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Legende: Video Demos in Caracas: Pro und contra Regimewechsel. (unkomm.) abspielen. Laufzeit 01:14 Minuten.
Aus News-Clip vom 07.04.2019.
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Über 300 Demos in Venezuela «Wasser weg, Strom weg, jetzt muss Maduro weg»

  • Die von Venezuelas selbst ernanntem Interimspräsidenten Juan Guaidó organisierten Proteste nehmen Fahrt auf.
  • Mit Demos in über 300 Städten hat Venezuelas Opposition gegen die anhaltenden Stromausfälle protestiert und den Druck auf Staatschef Nicolás Maduro erhöht.

Der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó stellte die Demonstrationen in 358 Städten des Landes als Beginn der «Operation Freiheit» vor, die den sozialistischen Staatschef Nicolás Maduro zum Rücktritt drängen soll.

Juan Guaido zum Beginn der Operation Freiheit

«Wir fordern nicht nur Wasser und Licht, sondern auch Demokratie und Zukunft», sagte Guaidó auf der Hauptkundgebung in Caracas. «Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, wir dürfen es nicht hinnehmen. Wir lassen es nicht zu, dass diese Gauner weiter unser Land in der Hand haben.»

«Wasser weg, Strom weg, jetzt muss Maduro weg»

Sein sozialistischer Gegenspieler Maduro halte sich nur mit Hilfe der bewaffneten paramilitärischen Gruppen an der Macht und müsse zurücktreten, forderte der Oppositionsführer. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung seien für einen Regierungswechsel.

Die Krise des Landes habe sich in den vergangenen Monaten verschärft und dies könnten sie nicht mehr hinnehmen, sagten Teilnehmer der Kundgebung. «Das Wasser ist weg, der Strom ist weg, jetzt muss auch Maduro weg», skandierte die Menge.

Kritik an Kuba

Guaidó beschuldigte die kubanische Regierung, Maduro mit Hilfe des venezolanischen Militärs zu protegieren. Kuba werde in Zukunft kein Erdöl mehr aus Venezuela bekommen.

In der nächsten Woche sollen seine Anhänger in noch grösserer Zahl auf die Strassen zu strömen, appellierte er. Der Oppositionschef kündigte zudem eine internationale Konferenz in Venezuela an, um Wege aus der politischen und sozialen Krise zu weisen, die das Land seit mehr als zwei Monaten lähmt. Einen genauen Termin für dieses Treffen nannte Guaidó nicht.

Oppositionelle festgenommen

Zwei Abgeordnete der Opposition wurden bei einer Kundgebung in Maracaibo nach eigenen Angaben vorübergehend festgenommen. Bei Zusammenstössen mit der Polizei seien in der Küstenstadt rund 30 Demonstranten verletzt worden, berichtet die Zeitung «El Nacional». Zwei Journalisten des Senders VPItv seien von Nationalgardisten geschlagen worden, teilte die Journalistengewerkschaft SNTP über Twitter mit.

In der Hauptstadt Caracas versuchte die Regierung nach Angaben Guaidós, die zentrale Kundgebung zu stören, indem Sicherheitskräfte vier Lastwagen mit der Soundanlage für seine Ansprache beschlagnahmten.

Verfassungsgebende Versammlung verspottet

Guaidó verspottete die von den regierenden Sozialisten kontrollierte Verfassungsgebende Versammlung, nachdem diese am Dienstag seine parlamentarische Immunität aufgehoben hatte: «Als ob wir unseren Kampf vor zwölf Jahren in der Studentenbewegung mit Immunität begonnen hätten», sagte er vor seinen Anhängern.

Gegen den Präsidenten des von der Opposition kontrollierten Parlaments laufen zwei Ermittlungsverfahren wegen Amtsanmassung und Sabotage. Ohne Immunität könnte er verhaftet werden. Zuletzt war ihm bereits die Ausübung politischer Ämter für 15 Jahre untersagt worden.

Aufruf der Sozialisten

Die sozialistische Regierungspartei PSUV rief ihre Anhänger ebenfalls zu einer Demonstration vor dem Präsidentenpalast Miraflores in Caracas auf, um Maduro zu unterstützen und «gegen den Imperialismus» zu protestieren.

Der Staatschef sieht sich als Opfer einer internationalen Verschwörung unter Führung der USA.

Legende: Video Aus dem Archiv: Schweiz soll US-Interessen in Venezuela vertreten abspielen. Laufzeit 07:32 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.04.2019.
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6 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Lange haben sich weite Teile Venezuelas über den Inhalt von Télenovelas ausgelassen. Nun werden sie gezwungen sich mit der Wirklichkeit zu beschäftigen. Aber bereits morgen oder übermorgen scheint dann wieder die Sonne und es ist warm und das Cérveza kühl, nimmt das Leben wieder seinen gewohnten lauf unter der brütend heissen Tropensonne.
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    1. Antwort von Haller Hans  (H.Haller)
      Dazu würde es wohl so sein, dass man zum Kühlen Strom hätte. Nur damit kann man offensichtlich nicht rechnen. Kann, aus eigener Erfahrung sprechen, ist gar nicht so einfach. Keinen Strom haben bedeutet, keinen Kühlschrank, sogar auch kein Wasser, keine AirCondition, kein Licht, kein InterNet, kein Telephon, kein TV, kein Benzin an Tanksäulen und so weiter. Eine Weile lang ist da ja lustig und wegsteckbar, aber eben nur eine Weile lang. So ist halt der real existierende Sozialismus.
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  • Kommentar von Ursula Keller  (Note)
    Der Stammtisch scheint für Runde Zwei wieder eröffnet zu sein. Die USA operiert in Südamerika (und auch anderswo) seit Jahrzehnten mit dem Euphemismus "operation freedom". Es ist doch wirklich nicht mehr soo ein Geheimnis was das bedeutet.
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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Ich kenne einige Busfahrer.Alle mit Berufsabschluss,zuverlässig und gute Kumpels.
    Keiner würde sich zutrauen,einen Staat wie Venezuela zu leiten.Vermutlich war
    Maduro schon ein mieser Busfahrer.
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