Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Vergleich im Glyphosat-Streit Bayer einigt sich mit über 100'000 Klägern

  • Der deutsche Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer hat sich im Rechtsstreit mit US-Klägern wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter auf einen milliardenschweren Vergleich geeinigt.
  • Der Konzern ist dazu bereit, dafür insgesamt bis zu 10.45 Milliarden Franken zu zahlen.
  • Durch den Kompromiss sollen etwa 75 Prozent der aktuellen Verfahren zum Abschluss gebracht werden – mit insgesamt etwa 125'000 eingereichten und nicht eingereichten Klagen, teilte Bayer mit.
Video
Aus dem Archiv: Bayer verliert dritten Glyphosat-Prozess
Aus Tagesschau vom 14.05.2019.
abspielen

Mit diesem Kraftakt will Bayer fast alle der zahlreichen Glyphosat-Verfahren in den USA aus der Welt schaffen und drohenden Rechtsrisiken in der Zukunft vorbeugen. Darüber hinaus erzielte der Konzern auch Einigungen bei weiteren Klagen, die den umstrittenen Unkrautvernichter Dicamba betreffen.

Bayer hatte sich 2018 mit dem über 60 Milliarden Dollar teuren Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto immense Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Glyphosat und anderen Agrarprodukten ins Haus geholt.

Berufungsprozesse finden statt

Nachdem Bayer in den ersten drei Prozessen hohe Schadenersatz-Urteile kassiert hatte, warfen immer mehr Menschen dem Konzern vor, durch die Verwendung von Monsantos Unkrautvernichtern Krebs bekommen zu haben.

Umstrittener Wirkstoff Glyphosat

Textbox aufklappenTextbox zuklappen
  • Den Vorwurf, der Wirkstoff Glyphosat sei krebserregend, hat Bayer stets zurückgewiesen.
  • Das Unternehmen verweist darauf, dass Zulassungsbehörden weltweit das Herbizid bei sachgemässer Anwendung als sicher bewerteten.
  • Die US-Umweltbehörde EPA hatte ihre Einschätzung bekräftigt, dass Glyphosat nicht krebserregend sei.
  • Die Kläger, die ihre Krebserkrankung auf den Kontakt mit Glyphosat zurückführen, sehen das jedoch anders und berufen sich auf die internationale Krebsforschungsagentur IARC, die den Wirkstoff als «wahrscheinlich krebserregend» eingestuft hatte.

Die Leverkusener wiesen die Vorwürfe stets zurück und bekamen dabei zuletzt nochmals Rückendeckung von der US-Umweltbehörde EPA, die Glyphosat bei vorschriftsmässigem Gebrauch nicht als Gesundheitsrisiko einstuft. Die anstehenden Berufungsprozesse in den USA, in denen anders als bislang keine Geschworenen, sondern Berufsrichter geurteilt hätten, sollen trotz des Vergleichs weiterlaufen.

Finanziell gut gerüstet

Die Glyphosat-Klagewelle hatte Bayer an der Börse massiv unter Druck und die Konzernführung um Vorstandschef Werner Baumann stark in die Kritik gebracht. Finanziell ist Bayer gerüstet für einen Vergleich.

Allein der Verkauf der Tiermedizin soll Bayer 7.6 Milliarden Dollar einbringen – den Grossteil davon in bar, einen kleineren Teil in Aktien des Käufers Elanco.

SRF 4 News, 24.6.2020, 21:00 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    Ok, also Bayer blecht, das haben wir verstanden. Was der Artikel nicht beantwortet, ist die Frage, ob Bayer nun Glyphosate vollständig vom Markt nimmt. Oder verkaufen sie es nach wie vor und zahlen halt einfach die Strafen weiter, solange sie mit dem Verkauf des Zeugs mehr Kohle machen, als sie für die Strafen ausgeben? Und noch etwas, kann mir jemand erklären weshalb Bayer Monsanto gekauft hat, eine Firma, die diesen klar sichtbaren Mühlstein um den Hals hängen hatte?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Frank Henchler  (Die Wahrheit ist oft unbequem)
      Ich denke es geht hier zunächst nur den amerikanischen Markt. In Europa ist dieses Zeug nach wie vor zugelassen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Waibel  (Rowa)
    Die Frage ist nicht nur, wie sich Glyphosat auf den Menschen auswirkt, sondern auch auf die Umwelt. Ich hoffe sehr, dass sich weltweit bald die Erkenntnis durchsetzt, auf einen Weg ohne Chemie in der Landwirtschaft, in der Bewirtschaftung von Grünflächen und in Kleingärten zu setzen. Dass Bayer mal eben über 10000 Millionen hinblättern kann, macht mir Angst...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
      Unwissenheit macht Angst, aber deswegen wieder Keulen schwingend durch den Wald laufen wie vor 5000 Jahren? Nein, Danke.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen