Zum Inhalt springen

Header

Audio
Wer ist gefährdet, was könnte gegen Covid-19 helfen?
Aus Rendez-vous vom 05.03.2020.
abspielen. Laufzeit 06:29 Minuten.
Inhalt

Schwerer Verlauf von Corona Darum sind Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen gefährdeter

Nach dem ersten Todesfall in der Schweiz stellen sich die Fragen, wer besonders durch das neuartige Coronavirus gefährdet ist und welche Medikamente gegen die Lungenkrankheit Covid-19 allenfalls wirken könnten. Dazu weiss SRF-Wissenschaftsredaktor Daniel Theis mehr.

Daniel Theis

Daniel Theis

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Daniel Theis ist promovierter Atmosphärenchemiker und Mikrobiologe. Seine Spezialgebiete sind Energiethemen, Mobilität und technische Entwicklungen. Er arbeitet seit 2013 in der SRF Wissenschaftsredaktion.

SRF News: Die in Lausanne verstorbene Frau litt an einer chronischen Krankheit. Gleichzeitig ist zu lesen, dass Personen mit Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten besonders durch Covid-19 gefährdet sind. Wieso ist das so?

Daniel Theis: Das Coronavirus befällt die Atemwege und kann so auch Lungenentzündungen verursachen. Wenn deshalb die Lunge nicht mehr richtig arbeitet, wird man kurzatmig, das Herz muss schneller arbeiten. Die Aktivität von Herz und Lunge hängt also immer stark zusammen. Wenn jemand bereits Herz-Kreislaufprobleme hat, ist er oder sie durch die vom Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19 also zusätzlich belastet. Im Einzelfall kann das dann zu viel sein.

Sind auch Asthmatiker oder Personen, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen, stärker durch Covid-19 gefährdet als Gesunde?

Personen mit geschwächtem Immunsystem sind sicher besonders gefährdet, was bei einer Chemotherapie fast immer der Fall ist. Für die anderen erwähnten Risikogruppen bei Covid-19 gilt aber: Ihr grundsätzliches Risiko sich anzustecken ist nicht höher, als für andere Personen. Aber falls sie sich anstecken, ist es für sie wegen der spezifischen gesundheitlichen Vorbelastungen eben gefährlicher als für Gesunde. Das gilt so auch für die Asthmatiker. Diese Gruppen sollten also möglichst versuchen eine Ansteckung zu vermeiden.

Zu reden geben heute zwei Medikamente, auf welche die Medizin gegen Covid-19 grosse Hoffnung setzt. Es ist dies einerseits ein Roche-Medikament gegen Arthritis und andererseits eine antivirale Wirksubstanz aus den USA, die gegen Ebola eingesetzt wird. Wie wirken die beiden Medikamente?

Sehr unterschiedlich. Das Roche-Medikament soll die Entzündungen in der Lunge eindämmen. Dabei spielt Interleukin-6 eine wichtige Rolle. Dabei handelt es sich um ein körpereigenes Protein, das solche Entzündungsreaktionen noch verschlimmern kann. Das Medikament soll diese Reaktionen unter Kontrolle behalten.

Eine Wirkung gegen Covid-19 ist noch von keinem Medikament erwiesen.

Beim angesprochenen Ebola-Medikament handelt es sich um ein sogenanntes Virostatikum, das direkt bei der Vermehrung der Viren eingreift und unterdrücken soll. Es ist aber noch von keinem Medikament seriös erwiesen, dass es gegen Covid-19 tatsächlich hilft. Dazu sind nun Abklärungen und Tests am Laufen. Es ist wichtig, dass man das Geld jetzt nicht an unwirksame Medikamente verschwendet.

Das Gespräch führte Ivana Pribakovic.

Rendez-vous, 5.3.2020, 12.30 Uhr; snep

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

15 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Die gesamte Schweizer Bevölkerung, Bundesrat, Parlament, Politik, Wirtschaft und Co, täte gut daran, "einen Gang herunterzuschalten" und sich an die aktuelle, aktive Situation betreffend Gesundheit aller, durch das Coronavirus anzupassen. Das schaffte auch Zeit zum Nachdenken...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      D. Casagrande denke, dass der Bundesrat, Parlament, Politik nicht allein verantwortlich gemacht werden kann. Wirtschaft könnte vielleicht flexible Arbeitszeiten einrichten. Auch jeder einzelne Bürger/in kann nun aufzeigen, wie man in solchen Fällen verantwortlich umgehen kann. Selber sein verhalten im allgemeinen ändern und für einige Zeit etwas kürzer treten, der Gesundheit und Mitmenschen zu liebe. Wie Sie schreiben selber nachdenken, über das verhalten in einer solchen schwierigen Situation.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alfons Bauer  (frustriert)
    Die Bevölkerung mag zwar Rücksicht nehmen auf ihre eigenen Eltern/Grosseltern, hat aber keine Skrupel sich neben SeniorInnen (Grosseltern anderer Personen) im öV zu setzen. Noch weniger Verständnis hat sie für Leute, denen man ihr geschwächtes Immunsystem gar nicht ansieht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Mike Grund  (Mike)
      Bei allem Respekt Herr Bauer: Die Verantwortung liegt nicht nur bei den Jungen allein sondern bei allen und es gibt vom BAG noch kein Verbot, sich im ÖV nicht neben eine alte Person setzen zu dürfen. Im Übrigen können sich pensionierte und daher vom Alter her gefährdetere Menschen freier entscheiden als Erwerbstätige, ob sie das Risiko „ÖV“ in Kauf nehmen möchten. Die Generationen müssen zusammenhalten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Tatsache ist, dass in 1.Linie gesundheitlich schon angeschlagene und Alte Menschen vom Corono Virus gefährdet sind!
    Aber dies gilt ja auch für die Jährliche Grippe!
    Wer die "Massnahmen einhält und nicht leichtsinnig handelt" hat praktisch nichts zu befürchten!
    Aber das
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Ueberhaupt nicht. Gegen die Grippe kann ich mich impfen. Dann ist beim Covid19 die Sterberate 20 bis 30 mal höher (2% bis 3% der Infizierten, im Vergleich von 0,1% der Grippe-Angesteckten).
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Denise Casagrande  (begulide)
      Reto Camenisch: Nicht ganz richtig: es gibt verschiedene "Grippe-Viren". Die Medizin impft gegen den von ihr angenommenen, aktuellen Virus. Deshalb gibt es auch Menschen, welche Grippe kriegen, obwohl sie gegen Grippe geimpft wurden. Es gibt eben keine Garantie, ausser derjenigen, dass jedes Lebewesen irgendwann sterben wird.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen