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Der Unmut gegen die Corona-Massnahmen wird immer stärker
Aus Rendez-vous vom 09.04.2021.
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Abstimmung über Referendum Gegner des Covid-19-Gesetzes formieren sich

Verschiedene Gruppen wehren sich gegen das Covid-19-Gesetz, etwa die «Freunde der Verfassung» – mit einem Referendum.

Die «Freundinnen und Freunde der Verfassung» kommen patriotisch daher: Ihr Logo besteht aus lauter Schweizer Kreuzen auf rotem Grund. Ihre Homepage zeigt das Bundeshaus. Doch den Regierenden in dem Haus stehen sie äusserst kritisch gegenüber. Michael Bubendorf ist ihr Sprecher.

Er erklärt, weshalb die Verfassungsfreunde das Referendum gegen das Covid-19-Gesetz ergriffen haben: «Wir wollen eine Debatte darüber, ob die Massnahmen der Regierung verhältnismässig sind. Diese Debatte wird geführt. Das sind Fortschritte, die wir auf das Referendum zurückführen.»

SVP beschliesst Stimmfreigabe

Bubendorf, ein Familienvater und Unternehmer aus der Region Basel, erzählt, dass er sich in der Vergangenheit nicht politisch engagiert habe. Doch weil er sich durch die etablierten Parteien nicht repräsentiert fühlte, wurde er nun aktiv. Denn wer Ja sage zum Gesetz, sage Ja zur Corona-Politik des Bundesrats: «Wir möchten, dass die Massnahmen überprüft werden.»

Denn dies sei bisher nicht geschehen. Die Freunde der Verfassung sehen sich in der Rolle des David im Kampf gegen Goliath – denn keine der Bundesratsparteien unterstützt das Referendum.

Insgesamt sehen wir, dass die Selbstverantwortung und die Freiheit einen schweren Stand haben.
Autor: Michael BubendorfSprecher der «Freunde der Verfassung»

Nicht einmal die SVP, sie hat Stimmfreigabe beschlossen. Das sei enttäuschend, sagt Bubendorf: «Insgesamt sehen wir, dass die Selbstverantwortung und die Freiheit einen schweren Stand haben.»

Die etablierten Parteien würden diese Werte nicht mehr hochhalten, so Bubendorf. Umso wichtiger seien die Demonstrationen gegen die Corona-Massnahmen. Dort fänden Gleichgesinnte zusammen und würden erkennen, dass sie nicht allein seien mit ihrer Haltung.

Keine Demo in Altdorf

An Kundgebungen wie jener in Liestal tauchten auch andere Unterstützer des Referendums auf. Etwa die Gruppe «Mass-voll», die erst vor wenigen Wochen gegründet wurde. Auch Co-Präsidentin Carla Wicki, Studentin in Zürich, wurde durch die Corona-Situation zum Handeln motiviert.

Unterschriften in Kartons werden weitergereicht
Legende: Mitglieder des Referendumskomitees gegen das Covid-19-Gesetz reichten am 14. Januar ihre gesammelten Unterschriften bei der Bundeskanzlei ein. Keystone

Ihre Bewegung setze sich für die Interessen der Jugend ein, die während des Coronajahres vergessen worden seien: «Unsere wichtigste, konkrete Forderung ist, dass freie und mündige Bürger wieder selbstbestimmt leben dürfen.» Die Kundgebungen seien für die Kritiker der Coronamassnahmen wichtig. So könnten sie ihre Forderungen bekannt machen.

Das Verbot ist für uns schwer zu schlucken, denn das ist unser Ventil, um wenigstens irgendwie unsere Meinung kundzutun.
Autor: Carla WickiCo-Präsidentin «Mass-voll»

Dass nun Demonstrationen verboten würden – wie etwa jene, die am Samstag in Altdorf hätte stattfinden sollen – , sei ein schwerer Schlag, sagt Wicki. «Das Verbot ist für uns schwer zu schlucken, denn das ist unser Ventil, um wenigstens irgendwie unsere Meinung kundzutun.»

Das Covid-19-Gesetz gebe dem Bundesrat zu viel Macht in die Hand. Diese Haltung vereint die verschiedenen Gruppierungen, die in den vergangenen Wochen und Monaten aus dem Nichts aufgetaucht sind. Noch sind sie schwierig zu fassen, weil sie bisher politisch nicht aktiv waren.

