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USA töten iranischen Top-General
Aus Tagesschau vom 03.01.2020.
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Zu Beginn stand das Öl Wie die USA und Iran zu Todfeinden wurden

Die Tötung von General Soleimani ist ein Tiefpunkt in der USA-Iran-Krise. Diese reicht weit ins 20. Jahrhundert zurück.

Stattliche Ölfelder in Iran: Ende der 1940er-Jahre werden in Iran in der südwestlichen Provinz Khusistan nach und nach stattliche Ölfelder erschlossen. Das «schwarze Gold», das weltweit zu einem immer wichtigeren Energieträger wird, fördern die Iraner gemeinsam mit den Engländern. Ein faires Miteinander gibt es aber nicht, denn die steigenden Gewinne wandern fast ausschliesslich nach Grossbritannien.

Menschenmenge jubelt einem Mann zu.
Legende: Mohammed Mossadegh lässt sich von seinen Anhängern feiern. (September 1951) Keystone/Archiv

Sturz von Ministerpräsident Mossadegh: Teheran lässt seine Ölindustrie im März 1951 verstaatlichen – ein Schock für London. Die Schlüsselfigur auf iranischer Seite ist Ministerpräsident Mohammed Mossadegh. Für die Iraner bedeutet die Verstaatlichung ihrer Ölindustrie die Erfüllung ihres Strebens nach nationaler Souveränität. Im August 1953 wird Mossadegh von der Armee – aber mit massgeblicher Unterstützung des US-Geheimdienstes CIA – gestürzt.

Westliche Schah-Dynastie

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Die Entwicklung des modernen Irans des 20. Jahrhunderts (Staatsname bis 1935: Persien) wurde geprägt vom autoritären, pro-westlich ausgerichteten Regime der von 1925 bis 1979 herrschenden Pahlawi-Dynastie unter Schah Reza (bis 1941) sowie seines Sohnes Mohammad Reza Pahlawi.

Restriktive Politik des Schahs: Schah Mohammed Reza verfolgte nach dem Putsch gegen Mossadegh eine zunehmend repressive Politik sowohl gegen die liberale Opposition wie auch gegen die schiitische Geistlichkeit der Mullahs. Letztere wandte sich insbesondere gegen die fortschreitende Säkularisierung und Verwestlichung, die das vom Schah-Regime vorangetriebene Modernisierungs- und Industrialisierungsprogramm (z. B. «Weisse Revolution» 1963) mit sich brachte.

Menschenmenge jubelt Mann in Auto zu.
Legende: Tausende Menschen säumen die Strassen in Teheran und jubeln Ajatollah Ruhollah Chomeini nach dessen Rückkehr aus dem Exil zu. (Februar 1979) Keystone/Archiv

Iranische Revolution: Einer, der gegen die weisse Revolution protestiert hatte, war Ajatollah Ruhollah Chomeini, welcher 1963 verhaftet wurde und 1979 triumphal aus dem Exil in Frankreich heimkehrte. Seine Rückkehr signalisierte den Sieg der Islamischen Revolution und die Ausrufung der «Islamischen Republik Iran» am 1.4. 1979. Die neue Verfassung sicherte die Machtposition der schiitischen Geistlichkeit in allen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fragen ab. In der Folge gewannen die radikal-religiösen Kräfte die Oberhand.

Nahaufnahme Mann.
Legende: Zusammen mit dem Irak und Nordkorea bilde der Iran eine «Achse des Bösen», welche den Weltfrieden bedrohen würde, so George W. Bush. Keystone

Fronten verhärten sich: Die Beziehungen zwischen Iran und den USA gelangten 2002 an einen neuen Tiefpunkt, als der damalige US-Präsident George W. Bush Iran zusammen mit Nordkorea und Irak als «Achse des Bösen» bezeichnete. Der damalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad auf der anderen Seite beschuldigte die US-Regierung vor der UNO-Vollversammlung 2010, für die Anschläge vom 11. September verantwortlich zu sein.

