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Weltraummission Smile Satellit mit Kühlsystem aus Brugg ist ins Weltall gestartet

  • Am Dienstagmorgen ist der Satellit Smile von Südamerika aus ins Weltall gestartet.
  • An Bord des Satelliten ist Schweizer Technik der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Brugg-Windisch AG.
  • Das Ziel der Mission ist, das Weltraumwetter besser zu verstehen.
  • Die FHNW werde immer wichtiger für Weltraummissionen, sagt SRF-Wissenschaftsredaktorin Angelika Kren.

Hinter der Weltraummission stehen die Europäische Weltraumorganisation (ESA) und die Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS). Sie schicken den Satelliten Smile ins Weltall, um das Weltraumwetter besser verstehen zu können. Der Name Smile steht für «Solar Wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer».

Illustration eines Satelliten im Weltraum.
Legende: So sieht Satellit Smile aus. Smile steht für «Solar Wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer». European Space Agency ESA

Der Start der Trägerrakete in Südamerika mit Smile an Bord wurde in Brugg, dem Standort der FHNW, voller Spannung per Livestream verfolgt. Schliesslich sind wichtige Teile an Bord von Forschenden der FHNW entwickelt worden. Allen voran ein Kühlsystem für das Teleskop.

Vor 6 Uhr ging der Countdown los: «Dix, neuf, huit, sept, six, cinq, quatre, trois, deux, un!» In Brugg verfolgt FHNW-Projektleiter und Astrophysiker Säm Krucker den Livestream.

Ich schütze mich selber, deshalb bin ich heute Morgen nicht allzu emotional.
Autor: Säm Krucker Astrophysiker und Projektleiter an der FHNW

Von aussen wirkt Säm Krucker ruhig. Aus gutem Grund, sagt er: «Ich schütze mich selber, deshalb bin ich heute Morgen nicht allzu emotional. Natürlich freut man sich. Wenn es nicht funktioniert, gibt es emotional so ein grosses Loch. Man hat zehn Jahre geforscht.»

Person mit Brille und dunklem Hemd vor Vorhang.
Legende: FHNW-Projektleiter und Astrophysiker Säm Krucker beim Verfolgen des Livestreams. SRF

Das Ziel der Mission ist, das Weltraumwetter besser zu verstehen. Die Forscherinnen und Forscher möchten präzisere Voraussagen machen können. Das Wetter im All wird durch Sonnenwinde und Sonnenstürme bestimmt.

«Sonnenstürme können GPS-Signale stören und zu Störungen in unserer Stromversorgung führen. Um die Physik des Weltraums besser zu verstehen, wurde die Mission Smile lanciert», erklärt Krucker.

FHNW liefert Software für Teleskop

Die Forschenden der FHNW liefern einen zentralen Bestandteil für das Teleskop, nämlich die Software. Das Teleskop sei anspruchsvoll und ist, kurz erklärt, das besondere Auge des Satelliten.

Nahaufnahme eines technischen Geräts mit Kabeln und Elektronik im Labor.
Legende: Das SXI-Teleskop im Juli 2025. Hier haben Forschende der ESA das Teleskop auf Risse untersucht. European Space Agency ESA & CAS

Smile wird erstmals Aufnahmen liefern, welche die Verformung des Erdmagnetfelds durch Sonnenstürme zeigen. Die FHNW hat Algorithmen entwickelt, um die Bildqualität der Weitwinkelkamera zu verbessern.

Spezielles Kühlsystem aus Brugg AG

Vor allem aber haben die FHNW-Forschenden das Kühlsystem für das SXI-Röntgenteleskop entwickelt. Das Kühlsystem ist «ein unscheinbar wirkendes, rechteckiges Panel von etwa 30  ×  40 Zentimetern Grösse», beschreibt die FHNW die Erfindung.

Es ist ein sogenannter Radiator, der auf der sonnenabgewandten Seite des Teleskops montiert ist. Dieser zeigt in Richtung des kalten Weltraums und kann so Wärme abführen. Der Radiator ist leicht und muss das Teleskop über den ganzen Orbit auf minus 110 Grad kühlen können.

FHNW immer wichtiger für Raumfahrt

Für die Weltraummission wurde im Vorfeld lange geforscht und getestet. Die könne von früheren Missionen profitieren, sagt Angelika Kren, Wissenschaftsredaktorin bei SRF: «Die FHNW hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem wichtigen Player gemausert. Sie hat sich wichtige Kompetenzen im Bereich Software und in der Technologie angeeignet. Das wird auch künftig in der Raumfahrtmission wichtig sein.»

Zwei Personen stossen mit Sektgläsern an.
Legende: Astrophysiker und Projektleiter Säm Krucker feiert den Raketenstart mit Angestellten der FHNW. SRF

Der Smile-Satellit hat seinen vorläufigen Orbit in rund 700 Kilometern Höhe erreicht. Ob die aktuelle Mission glückt, wird sich zeigen. Smile soll nun drei Jahre lang Daten über das Weltraumwetter sammeln.

FHNW auch bei Mission Solar Orbiter dabei

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Raumsonde in der Nähe der Sonne.
Legende: Die «Solar Orbiter» in Sonnennähe, auf Höhe des Merkur im Jahr 2020. EPA NASA / ESA

Die FHNW war 2020 bei der Mission «Solar Orbiter» involviert. Damals entwickelte die Fachhochschule Nordwestschweiz das Röntgenteleskop Stix, das von Forschenden um Säm Krucker von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) entwickelt wurde.

Stix steht für Spectrometer Telescope for Imaging X-rays und soll Spektren und Röntgenbilder aufnehmen.

Die Solar-Orbiter-Mission will unter anderem die Eruptionen der Sonne besser verstehen.

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SRF 4 News, 19.5.2026, 7 Uhr ; 

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