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US-Ansprüche auf Grönland Wie sich die Grönländerinnen und Grönländer gegen Trump wehren

US-Präsident Donald Trump ist zwar teilweise von seinen Drohungen abgerückt, und doch: Der Streit um Grönland hinterlässt bei der grönländischen Bevölkerung Spuren. SRF-Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann erklärt, wie sich die Menschen vor Ort gegen die Drohungen aus den USA wehren.

Bruno Kaufmann

Nordeuropa-Korrespondent

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Bruno Kaufmann berichtet seit 1990 regelmässig für SRF über den Norden Europas, von Grönland bis Litauen. Zudem wirkt er als globaler Demokratie-Korrespondent beim internationalen Dienst der SRG mit.

Inwiefern kennt sich Trump mit Grönland und der Lebensrealität vor Ort aus?

Donald Trump hat gezeigt, dass er wirklich nichts weiss über Grönland. Er sagt zwar, er schätze die Grönländer sehr, sagt aber auch: Grönland sei nur ein Stück Eis. Trump hat keine Ahnung, wie die Menschen in Grönland leben, was ihre Stärken sind und dass die Grönländer eigentlich schon seit vielen Jahren bereit sind, mit den US-Amerikanern zusammenzuarbeiten. Es gibt eigentlich ein Interesse, nähere Beziehungen aufzubauen. Mit Trumps wildem Ritt in den letzten Monaten ist aber viel Geschirr zerbrochen.

Wie muss man sich das Leben in Grönland vorstellen?

Das Land ist sehr gross. Ganz im Norden in Thule lässt die Polarnacht mehrere Monate kein Licht zu. Im Sommer hingegen scheint die Mitternachtssonne während Monaten 24 Stunden lang. Das Leben im Norden ist also ganz anders als im Süden, wo Landwirtschaft existiert, wo man letztlich den Begriff «Grönland», also das grüne Land, gebildet hat. Im Süden gibt es auch Wälder und grüne Wiesen. Dort, wo die meisten Menschen leben, gefriert das Eis im Winter nicht. Dort kann man mit den Schiffen raus und fischen, während die Jäger und Fischer im Norden aufs Eis hinausgehen, um zu fischen oder Wale und Robben zu fangen. Das Leben gestaltet sich sehr unterschiedlich, je nachdem, wo man sich befindet.

Wie prägen die klimatischen Bedingungen die Menschen vor Ort?

Typisch für Grönland ist, dass man hier nicht einfach herumreisen kann. Man muss damit rechnen, dass man wochenlang irgendwo auf einem Helikopterlandeplatz oder in einem Hafen festsitzt, wenn das Wetter nicht gut ist. Die Menschen sind es also gewohnt, nicht ständig unterwegs und mit anderen in Kontakt zu sein. Man ist auf sich allein gestellt. Es gibt Leute, die im Winter einfach den ganzen Tag aus dem Fenster schauen, es ruhig nehmen und sagen: Es kommt dann schon wieder einmal der Frühling.

Von Thule im Norden bis Nuuk im Südwesten Grönlands

Wie gehen die Menschen mit der plötzlichen Aufregung rund um ihr Land um?

Viele Menschen haben versucht, die Weltpolitik gar nicht zu beachten, weil sie auch das Gefühl haben, sie hätten überhaupt nichts zu sagen. Viele Grönländerinnen und Grönländer sprechen kein Englisch und verstehen die Meldungen aus Washington gar nicht. Aber es gibt natürlich auch eine jüngere Generation, die in den grösseren Orten lebt und jede Meldung verfolgt hat. Kurz gesagt: Für die Grönländer war das ein unglaublicher Stresstest. Es ist ein Druck, den sie so noch nie erlebt haben. Und das hat natürlich vielen auf die Psyche geschlagen.

Der Widerstand zeigt sich in vielerlei Hinsicht

Wie leisten die Menschen in Grönland Widerstand?

Das wichtigste Zeichen sind die Proteste in den letzten anderthalb Jahren, die es sonst in Grönland so noch nie gegeben hat. Dass Tausende Menschen zusammenkamen, um zu markieren: «Wir lassen uns nicht kaufen, wir wollen selber bestimmen.» In der letzten Woche hat die grönländische Regierung zudem das vollständige Recht über die eigene Flagge erhalten. Ein Eingeständnis von Dänemark, dass Grönland mehr selbst bestimmen soll. Die Flagge ist mittlerweile omnipräsent und ist auch zum Symbol der Selbstbestimmung geworden.

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SRF 4 News, 22.01.2026, 16:52 Uhr ; 

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