Kampf gegen die «Ohnmacht»

Ihr Verdienst ist, dass die Kritik an den Corona-Massnahmen des Bundes nun breiter diskutiert wird, in den Medien und der Öffentlichkeit. Bubendorf sagt, es sei wichtig, dass sie sich organisiert hätten: «Wegzukommen von dieser Ohnmacht, dieser Situation ausgeliefert zu sein, ohne etwas tun zu können – deshalb mache ich das hier auch mit Begeisterung und Freude.»

«Mass-voll» und die Freunde der Verfassung sind nur zwei der Gruppierungen, die aus dem Kampf gegen die Corona-Massnahmen entstanden sind. Am 13. Juni wird sich zeigen, wie viel politische Schlagkraft sie tatsächlich haben.

Rendez-vous, 09.04.2021, 12:30 Uhr

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31 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Ich bin auch nicht gerade Fan der Massnahmen, aber Sie sind mir doch lieber als nichts zu tun. Jedem der sich über die Massnahmen beschwert empfehle ich bessere Alternativen vorzuschlagen oder sich zurückzuhalten.
    1. Antwort von Franz Lehmann  ((DrFranz))
      Absolut Ihrer Meinung. Gewisse Personen wünschen sich wohl etwas Brasilien im eigenen Land. Vielleicht weil man so wenigstens Urlaubsgefühle hat, sofern man nicht erkrankt?
    2. Antwort von Lukas Gubser  (Mastplast)
      Was nützen denn Vorschläge wenn niemand zuhört? Dieser Zustand wird noch mindestens ein Jahr so sein wie jetzt.
    3. Antwort von thorsten Koopmann  (Koopmann)
      Korrekt, Herr Volkart! Das Referendum bringt wenig: der Bundesrat könnte dennoch per notrecht weiter lockdowns beschliessen
    4. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Leider kann ja überhaupt keine angemessene Diskussion stattfinden, wenn -auch nur geringfügig- abweichende Meinungen und Vorschläge sofort unterdrückt werden. So bleibt Kritikern nur der Rückzug in ein eigenes Biotop, was überhaupt nicht sachdienlich ist.
  • Kommentar von Rochus Schmid  (Rochus Schmid)
    Es hat nie eine Debatte stattgefunden, es gab nur „die“ richtige Meinung (mit kleinen Abweichungen). Das ist einer Demokratie unwürdig. Die Horrorprognosen die den Lockdown auslösten lagen weit daneben. Es gibt sehr wohl Alternativen die mit sehr wenig Restriktionen nicht schlechter dastehen (Schweden, Florida). Die Schäden an menschlichem Leid die die Massnahmen verursacht haben sind immens im Vergleich zum Nutzen. Die Geschichtsschreibung wird über diese Zeit nur den Kopf schütteln.
    1. Antwort von Barbara Giordano  (Barby)
      teile ihre Meinung
    2. Antwort von Jaro Bels  (Gotod)
      Schweden? Wirklich?
    3. Antwort von Franz Lehmann  ((DrFranz))
      Ich liebe das Schwedenmärchen!
    4. Antwort von Adrian Nydegger  (Adrian Nydegger)
      Ganz genau Herr Schmid. Bravo!
    5. Antwort von Anna Häfliger  (a_haef)
      Schweden kann aktuell wohl klar nicht mehr als Positivbeispiel hingestellt werden.
      https://www.swr.de/swr2/wissen/corona-in-schweden-der-sonderweg-ist-gescheitert-100.html
  • Kommentar von Wolfgang Nivard Wolfsgruber  (Nivi)
    Das Covid19 Gesetz braucht es nicht und erst recht nicht das PMT-Gesetz!
    Auch das Parlament kann entsprechende Hilfen für die Massnahmengeschädigten beschliessen. Der Bundesrat hat es bis heute verabsäumt, die Verhältnismässigkeit aber auch die Wirksamkeit der Massnahmen zu belegen, deshalb ist hier eine öffentliche Debatte dringend nötig! Meines Erachtens sind unsere Grundrechte viel höher zu werten, als das Pandemien Gesetz.
    1. Antwort von Franz Lehmann  ((DrFranz))
      Die Wirksamkeit ist längst erwiesen und offensichtlich.
    2. Antwort von Adrian Nydegger  (Adrian Nydegger)
      Sie haben völlig recht Herr Nivard!