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Drogenhandel im Corona-Shutdown 2020
Aus HeuteMorgen vom 10.02.2021.
abspielen. Laufzeit 02:04 Minuten.
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Drogenkonsum im Shutdown 2020 Trotz Pandemie floriert der Drogenhandel

Der Drogenhandel lässt sich nicht behindern. Auch im ersten Shutdown passierten harte Drogen die geschlossenen Grenzen.

Die Corona-Pandemie hat einiges verändert. Der Drogenhandel gehört nicht dazu. Weil die Partylokale geschlossen waren, wurden in der ersten Corona-Welle etwas weniger illegale Drogen konsumiert. Dennoch blieb der Stoff immer verfügbar. Auch punkto Reinheit und Preis änderte sich nichts.

Die Grenzen waren durchlässig.
Autor: Frank ZobelVizedirektor Sucht Schweiz

Dabei machte es auch keinen Unterschied, dass die Grenzen geschlossen waren. Heroin und Kokain etwa waren trotzdem im Umlauf.

Business as usual beim Drogenhandel

«Der Handel konnte zu unserem Erstaunen weiterhin wie gewohnt stattfinden», bestätigt Frank Zobel, Vizedirektor des nationalen Sucht-Kompetenzzentrums Sucht Schweiz.

Zobel hatte erwartet, dass der Drogenhandel nicht mehr wie vorher funktionieren würde, aber: «Die Grenzen waren durchlässig».

Über die grüne Grenze geschmuggelt

Um die Absperrungen zu umgehen, waren die Drogendealer erfinderisch: Sie fuhren in öffentlichen Verkehrsmitteln über die Grenze oder schmuggelten grössere Mengen in Lastwagen und Autos. Dazu benutzten sie auch die grüne Grenze im Wald.

Dank solcher Methoden seien die Drogen immer verfügbar gewesen, weiss Zobel. Wenn ein Händler Mühe hatte, an Stoff zu kommen, habe ein anderer seinen Platz eingenommen.

Einen relativ grossen Engpass gab es lediglich beim Cannabis, das im Shutdown im Frühling 2020 kurzzeitig knapp wurde. Cannabis werde in der Schweiz äusserst selten knapp, so Zobel. Ein Teil werde in der Schweiz selbst produziert, der andere komme meistens über die Niederlande, Spanien und Albanien in die Schweiz.

Cannabis-Konsumenten kauften im Darknet

Doch im letzten Frühling stockten die Lieferungen aus dem Ausland. Wegen des harten Lockdowns in Spanien und Frankreich seien diese Importe nicht mehr so einfach in die Schweiz gekommen. Die Konsumentinnen und Konsumenten hätten im Shutdown 2020 das Gras vermehrt im Darknet gekauft.

Auch bei der Partydroge Ecstasy wurde kaum weniger konsumiert, obwohl Lokale und Clubs geschlossen waren. Der Experte von Sucht Schweiz geht davon aus, dass die Drogenpartys vermehrt in privaten Wohnungen stattfanden.

Video
Neue Trends beim Drogenkonsum unter Jugendlichen
Aus SRF News vom 08.01.2021.
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All diese Erkenntnisse stammen aus eigenen Untersuchungen von Sucht Schweiz. Weil es bis anhin kein Datenmaterial zum Thema gab, beschloss die Stiftung, selbst zu forschen. Expertinnen und Experten untersuchten Abwasserdaten, gebrauchte Spritzen, sprachen mit Drogenfahndern und Konsumenten in den Kantonen Zürich, Genf, Neuenburg und Waadt. Zudem glichen die Schweizer Fachkräfte ihre Ergebnisse mit internationalen Organisationen ab.

HeuteMorgen, 10.02.2021, 06:00 Uhr

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38 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Erni  (daniserio)
    Schön. Wenigstens ein krisenresistenter Markt.
  • Kommentar von Loras Wertli  (lorw)
    Utopie: Drogen sind legal. Was passiert?

    - Schwarzer Markt bricht zusammen.
    - Leute die Drogen nehmen wollen werden nicht automatisch in die Illegalität gestossen.
    - Leute die Drogen nehmen werden nicht von der Gesellschaft ausgeschnitten und können einfacher Hilfe suchen.

    Klettern, Motorradfahren und Waffen sind auch gefährlich, aber anstatt sie zu Verbieten wird Wissen und Acht auf Gefahr vermittelt. Der illegaler Status erzeugt mehr Opfer als die Droge selber.
  • Kommentar von Loras Wertli  (lorw)
    Alle hier scheinen pro-Legalisierung zu sein. Die Zeit ist reif, man kann endlich aufwachen.

    Aber wo seid ihr wenn man Euch braucht?? Scheu etwas zu denken reicht nicht, man sollte laut werden und die Ignoranz bekämpfen!

    Noch zu viele Leute denken illegale Drogen seien schlechter als Alkohol und Zigaretten, die müssen ja gut sein weil legal und es alle machen... Diese Mentalität ist einfach FALSCH und Teil des Problems. Und man sollte es Ihnen ständig erinnern.