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USA suchen die Annäherung
Aus HeuteMorgen vom 06.09.2019.
abspielen. Laufzeit 01:49 Minuten.
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USA wollen mit Houthis reden Folgt nun die Wende im Jemenkrieg?

Zuerst waren es Gerüchte, nun haben es die USA bestätigt: Man wolle zusammen mit den Houthi-Rebellen eine Lösung finden.

Erst war es nur ein Gerücht, am Donnerstagabend bestätigte Trumps Staatssekretär für den Nahen Osten, David Schenker, dass die USA das Gespräch mit den Houthi-Rebellen anstreben. Es gehe darum, eine akzeptable Lösung zu finden, um den Konflikt zu beenden, sagte Schenker.

Nach bald fünf Jahren Krieg ist das ärmste arabische Land vollkommen zerrüttet und am Rand der Hungersnot. Die Regierung Trump unterstützt Saudi-Arabien mit modernsten Waffen und Logistik. Nach saudischer Lesart sind die Houthis aus dem jemenitischen Norden nur Umstürzler. Die Saudis kämpfen mit dem Ziel, die Rebellen aus der Hauptstadt Sanaa und den umliegenden Provinzen zurückzudrängen, um die sauditreue jemenitische Regierung dort wiedereinzusetzen.

Zerstörte Häuser.
Legende: Mehrere Zehntausend sind im Krieg bereits ums Leben gekommen. Keystone

Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien blieben bisher schon in den Anfängen stecken. Dass die USA nun auf die Houthi direkt zugehen, den Feind der Saudis, wird indirekt auch von den Houthis bestätigt.

Unklare Taktik der USA

Über die Gründe wird spekuliert. Die regionalen Spannungen mit Iran könnten eine Rolle spielen. Die Konfrontation mit den Saudis hat die Houthis im Lauf des Kriegs immer stärker in die Arme Irans getrieben, des grossen Rivalen der saudischen Führung. Trump aber versucht im Gegenteil, Iran im Atomstreit möglichst zu isolieren.

Gleichzeitig haben die Meldungen über zivile Opfer des Luftkriegs und die Bilder von hungernden Kleinkindern auch in den USA bis hinein in Trumps eigene Partei zu heftiger Kritik am Jemenkrieg geführt.

Klappt es beim zweiten Mal?

Vor allem aber ist die saudisch geführte Front gegen die Houthis von einem militärischen Erfolg weit entfernt, innere Konflikte schwächen sie sogar zunehmend.

Vor vier Jahren, unter Trumps Vorgänger Barack Obama, hatten die USA schon einmal einen Anlauf zum Gespräch mit den Houthis genommen. Es verlief schnell im Sand. Heute ist die Situation in Jemen ungleich dramatischer. Ob das die Erfolgsaussichten eines Dialogs tatsächlich verbessert, bleibt abzuwarten.

Grafik Steckbrief Jemen
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6 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    Die Strategie stimmt. Nur wenn man der ganzen Welt zeigt, dass man mit Rebellen +Totschlägern nicht sprechen kann, werden es auch die GutMenschen glauben!
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  • Kommentar von Simon Weber  (Weberson)
    Aha, es scheint man hat nun genug Waffen über Saudi Arabien und den Emiraten in der Region verkauft und das Ganze wird auch immer dünnwandiger seit der Ausuferung im Falle Kashoggis. Jetzt kommen die Gespräche. Natürlich auch geeignet um dem Iran noch eines auszuwischen. Die Waffenverkäufer haben einmal mehr alles richtig gemacht und die Aktionäre einmal mehr profitiert!
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  • Kommentar von Martin Meier  (M.Meier)
    Die USA. Zuerst immer die harten Jungs mimen, und dann doch mit allen, inkl. Terroristen (Taliban) reden und verhandeln. Sowas von unglaubwürdig.
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    1. Antwort von Beat Kessler  (KLERUS)
      @Meier: Mit harten Jungs hat es nichts zu tun. Die Strategie aber, einen Gegner mittels Krieg, an den Verhandlungstisch zu zwingen. Ist leider zur Zeit eine gängige und in der Geschichte eine viel dokumentierte Praxis. Diese Strategie kann eine Lösung herbei führen, diese Lösung wird aber nur mit diplomatischen Mitteln erreicht. Und dass braucht ausschliesslich den Willen, aller Parteien, eine friedliche und akzeptable Lösung herbei führen zu wollen! Mit freundlichen Grüßen
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    2. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      Von Clausewitz schrieb bereits im 19 Jahrhundert, dass "Krieg die Fortsetzung der Diplomatie mit anderen Mitteln" ist.
      Man kann damit einverstanden sein oder auch nicht. Es wird aber nach wie vor, so gehandhabt. Genau wie B. Kessler es schon schrieb.
      Was unglaubwürdig ist, Verhandlungen zu führen, die eine der betroffenen Seite aussen vor lässt und/oder Bedingungen enthält, die von vorne herein zum scheitern verurteilt sind (zB kein Hort für Terroristen werden).
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    3. Antwort von Urs Stotz  (Urs Stotz)
      Ja, das war wie Sie schreiben Herr Koch ein Text von Clausewitz aus dem 19 Jahrhundert. Nur hat nach dem Schrecken des Zweiten Weltkriegs mit den über 60 Millionen Toten, jedes Land die UNO Charta mit dem strikten Gewaltverbot unterschrieben. Jetzt wirft man Bomben für den Frieden und um die Demokratie zu verteidigen ab. Dieses Völkerrechtsverbrechen werden nicht öffentlich angeprangert, viel mehr werden die verfolgt, die das aufdecken, wie ein Julian Assange.
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