Iran und der Uranabbau: Bereits seit 2002 war bekannt, dass Iran zwei Nuklearanlagen betrieb. Gütesiegel wurden von den Anlagen entfernt und Iran verbot der IAEA unangemeldete Besuche. Der UNO-Sicherheitsrat beschliesst, Sanktionen gegen Iran zu verhängen. 2015 schliesslich erreichen die USA, Russland, China, Frankreich, Grossbritannien und Deutschland mit Iran ein Atomabkommen. Iran wird verpflichtet, Zentrifugen und angereichertes Uran zu reduzieren. Im Gegenzug soll die schrittweise Aufhebung internationaler Wirtschaftssanktionen erfolgen.

Nahaufnahme Mann.
Legende: Seit dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen hat der Streit zwischen den USA und dem Iran einen neuen Eskalationspunkt erreicht. Keystone

USA kündigen Atomabkommen: Die USA unter Präsident Donald Trump kündigen 2018 das Atomabkommen. Die USA verschärfen die Sanktionen gegen Iran, was vor allem die iranische Bevölkerung trifft. Im Mai 2019 erklärt Iran, wieder Uran anreichern zu wollen. Seither eskalierte die Lage schrittweise.

Ein Krieg zwischen den beiden Ländern ist nicht mehr unwahrscheinlich. Die Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani in dieser Woche hat die Lage nochmals dramatisch verschärft.

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Darum geht es genau beim Iran-Konflikt
Aus SRF News vom 04.11.2019.
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47 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Wieser  (Walt)
    Kein Wort hier das die US Botschaft 1979 von Chomeinis Leuten gestuermt und alle 52 Botschaftsangehoerigen fuer 444 Tage ins Gefaengniss geworfen wurden. Frauen und Maenner, unter schrecklichen Bedingungen. Wenn man schon mit Geschichte um sich schmeisst sollte man sehr serioes recherchieren und alle Ereignisse genau datiert erwaehnen.
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  • Kommentar von Franco Caroselli  (FrancoCaroselli)
    Bush jr meint die Achse des Bösen. Ha ha ha, wenn es um Öl geht, ist Amerika nicht geringer als das Böse. Amerika hat viel Unruhe auf der Welt gestiftet oder stiftet noch, nur um an das schwarze Gold zu kommen. Eine richtige Gier steckt dahinter, und wenn Leichen zu beklagen sind. Viele Europäer schwärmen sooo fest von diesem Land, schön, wären diese Menschen auf diesem Nordamerikanischen Kontinent ( exkl. Kanada!!!) nicht so hab gierig und brutal.
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    1. Antwort von Walter Eiselen  (W.E.)
      ...aber alles ist damit nicht erklärt. Die Amis haben mittels Fracking und den Kanadiern wieder viel mehr "eigenes" Öl. Nur ein weiterer Aspekt: Iran und Israel sind im Krieg, und ein seltsamer "Verbündeter" ist Saudi-Arabien. Die Amis brauchen das iranische Öl schon lange nicht mehr. Oder, nochmals anders: Wie schauts aus mit der Verteilung des Wassers, wenn alle Durst haben?
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    2. Antwort von Sandro Baumgartner  (Sandro Baumgartner)
      Die Golfregion ist die Tankstelle der Weltwirtschaft. Hier liegen nicht nur die größten Vorkommen, sondern auch jene, die am leichtesten und damit am kostengünstigsten zu erschließen sind.
      Der politische und militärische Zugriff auf die Golfregion ist damit nicht nur der Schlüssel zum eigenen Wohlstand, sondern auch jener, der anderen Ländern den Zutritt verweigert. Wer in unserer modernen Welt vom Öl abgeschnitten ist, der ist faktisch ausgeschlossen und fällt wirtschaftlich zurück.
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  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Toll dass SRF mal die Geschichte aufrollt bis zurück zum Kolonialismus. Das gibt ein komplett anderes Bild als es die US Propaganda malen will. Genau der CIA-unterstützte Coup gegen das säkulare Iran ist der historische Grund warum es heute eine Islamische Republik gibt im Iran.
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