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Appell des Bundesrates Diese Deutschschweizer Kantone verschärfen die Corona-Massnahmen

Trotz Schutzmassnahmen bleiben die Infektionszahlen in der Schweiz hoch und sinken zu langsam. Entsprechend besorgt zeigt sich der Bundesrat. «Wir erwarten von gewissen Kantonen strengere Massnahmen», betonte Gesundheitsminister Alain Berset am Freitag an einer Medienkonferenz – und meinte damit insbesondere die Deutschschweizer Kantone im Osten und Norden des Landes, in denen die Corona-Fallzahlen wieder steigen. Einige von ihnen sind dem Appell des Bundesrates bereits gefolgt.

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Aus dem Archiv: Bundesrat ruft Kantone zum Handeln auf
Aus Tagesschau vom 04.12.2020.
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Graubünden schliesst Restaurants: Für die Festtage und die Wintersaison hat der Kanton ein Gesamtschutzkonzept mit zusätzlichen Massnahmen verabschiedet. Sämtliche Restaurants bleiben bis 17. Dezember geschlossen. Ausnahmen gelten für Lieferdienste und Take-Aways, Kantinen und Hotel-Restaurants. Treffen von mehr als zehn Personen sind verboten. In einem Pilotprojekt will Graubünden zudem in bestimmten Regionen die gesamte Bevölkerung testen. «Nichts zu tun, ist keine Option, denn dann wäre die Wintersaison gefährdet», sagt Regierungsrat Marcus Caduff.

Schaffhausen führt Zwei-Haushalte-Regel ein: Seit Sonntag müssen Take-Aways zwischen 23 und 6 Uhr schliessen. Turnhallen, Hallenbäder, Fitnesscenter und Eissportanlagen bleiben geschlossen. Ausnahmen gelten für Schulen und Profisportler. Auch Freizeitanlagen wie Casinos, Museen, Kinos und Erotikbetriebe mussten schliessen. Veranstaltungen mit mehr als 15 Personen sind verboten. Als erster Kanton hat Schaffhausen des Weiteren die Zwei-Haushalte-Regel eingeführt: Zu Hause und in Restaurants dürfen sich zehn Personen treffen, aber nur aus zwei verschiedenen Haushalten.

Thurgau führt Homeoffice-Pflicht ein: Im Thurgau wird die Sperrstunde für Restaurations-, Bar- und Clubbetriebe ausgeweitet, sie gilt neu bereits ab 22 Uhr. An privaten Veranstaltungen dürfen maximal zehn Personen aus zwei verschiedenen Haushalten teilnehmen. Das gilt auch für sportliche und kulturelle Aktivitäten im nichtprofessionellen Bereich. Zudem gilt eine Homeoffice-Pflicht, sofern es die betrieblichen Umstände zulassen. Die Massnahmen gelten ab Mittwoch bis und mit 23. Dezember.

In Zürich dürfen sich nur noch zehn Personen treffen: Restaurants, Bars und Take-Aways müssen neu um 22 Uhr schliessen. Die Personengruppen pro Tisch dürfen höchstens aus zwei Haushalten stammen. Im öffentlichen Raum gilt eine Obergrenze für Versammlungen von zehn Personen. Sonntags- und Feiertagsverkäufe sind ab 24. Dezember verboten, zudem werden Erotikbetriebe und Casinos geschlossen. Alle Verschärfungen gelten ab Donnerstag und vorerst bis 10. Januar 2021. «Erfahrungsgemäss kommt es besonders bei Menschenansammlungen zu Clusterbildungen. Darum verschärfen wir die Massnahmen in diesem Bereich», erklärt Regierungspräsidentin Silvia Steiner.

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Steiner: «Wir wollen auch persönliche Kontakte minimieren»
Aus News-Clip vom 08.12.2020.
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Basel-Stadt hält Verschärfungen länger aufrecht: Die Regierung hat die per 30. November eingeführten Corona-Massnahmen um eine Woche verlängert. Damit bleiben bis mindestens 20. Dezember Restaurants, Bars, Fitnesscenter, Casinos und weitere Freizeitbetriebe geschlossen. Für Veranstaltungen gilt weiterhin eine Obergrenze von 15 Personen.

Basel-Landschaft schliesst Freizeitbetriebe: Ab Freitag müssen Gastrobetriebe von 21 bis 6 Uhr schliessen. Veranstaltungen mit mehr als 15 Personen werden verboten und Freizeitinstitutionen werden geschlossen. Sämtliche Sportaktivitäten wie Trainings und Wettkämpfe sind mit wenigen Ausnahmen ebenfalls untersagt. Die neuen Regeln gelten bis zum 17. Januar 2021.

