Zum Inhalt springen

Header

Audio
Präsidentin der FDP Frauen: «Petra Gössi war eine Integrationsfigur»
Aus SRF 4 News aktuell vom 15.06.2021.
abspielen. Laufzeit 06:16 Minuten.
Inhalt

Nachfolge von Petra Gössi «Die FDP könnte noch einmal von einer Frau geführt werden»

Petra Gössi hat am Montag ihren Rücktritt per Ende Jahr verkündet. Was bedeutet der Abgang der Präsidentin der FDP Schweiz für die Frauen in der Partei? Susanne Vincenz-Stauffacher, Präsidentin der FDP Frauen, bedauert ihn, sieht aber durchaus Potenzial für eine erneute Frauenkandidatur. Bis am 15. August können sich interessierte Kandidatinnen und Kandidaten melden.

Susanne Vincenz-Stauffacher

Susanne Vincenz-Stauffacher

Präsidentin der FDP Frauen

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Susanne Vincenz-Stauffacher ist Präsidentin der FDP Frauen. Ausserdem wurde die St. Galler Rechtsanwältin 2019 in den Nationalrat gewählt.

SRF News: Bedauern Sie den Rücktritt von Petra Gössi?

Ja, sehr. Es war eine Überraschung und es hat mich betroffen gemacht. Und ich muss gestehen, auch ein Stück weit traurig.

Wieso?

Petra Gössi war eine Integrationsfigur, auch für mich persönlich. Als sie Präsidentin wurde, war ich noch nicht Parlamentarierin in Bern. Als sie dieses Amt annahm, auch mit ihrer Art, mit ihren Werten, die sie in die Partei hineingetragen und nun auch sichtbar gemacht hat, zum Beispiel die Umwelt- und Klimapolitik, hat sie für mich diese FDP gespiegelt, die mir selber sehr wichtig ist, mit der ich gross geworden bin. Ein Stück weit hat sie mich auch motiviert, mich für ein Amt auf nationaler Ebene zur Verfügung zu stellen.

Wie wichtig war Petra Gössi als Parteipräsidenten für die FDP Frauen?

Sie war und ist wichtig für uns, einfach auch aufgrund ihres Geschlechts. Dass sie als Frau eine so grosse, staatstragende Partei präsidiert, macht sie zum Vorbild und gibt den Frauen auch Sichtbarkeit. Es war ihr auch immer wichtig, was die FDP Frauen für eine Position einnehmen. Wir waren für sie nicht einfach eine weitere Sektion, sondern wir haben auch persönlich einen intensiven Austausch gepflegt.

Petra Gössi hat mich ein Stück weit auch motiviert, mich für ein Amt auf nationaler Ebene zur Verfügung zu stellen.

Es war ihr jeweils auch wichtig, welche Parolen wir fassen, auch wenn es eine andere war als die nationale FDP. Beispielsweise beim Vaterschaftsurlaub haben die FDP Frauen eine einstimmige Ja-Parole gefasst. Die nationale FDP sagte mit einer Stimme Unterschied knapp Nein. Das war für sie kein Problem.

Fünf Jahre leitete eine Frau die Partei. Ist es wieder Zeit für einen Mann?

Das könnte man so sagen. Im Sinne von: Wir machen das alternierend. Auf der anderen Seite würde ich jetzt behaupten, wenn man die ganze Geschichte der FDP Schweiz anschauen würde und alle Jahre zusammenzählt, in welchen sie von einem Mann geleitet wurde und in welchen von einer Frau; ich glaube, da dürften wir mit Fug und Recht noch einmal von einer Frau geführt werden.

Welche Frauen kommen aus Ihrer Sicht infrage?

Es ist zu früh, um Namen zu nennen. Man muss bedenken, das ist alles noch ganz frisch. Wir haben gestern von Petra Gössis Entscheid erfahren. Es laufen natürlich Überlegungen, Gespräche und so weiter. Es wird jetzt ein Prozess gestartet mit einer Findungskommission. Mir persönlich ist es wichtig, dass die FDP Frauen in irgendeiner Form in dieser Findungskommission vertreten sind. Dann wird sich zeigen, wie sich das Kandidierendenfeld präsentiert.

Überlegen Sie sich selbst eine Kandidatur?

FDP-Frauen-Präsidentin zu sein, ist eine unheimlich spannende Aufgabe, mit der es mir sehr wohl ist. Wir haben noch viele Projekte vor uns. Aktuell stemmen wir eine Volksinitiative zur Einführung der Individualbesteuerung. Also ich bin nicht wirklich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.

Wäre eine Doppelparteispitze eine Option?

Das ist eine interessante Überlegung. Wir Bürgerlichen sind noch nicht so geübt mit Co-Präsidien. Aber wenn ich schaue, was Petra Gössi in den letzten fünf Jahren gestemmt hat – wir sind Milizlerinnen und Milizler. Vor diesem Hintergrund hätte ein Co-Präsidium durchaus Potenzial. Das wäre zu prüfen.

Das Gespräch führte Christina Scheidegger.

SRF 4 News, 15.06.2021, 07:25 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christoph Heierli  (help)
    So gross und staatstragend wie Frau Vincens sagt, ist die FDP schon länger nicht mehr.
  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Frau Hanna Mariangela Straumann-Zinsli Eggenberger wäre mir sympathischer als FDP Präsidentin.
    1. Antwort von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
      Sympathisch? Ob jemand die benötigten Fähigkeiten hat, dass zählt.
    2. Antwort von Norbert Zeiner  (ZeN)
      Ein erneutes Fernseh-Treffen mit der Hanna Maianagla Straumann-Zinsli Eggenberger mit Harry Hasler wäre noch erheiternd.
  • Kommentar von Paul Wagner  (päule)
    Ja, es könnte eine Frau sein ... oder ein Mann. Ich bin mir ziemlich sicher, eines von beiden wird es sein.
    Ich weiss nicht, wieso bei SRF immer und bei jedem Thema diese Emanzipation mitschwingt. Wieso müsst ihr aus allem eine Frauenfrage machen?
    Es spielt schlicht keine Rolle - DIESE Haltung wäre wahre Gleichberechtigung.
    1. Antwort von Igor Baumann  (Grüezi123)
      Es spielt leider erst dann keine Rolle mehr, wenn das Patriarchat überwunden ist. Davon sind wir aber leider noch weit entfernt, deshalb wäre es sehr richtig vom SRF, aus allem eine Genderfrage zu machen, nur macht das das SRF leider bei weitem nicht (;