Nach einem schwachen Vormonat hat sich die Schweizer Exportwirtschaft im September wieder etwas erholt. Auch die Ausfuhren in die USA legten deutlich zu. Im gesamten dritten Quartal – von Juli bis Ende September – gingen die Exporte allerdings um 3.9 Prozent zurück.
Die gesamten Exporte stiegen im September saisonbereinigt nominal um 3.4 Prozent auf 22 Milliarden Franken, wie das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG mitteilte. Real – also zu konstanten Preisen – resultierte mit 2.7 Prozent ein etwas geringeres Plus.
Exporte in die USA gestiegen
Wieder zugelegt haben im September die Ausfuhren in die USA. Noch im August waren sie wegen der von US-Präsident Donald Trump verordneten 39 Prozent Zoll für die Schweiz um mehr als ein Fünftel eingebrochen.
Die Exporte in die USA hatten damit den niedrigsten Stand seit Ende 2020 erreicht. Jetzt stiegen sie wieder um 43 Prozent. Über das ganze dritte Quartal gesehen resultierte bei den Exporten in die USA gegenüber dem zweiten Quartal allerdings ein Rückgang von gut 8 Prozent.
Die gesamten Importe ihrerseits stiegen im September um 9.4 Prozent (real +1.9 Prozent) auf 19.9 Milliarden Franken. Der Exportüberschuss lag im September damit bei gut 2.8 Milliarden Franken.
Euro auf Rekord-Tief – auch Dollar reagiert
Der Euro hat zum Franken am Dienstag ein neues Rekord-Tief markiert. Am Morgen sank die Gemeinschaftswährung bis auf 0.9210 Franken. Grund dafür sind laut Händlern die Schweizer Aussenhandelszahlen. Der Franken steht seit einiger Zeit unter verstärktem Aufwärtsdruck. Viele Anleger steuern wegen der handels- und geopolitischen Unsicherheiten vermehrt sichere Häfen an.
Schon Anfangs April war der Franken ähnlich stark gewesen, als US-Präsident Donald Trump den «Tag der Befreiung» ausgerufen und damit den Zollstreit losgetreten hatte. Der Euro erreichte am Berichtstag mit 0.9210 Franken den tiefsten Stand in seiner Geschichte, wenn man die Kursausschläge vom 15. Januar 2015 ausklammert. Damals hatte die Nationalbank (SNB) den Euromindestkurs von 1.20 Franken aufgehoben und für heftige Kursschwankungen gesorgt. Im Verlauf des Morgens erholte sich der Euro dann aber wieder etwa und notiert am frühen Nachmittag mit 0.9230 Franken wieder etwa auf dem Niveau vom Vorabend.
Auch der US-Dollar reagierte zunächst mit einem Kursrückgang auf die Handelszahlen. Er machte aber seine Einbussen ebenfalls wieder wett und notiert zuletzt mit 0,7954 Franken gar leicht höher als am Vortag.