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Das Coronavirus hat Italien fest im Griff
Aus Tagesschau vom 23.02.2020.
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Schnelle Ausbreitung Coronavirus fordert offenbar viertes Todesopfer in Italien

Die Zahl der Infizierten steigt weiter. Die meisten Fälle gibt es in der Lombardei. Aber auch andere Regionen sind betroffen.

Wie viele Tote gibt es bisher in Italien? Bis Samstag verstarben ein 78-jähriger Mann und eine 77-jährige Frau. Am Sonntag ist in Cremona in der Lombardei eine weitere Frau dem Coronavirus erlegen, wie der lombardische Sozialminister Giulio Gallera mitteilte. Es handelt sich um eine 68-jährige, krebskranke Frau. Am Montagmorgen vermeldeten dann italienische Medien, dass eine vierte Person gestorben sei.

Was sind die neuesten Zahlen? Es sind nach offiziellen Angaben bisher über 150 Personen positiv auf das Virus getestet worden. Bis auf drei Infektionen wurden alle seit Donnerstag gemeldet. Von den Infizierten lägen Dutzende auf Intensivstationen, hiess es weiter.

Welche Regionen sind betroffen? Die meisten Infizierten gibt es in der Lombardei. Unter ihnen befindet sich ein 17-Jähriger aus Sondrio, nahe der Schweizer Grenze. Weitere Infizierte meldeten die Regionen Venetien, Emilia-Romagna, Piemont und Latium.

Was sind die konkreten Massnahmen in Italien? Angesichts des Ausbruchs des Sars-Co-Virus-2 hat die italienische Regierung als Notfallmassnahme die Abriegelung mehrerer Gemeinden im Norden des Landes angeordnet. Betroffen sind elf Städte in Gebieten, in denen sich das neuartige Virus rasant ausgebreitet hat. Dazu gehören zehn Gemeinden in der Provinz Lodi in der Lombardei, rund 60 Kilometer südöstlich der Metropole Mailand: Codogno, Castiglione d’Adda, Casalpusterlengo, Fombio, Maleo, Somaglia, Bertonico, Terranova dei Passerini, Castelgerundo und San Fiorano. In den abgeriegelten Gemeinden leben insgesamt rund 50'000 Einwohner.

Die elfte Gemeinde ist die Stadt Vo in der Provinz Padua in Venetien mit rund 3000 Einwohnern. In vielen Städten und Gemeinden in Norditalien wurden Schulen und ein Grossteil der Geschäfte – etwa Bars, Pubs und Diskotheken, aber auch Museen, Kinos und Theater – vorübergehend geschlossen. Offen bleiben Lebensmittelläden und Apotheken. Grossveranstaltungen wie Gottesdienste, Fussballspiele und Karnevalsfeste wurden abgesagt oder beendet, wie zum Beispiel der Karneval in Venedig, der in der Nacht frühzeitig zu Ende ging. Auch die Mailänder Scala hat bis auf Weiteres alle Aufführungen gestrichen.

Was bedeutet die Abriegelung für die Gemeinden? Das Betreten oder Verlassen der betroffenen Ortschaften ist verboten. Ziel ist es, Menschenansammlungen, an denen sich das Virus leicht weiterverbreiten könnte, zu vermeiden. Die wirtschaftlichen Folgen für die beiden Regionen Lombardei und Venetien ist noch nicht bezifferbar. Zunächst sollten Sicherheitskräfte die Regionen abriegeln, erklärte Ministerpräsident Giuseppe Conte. «Wenn nötig, werden es auch die Streitkräfte sein.» Wer versuche, die Absperrungen zu umgehen, dem drohe «strafrechtliche Verfolgung».

Wie reagiert die Schweiz auf die Situation in Italien? Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ergreift trotz steigender Zahl an Coronavirus-Erkrankten im Nachbarland bislang keine weiteren Massnahmen. Die Schweizer Behörden würden die Situation aber weiterhin «genau» beobachten.

Die ganze Angelegenheit ist grösser als es anfänglich schien.
Autor: Giorgio MerlaniKantonsarzt Tessin

Besonders im an Italien angrenzenden Tessin steigt jedoch die Sorge. Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani erklärte: «Die ganze Angelegenheit ist grösser, als es anfänglich schien.» Personen mit Grippesymptomen werden isoliert und getestet, selbst wenn sie keine bekannten Verbindungen nach China oder zu Infizierten gehabt haben. Merlani ruft dazu auf, im Falle von Beschwerden, sich nicht persönlich zu den Gesundheitseinrichtungen wie Spitäler zu begeben, sondern sich per Telefon mit dem Hausarzt oder der Notzentrale in Verbindung zu setzen.

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Das BAG sieht keinen Anlass, die bisherige Praxis zu ändern
Aus News-Clip vom 22.02.2020.
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SRF 4 News, 23.2.2020, 15:00 Uhr;agenturen/schm;blur

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Und auch bei dieser Epidemie, werden Pharma-Lobby und Co profitieren. Die Grenzen werden nicht geschlossen, da es um Geld, viel Profit geht und damit bei einer Grenzschliessung um wirtschaftliche Verluste....das hat Vorrang!
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Die Erklärung die Infizierten hätten mit China wenig zu tun ist zu einfach, den gerade die Bekleidungsindustrie in Norditalien beschäftigt hunderte von Chinesen als Näherinnen!
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    1. Antwort von Verena Schär  (Nachdenklich)
      Auch die beliebten Märkte wie Ponte Tresa, Luino und viele mehr in Norditalien werden von vielen, in Italien ansässigen Chinesen bedient.
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  • Kommentar von Berna Zürich  (hamye.imeri@icloud.com)
    Was soll man dazu sagen einfach schrecklich dieser Virus, ich hoffe nur das die Schweiz die Grenze sperrt, es tönt vielleicht egoistisch aber wir müssen auch mal an unsere Gesundheit denken und an unsere Kinder. Dieser ”Virusträger“ aus Italien sollte zur Rechenschaft gezogen werden, wie kann man so unverantwortlich sein diesen Virus in sich zu tragen und dann unzählige Menschen anstecken unfassbar.
    Mir tat die 27-jährige Frau sehr leid sie hatte ihr ganzes Leben vor sich und musste sterben.
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    1. Antwort von Pierre De Laval  (Petros74)
      Äh welche 27 jährige Frau? In Italien starben gemäss SRF ein 78 jähriger Mann und eine 77 und 68 jährige Frau - aber natürlich haben Sie Recht - jedes Leben ist kostbar- und ich schliesse mit Ihnen ( vorerst) die Grenzen. Öffnen werden wir sie später eh wieder...
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