Laut Hochrechnung haben die Argumente der Gegnerinnen und Gegner verfangen – 59.1 Prozent der Stimmberechtigten lehnen die Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen im Kanton Zürich» ab. Ein Ja zeichnet sich allerdings zum Gegenvorschlag des Kantonsrates ab. Mit gut 50 Prozent befürworten die Stimmberechtigten gemäss Hochrechnung eine Verdoppelung des Kredits für die kantonale Wohnbauförderung.
Das Problem ist offensichtlich: Bezahlbare Wohnungen sind rar. Die SP und Wohnbaugenossenschaften wollten das im Kanton Zürich mit dem sogenannten Vorkaufsrecht für Gemeinden angehen.
Legende:
Das Vorkaufsrecht für Gemeinden sei ein wirksames Instrument gegen die Wohnungsnot, fanden die Befürworterinnen und Befürworter der Initiative.
Keystone / Christian Beutler
Dieses sei ein wirksames Instrument gegen die Wohnungsnot – nicht nur in Städten, sondern auch in der Agglomeration, fanden die Befürworterinnen und Befürworter der Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen im Kanton Zürich».
Damit hätten Städte und Gemeinden Grundstücke kaufen können, bevor sie an private Investoren gehen – und so gezielt günstigen Wohnraum schaffen können.
Gegenvorschlag wollte mehr Wohnbauförderung
FDP, Mitte, EDU und der Regierungsrat lehnen die Initiative ab. Sie sei ein massiver Eingriff ins Privateigentum und schaffe Unsicherheit bei Verkäufen. Stattdessen unterstützen sie den Gegenvorschlag.
Weitere Vorlagen im Kanton Zürich
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Höhere Prämienverbilligungen:
Der Kanton soll nicht mehr Geld für die Verbilligung der Krankenkassenprämien ausgeben. Gemäss Hochrechnung sagen 52.9 Prozent der Stimmbevölkerung Nein dazu, dass der Kanton in Zukunft gleich viel Geld einschiesst wie der Bund. Dies hätte zu Mehrkosten von 50 Millionen bis 60 Millionen Franken im Jahr geführt.
Volksinitiative«Für ein Grundrecht auf digitale Integrität»:
Die Volksinitiative will, dass im Kanton Zürich ein neues Recht auf digitale Integrität als Grundrecht in die Verfassung aufgenommen wird. Es soll die Menschen im digitalen Raum besser schützen – zum Beispiel beim Datenschutz oder bei der Sicherheit von Informationen. Ausserdem sollen staatliche Leistungen nicht nur digital, sondern weiterhin auch auf Papier vorhanden sein oder persönlich bezogen werden können. Auch der Gegenvorschlag des Kantonsrates will den Schutz im digitalen Raum in die Verfassung aufnehmen, beschränkt sich jedoch auf die wichtigsten Punkte und lässt dem Gesetzgeber mehr Spielraum bei der Umsetzung. Das Stimmvolk will gemäss Hochrechnung aber von beiden Vorlagen nichts wissen.
Strassengesetz (Mobilitätsinitiative):Das Ziel der sogenannten Mobilitätsinitiative war es, dass die Städte Zürich und Winterthur künftig kein Mitspracherecht mehr haben, wenn es um Tempo-30-Zonen auf Hauptstrassen geht. Die Initiative forderte konkret, dass in Zukunft ausschliesslich der Kanton und nicht mehr die Städte über die Einführung von Tempo 30 auf Strassen mit überkommunaler Bedeutung entscheidet. Dieses Ziel befürworten die Stimmberechtigten gemäss Hochrechnung. Der Hintergrund: Der Zürcher Regierungsrat und eine Mehrheit im Zürcher Kantonsparlament stören sich an der Vielzahl von Tempo-30-Projekten in Zürich und Winterthur.
Mit dem Gegenvorschlag soll die Wohnbauförderung verdoppelt werden, von 180 Millionen auf 360 Millionen Franken. Damit könnte der Kanton mehr Wohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen und Vermögen vergünstigen. Dazu könnte es ein Ja geben.
Abstimmungsdossier
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Legende:
SRF
News und Hintergründe zu den eidgenössischen, kantonalen und kommunalen Abstimmungen vom 30. November 2025.