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Schulen in Afghanistan Taliban stellen Schulunterricht für Mädchen in Aussicht

  • Die Taliban stellen für Mädchen ab der siebten Klasse eine Wiedereröffnung der Schulen in Aussicht.
  • Dies hat Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid an einer Medienkonferenz in Kabul angekündigt.
  • Auch für Frauen an Universitäten gelten neue Regeln.
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Aus dem Archiv: Der ethnische Nationalismus der Taliban
06:34 min, aus Echo der Zeit vom 18.09.2021.
abspielen. Laufzeit 06:34 Minuten.

Seit der Machtübernahme der Taliban Mitte August dürfen Mädchen ab der siebten Klasse den Schulunterricht nicht mehr besuchen. Dies soll sich nun ändern:

Das Bildungsministerium arbeite an einem neuen Verfahren, um es Schülerinnen zu erlauben, ihre Ausbildung fortzusetzen, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid in Kabul. Die künftigen Regeln hätten zum Ziel, das Bildungsumfeld der Mädchen und Frauen sowie deren täglichen Weg zum Unterricht abzusichern.

Keine Frauen in erweiterter Übergangsregierung

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Die Taliban haben am Dienstag rund fünf Wochen nach der Machtübernahme neue Mitglieder ihrer Übergangsregierung vorgestellt – Frauen sind weiterhin keine dabei.

Per Dekret seien 17 weitere Personen ins Kabinett berufen worden, sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid. Bei der Auswahl sei vor allem auf die professionelle Eignung geachtet worden. Mudschahid rief dazu auf, die Taliban-Regierung anzuerkennen. Denn es sei die Pflicht der internationalen Gemeinschaft, mit der neuen afghanischen Regierung diplomatische Beziehungen aufzunehmen.

Bereits vor zwei Wochen hatten die Taliban rund 30 Regierungsmitglieder vorgestellt, darunter keine Frau und niemand aus einer anderen politischen Gruppierung. Die EU hatte daraufhin eine sogenannte inklusive Regierung gefordert, der nicht nur Taliban angehören – als Bedingung für ein weiteres Engagement wie etwa Entwicklungshilfezahlungen.

Über den genauen Zeitpunkt sagte Mudschahid jedoch nichts: «Wir können kein Datum nennen, aber diese Angelegenheit wird in der nahen Zukunft gelöst werden, so Gott will.» Doch die Regierung hoffe, sich so bald wie möglich dieser «wichtigen Angelegenheit» widmen zu können.

Wiedereröffnung der Schulen für Jungen, neue Regeln für Studentinnen

Vergangene Woche hatten die Taliban weiterführende Schulen aufgerufen, für Jungen wieder zu öffnen. Alle öffentlichen, privaten und offiziellen religiösen Schulen sowie andere Bildungseinrichtungen im Land sollten den Schulbetrieb wieder aufnehmen. Doch Schülerinnen waren in der Erklärung nicht erwähnt worden.

Hingegen dürfen Frauen an den Universitäten ihre Ausbildung fortsetzen – allerdings verschleiert und in von Männern getrennten Klassen. Zuvor wurden Studentinnen und Studenten ohne Kleidungsvorschriften in gemeinsamen Klassen unterrichtet. Die neuen Regeln stiessen im Land auf grosse Kritik.

Echo der Zeit, 18.09.2021, 18:00 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Langsam dämmert es wohl den Taliban, dass sie sich total ins Abseits befördern mit ihrer Haltung, dass Mädchen von den Schulen ausgeschlossen werden sollen. Aber es gibt positive Anzeichen, dass sich langsam etwas ändert in der Denkweise der Taliban. Es ist zu hoffen, dass es so weiter geht.
  • Kommentar von Christa Wüstner  (Saleve2)
    Als ich heute Morgen las, die Taliban wollen vor der UNO sprechen, war mir klar, solange
    sie am Aufbau ihres Staates sind, werden sie nachgeben.sie wollen Anerkennung..
    Hier sollte gut überlegt werden, welche Chancen es damit gibt um auf sie
    einzuwirken.
  • Kommentar von Vinzenz Böttcher  (AfroKaiser)
    Als würde sich da irgendwas zum Guten entwickeln.