Zum Inhalt springen

Header

Audio
Für flächendeckende Tests fehlt das Material
Aus Rendez-vous vom 19.03.2020.
abspielen. Laufzeit 02:55 Minuten.
Inhalt

Verbreitung des Coronavirus Mehr Tests sind gar nicht möglich – es fehlt das Material

Bei den Tests auf das Coronavirus herrscht verbreitet Kantönligeist – und überall fehlt das Testmaterial.

Testen, Testen, Testen: Das empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO dringend und das sagen auch die Epidemieforscher in der Schweiz. Doch hierzulande können nur Personen mit Husten und Fieber sowie Risikopatienten getestet werden – denn es gibt zu wenig Material zum Testen.

Es fehlt an Abstrichstäbchen und Chemikalien

«Mit dem Material, das wir jetzt noch zur Verfügung haben, ist überhaupt nicht daran zu denken, die Tests auszuweiten», sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch in der «Rundschau». Man könne nur jene Personen testen, für die es wirklich wichtig sei: «Wenn sich die Frage stellt, ob jemand hospitalisiert werden muss oder nicht.»

Es tut sich also zwischen den Forderungen der Wissenschaft und den Tatsachen in den Kantonen eine Kluft auf. Dabei fehlen Schweizweit nicht die Coronavirus-Tests selber. Was fehlt, ist einfaches Material wie Abstrichstäbchen für Mund und Nase oder Reaktionsmittel, das es für die Auswertung der Tests braucht. Wegen des Reaktionsmittels stehe man sogar mit den USA in Verhandlungen, sagte BAG-Direktor Pascal Strupler am Mittwoch bei RTS.

Die Kantone versuchen Sololäufe

Hinzu kommt, dass die Kantone unterschiedlich mit der Testproblematik umgehen. Bern will Anfang nächster Woche ein Drive-in-Zentrum eröffnen, wo man sich testen lassen kann. Ein solches Zentrum sei eine gute Sache, wenn man genügend Material habe, sagte Koch. «Doch im Moment haben wir in der Schweiz nicht genügend Tests. Wir müssen jetzt schauen, dass wenigstens die Spitäler genügend testen können.»

Von Kochs Äusserung wurde der Kanton Bern auf kaltem Fuss erwischt. Man habe das nötige Material bei Zulieferern bestellt, heisst es heute von der bernischen Gesundheitsdirektion. Man sei jetzt daran abzuklären, was die Aussage des BAG bedeute. Sicher ist: Gehen in Bern Drive-in-Zentren für Coronatests auf, dann werden sich auch Leute aus anderen Kantonen dahin begeben.

Ein bisschen Chaos ist unumgänglich

Obwohl der Bundesrat die ausserordentliche Lage ausgerufen hat und einheitliche Regeln gelten sollten, scheint bei den Coronatests in der Schweiz Chaos zu herrschen. «Das ist bis zu einem gewissen Grad völlig normal», sagt Rudolf Hauri, Präsident der Vereinigung der Schweizer Kantonsärzte. In einer vom Bundesrat ausgerufenen ausserordentlichen Lage funktioniere nicht immer alles wie am Schnürchen.

Wegen des Mangels beim Testmaterial können die Kantonsärzte zurzeit jeweils nur die nächsten paar Tage planen. Sie erwarten jetzt, dass ihnen der Bund unter die Arme greift.

Rendez-vous vom 19.3.2020

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

40 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Man kann sich auf keine Krise 100%ig ausreichend und sicher vorbereiten. Den erstens kommt es und zweites immer anders als man glaube oder angenommen hat. Und klar doch, diese Tests müssen zuerst so beschaffen sein, dass sie das Virus auch wirklich, sicher und auch schnell genug identifizieren können. Sowas kann man nicht einfach auf Vorrat auf Lager haben wenn man es plötzlich braucht. Also liebe Leute, haltet euch bitte etwas zurück mit Vorwürfen die der Sache sicherlich nicht dienen können.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Roger Gasser  (allesrotscher)
      Abstrichstäbchen könnten sehr wohl auf Lager gehalten werde, wenn man wollte. Die sind nicht für jeden Virus anders .
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Armin Schweigler  (Armin)
    Deutschland schafft 160.000 und es werde noch gesteigert was schafft Herr Koch was schafft er. das frage ich mich auch 100 Milliarden für die Wirtschaft cool
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christoph Ansermot  (Nergal)
    Also ich hätte da noch ca. 500 doppelseitige Wattestäbchen (noch eingepackt), wenn man die halbiert reichen sie für 1000 Tests. Wenn das so dringend ist kann das BAG die gerne haben. So aber nun mal ganz ernsthaft, bei Alibaba gibt es "Coronavirus COVID-19 (Sars-CoV-2 ) IgM/IgG Antibody Rapid Test kits" ab $3.00-$5.00 / bei 2000 Stück (Min. Bestellmenge) von diversen Firmen und alle sind "Ready to Ship" (vor 10 min gecheckt). Ich habe echt auch langsam das Gefühl jemand will uns hier veralbern!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen