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Präsident Ghani will kein weiteres Blutvergiessen
Aus Tagesschau vom 14.08.2021.
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Weiter auf dem Vormarsch Die Taliban rücken immer näher an Kabul heran

  • In Afghanistan setzen die radikal-islamischen Taliban ihre Offensive fort. Nachrichtenagenturen berichten von Gefechten rund 35 Kilometer ausserhalb von Kabul.
  • Zudem konnten die Islamisten die mittlerweile neunzehnte der 34 Provinzhauptstädte des Landes übernehmen.
  • Der afghanische Präsident Aschraf Ghani sagte in einer kurzen TV-Ansprache, er wolle nicht, dass weiter das Blut unschuldiger Menschen vergossen werde.

Die militant-islamistischen Taliban setzen ihren Vormarsch in Afghanistan fort und rücken dabei immer näher an die Hauptstadt Kabul heran. Am Samstagmorgen habe es Gefechte um Maidan Schar gegeben, Hauptstadt der rund 35 Kilometer von Kabul gelegenen Provinz Maidan Wardak, sagte die Abgeordnete Hamida Akbari der Deutschen Presse-Agentur DPA. Die Taliban beherrschten bereits einen Grossteil der Bezirke in der Provinz.

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Archiv: Schweiz stoppt Rückführungen nach Afghanistan
Aus Tagesschau vom 13.08.2021.
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Landesweit setzten sich die Kämpfe zwischen den Taliban und Regierungstruppen in mindestens fünf Provinzen fort. Auch Masar-i-Scharif, wo die Bundeswehr noch bis Juni ihr Hauptquartier hatte, ist ein klares Ziel der Islamisten. Die Taliban versuchten am Samstagmorgen, in die Stadt im Norden einzudringen, konnten aber nach Angaben örtlicher Politiker zurückgedrängt werden. Der Ex-Provinzgouverneur Mohammad Atta Nur und der ehemalige Kriegsfürst Abdul Raschid Dostum haben in der Provinz Balch, in der Masar-i-Scharif liegt, eine Verteidigungslinie aufgebaut. Die Taliban haben umliegende Provinzen bereits eingenommen.

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FOKUS vom 13.8.2021: In Afghanistan sind Taliban weiter auf dem Vormarsch
Aus 10 vor 10 vom 13.08.2021.
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Am Samstag konnten die Islamisten zudem die mittlerweile neunzehnte der 34 Provinzhauptstädte des Landes übernehmen. Scharana mit seinen geschätzt 66'000 Einwohnern in der Provinz Paktika im Südosten des Landes sei nach Vermittlung Ältester kampflos an die Taliban gegangen, bestätigten drei lokale Behördenvertreter. Im Osten wurden Kämpfe um die Provinzhauptstädte von Paktia und Kunar gemeldet.

Präsident Ghani meldet sich im Fernsehen zu Wort

Diese Woche fielen mit Herat und Kandahar bereits die dritt- und die zweitgrösste Stadt des Landes an die Islamisten. Der afghanische Präsident Aschraf Ghani sagte in einer kurzen TV-Ansprache am Samstag, er wolle nicht, dass weiter das Blut unschuldiger Menschen in Afghanistan vergossen werde. Er habe Konsultationen mit politischen Führern des Landes und internationalen Partnern abgehalten und wolle die Ergebnisse seinen Landsleuten «bald» mitteilen.

SRF4 News, 14.08.2021, 13:30 Uhr;

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Erich Deiss  (Erich Deiss)
    Mit US-Waffengewalt lässt sich die westliche Kultur offensichtlich nirgends erzwingen. Auf diese Erkenntnis hätten die US-Generäle schon nach dem kläglichen Scheitern des Vietnamkriegs kommen können.
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      @ Herr Deiss: der Vergleich mit Vietnam hinkt. Den die Kommunisten im nördlichen Vietnam waren Einheimische, die Taliban hingegen zum grössten Teil Ausländer, z.B. Pakistan. Auch hat die Taliban mit Saudi-Arabien, Pakistan, Russland, China, usw. deutlich mehr Unterstützung als die Nordvietnamesen mit China.
    2. Antwort von Karl Frank  (Europäer)
      @Alex Volkart Afghanistan ist von Briten abgetrennter Teil Pakistan. Als viele Pakistani und vor allem Taliban füllen sich in Afghanistan wie zu Hause und viele Völkergruppen unterstützen Taliban. Hören Sie auf wieder gleichen Theorien wie amerikanische aufstellen, dass Taliban ohne Unterstützung wird sich nicht halten. Schon China unterstützt Taliban
  • Kommentar von Margot Helmers  (Margot Helmers)
    Der frühere Nato-General Hans-Lothar Domröse sagte, der Westen habe in Afghanistan 350’000 Sicherheitskräfte ausgebildet, recht gut ausgerüstet. Da fliegen mehr Hubschrauber bei denen als bei der Bundeswehr. Also, sie haben sie nicht eingesetzt, und warum nicht? Es mangele an Kampfmoral und Loyalität, sagte Domröse. Den Soldaten «fehlt das Wofür». Er plädiert für ein Überdenken des Vorgehens bei Militärengagements ausserhalb Europas.
  • Kommentar von Anna Gunkel  (Raphaela)
    Das was jetzt passiert war absehbar. Die modernen Waffen, mit denen die afghanische Armee ausgerüstet wurde, werden den Taliban gute Dienste dabei leisten, wenn diese in ihre Hände geraten.
    Alle Helfer der ausländischen Mächte sind auf der Flucht. Sie wissen genau was Ihnen blüht. Und dass sie nicht alle sofort beimAbzug der Truppen mit ausgeflogen wurden ist eine Fahrlässigkeit, die fast schon an Ignoranz grenzt, und für die ich mich als Angehörige der EU schäme.
    1. Antwort von Janusz Kaltenbacher  (anti_sozialist)
      Waffen hat es seit über 40 Jahren mehr als genug im Land. Vor allem Handfeuerwaffen. Mit schweren Waffen können die wenigsten Taliban umgehen und nützen auch nichts in den Bergen und Wüsten. Das war schon bei den Mujaheddin so. Entscheidend ist die Moral und das Terrain, wo auch eine dreifache Überlegenheit der Regierungstruppen gegenüber den Taliban nichts nützt. Eine weitere Parallele zum Ende des Vietnamkriegs 1975.