viele Rohingya in Cox's Bazar haben sich endlich etwas eingelebt – jetzt sollen manche von ihnen schon wieder weiter. Reuters

Grosse Bedenken: Das Hilfswerk Helvetas werde die Umsiedlungsaktion «sicher nicht» unterstützen. Trotzdem werde die Organisation in den Lagern um Cox's Bazar tätig bleiben und die Rohingya betreuen, so Dietrich. Man sehe durchaus, dass die 700'000 Flüchtlinge dort auf sehr engem Raum hausten und es vielleicht keine schlechte Idee sei, für einige Zehntausend Menschen einen anderen Ort zum Leben zu finden. Doch eine Umsiedlung auf eine Insel – was in gewisser Weise an ein Gefängnis erinnere – «finden wir sehr problematisch».

Eine Schluff-Insel im Flussdelta

Eine Schluff-Insel im Flussdelta

Die Insel mit Namen Bhasan Char liegt im Mündungsdelta des Flusses Meghna vor der Südküste Bangladeschs, rund 80 km nordwestlich von Cox's Bazar. Die Insel entstand erst allmählich ab 2005 durch natürliche Aufschüttung respektive lehmartige Ablagerungen (sog. Schluff), die der Fluss mitgebracht hatte. Entsprechend liegt die Insel nur wenige dutzend Zentimeter über dem Meeresspiegel – bei Sturmfluten oder durch Zyklone drohen Überschwemmungen. Die Regierung Bangladeschs hat deshalb eine chinesische Baufirma damit beauftragt, die Insel mittels Deichen zu befestigen. Bereits zuvor war mit der Errichtung von angeblich sturmsicheren Unterkünften begonnen worden. Laut Medienberichten sollen die gesamten Bauarbeiten mit 280 Millionen Dollar zu Buche schlagen. (Wikipedia)

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Tädeus Fivaz  (Tädeus M. Fivaz)
    Das Land heisst seit etwaqs dreissig Jahren Myanamar und nicht mehr Burma, aber egal, wird wohl teilweise beides verwendet. Wobei dem Namen Burma noch etwas Koloniales anhängt.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Gerade um diese Ecke der Erde gibt es zahlreiche kleinste bewohnte Inseln. Jetzt kommen die reichen Schweizer, genannt Hilfswerksmitarbeiter, und konnotieren sogar schon diesen Zustand negativ und "geben Auskunft" dementsprechend. Ja hallo, von diesen müssten unsere Steuergelder aber schleunigst entzogen werden.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    «Aber wenn ich Sie richtig verstehe, dann wollen die Wenigsten freiwillig.» «Ja, das denke ich. Das wird schwierig. Also ich weiss es nicht, das muss man schauen, aber ich glaube, die Wenigsten möchten freiwillig auf diese Insel.» Na das nenne ich mal eine seriös analysierte Expertenmeinung, nein, keineswegs suggestiv... Gar nöd... Sehr typisch für Hilfswerke: sie wissen nicht, aber ist schon so, irgendetwas, was gerade unbequem und gefährlich sein muss, damit die Leute ihre Hilfe brauchen…
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    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Da bin ich anderer Meinung. Es ist gut , dass es Hilfswerke gibt, die sich um die rechtslosen Menschen kümmern. Sie haben Anrecht auf ein Stück Erde zum Leben, keiner will sie, aber sie jetzt auf ein Insel abzuschieben
      gleicht einem Gefängnis. Wovon sollen sie leben ?
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