Solothurn führt Besuchsverbot in Altersheimen ein: Ab Freitag müssen Bars sowie Sporteinrichtungen schliessen. Nur Schüler in der obligatorischen Volksschule dürfen Hallenbäder und Turnhallen noch nutzen. Für Altersheime gilt ab Donnerstag ein generelles Besuchsverbot. In Restaurants dürfen sich maximal 50 Personen aufhalten, zwischen 21 und 6 Uhr bleiben sie geschlossen. Offen bleiben dürfen Kinos, Museen, Konzerthäuser und Theater. An Veranstaltungen dürfen nicht mehr als 15 Personen anwesend sein. Die Massnahmen gelten vorerst bis 23. Dezember.

Bisher nicht auf den Appell des Bundesrats reagiert haben die Kantone Aargau und St. Gallen. Doch auch dort scheint man eine Verschärfung der Massnahmen zu prüfen. Es sei möglich, dass am Donnerstag über weitere Verschärfungen informiert werde, sagt der Aargauer Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati. In St. Gallen klingt es ähnlich. «Wir hätten auch ohne Drohung des Bundes bald reagiert. Denn auch wir sehen die Problematik mit den steigenden Fallzahlen», betont der St. Galler Regierungsrat Bruno Damann.

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Damann: «Auch wir sehen die derzeitige Problematik»
Aus Tagesschau vom 05.12.2020.
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Heute ist das Ultimatum des Bundesrates an die Kantone ausgelaufen. In einer Medienkonferenz äusserten sich Simonetta Sommaruga und Alain Berset zur aktuellen Lage. An der Sitzung vom kommenden Freitag will der Bundesrat die nationalen Corona-Massnahmen verschärfen. Dazu unterbreitet die Landesregierung den Kantonen in einer Konsultation Vorschläge.

Tagesschau, 07.12.2020, 12:45 Uhr

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Alain Savary  (SAlain)
    Macht endlich Home Office als Pflicht (also, dass der Arbeitgeber klar "beweisen" muss, dass der Arbeitnehmer vor Ort sein muss). Verdammt, sonst gehen wir jeden Tag Arbeiten und treffen automatisch Mitarbeitende und Dritte. Bei uns im Büro sind 50% bereits ausgefallen, davon 25% mit bestätigter Covid Infektion, die anderen noch nicht nachweisbar (aber sieht danach aus). Für alle die negativ sind und doch noch vor Ort sind ist das eine Qual!! Im Homeoffice arbeiten wir auch gut!
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  • Kommentar von Susanne Lüscher  (Lol)
    Da die ganzen Massnahmen auf den Zahlen des PCR-Tests beruhen, 97% falsch positiv, da CT-Wert 40 sind sie eigentlich nichtig und der BR hat sich des Amtsmissbrauch schuldig gemacht. Wir arbeiten mit Spitäler zusammen und so dramatisch wie es geschildert wird ist es fast nirgends. Dass es allerdings nicht rosig aussieht, hat unsere Regierung zugelassen mit dem Abbau der Kapazitäten seit wir die obligatorische KK haben. Also die Menschen, die im Moment gegen allen Menschenrechte verstossen
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    1. Antwort von Albert Baumberger  (bambich)
      In Twitter würde diese Nachricht mit einem Vermerk versehen.
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    2. Antwort von Franz Lehmann  ((DrFranz))
      Ihre Behauptung ist falsch bezüglich PCR-Tests. Siehe Faktencheck auf SRF.
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  • Kommentar von Arthur Häberli  (Arthur Häberli)
    Ich stosse mich an der mantramässigen Verwendung von : "verschärfen". Als ob da was geschärft würde. Relativ harmlose Massnahmen die nun 'erweitert' oder 'ergänzt' werden, sollen nun den Schlamassel, den unsere (z.T. leicht/schwer) amateurhaft agierenden Kantonsregierungen zugelassen haben, wieder richten? Für einige Branchen ist diese Planungsunsicherheit wirklich sehr hart, ja ruinös. Statt einmal richtig Pause, lieber Pflästerli-Halblösungen, damit BR Maurer kein Geld mehr 'hergeben' muss?
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    1. Antwort von Joel Aschwanden  (Schwandi)
      Harmlose Massnahmen, die Beschränken mit wie vielen Personen ich mich treffen kann?
      Im welcher Diktatur sind sie aufgewachsen?
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    2. Antwort von Franz Lehmann  ((DrFranz))
      Aschwanden, schon mal mitbekommen was in Europa sonst so gilt?
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