Der HC Davos verpasste seinen 32. Meistertitel auf der Zielgeraden, vergab dabei 2 Meisterpucks. Nach dem 2:3 n.V. in Spiel 7 im Playoff-Final gegen Fribourg-Gottéron war den Spielern nicht zum Reden zumute. «Da ist einfach eine grosse Leere», sagt Verteidiger Sven Jung und schluckt leer. «Bitter, es war jedes Spiel so eng. Am Ende haben wir einfach ein Tor zu wenig geschossen.»
«Es tut weh. Wir hatten die Möglichkeit, hier etwas zu holen», meint auch Enzo Corvi, der nach einer Gehirnerschütterung mehrere Monate ausgefallen war und erst im Final sein Comeback gegeben hatte.
Jung erinnert auch daran, dass es für manche das letzte gemeinsame Spiel war. «Ich bin stolz auf das Team, es sind so geile Jungs. Das ist wie eine richtige Bruderschaft, die wir hier zusammen haben.»
Gewichtige Abgänge
Zu denen, die sich nun ohne Titel aus Davos verabschieden, gehört Simon Knak, der nach einer bärenstarken Saison zu den ZSC Lions wechselt. Er denkt vor allem an die Fans. «Wir wären es ihnen schuldig gewesen, den Sieg heimzubringen», findet Knak. «Wir haben es nicht hinbekommen, und das ist ärgerlich. Denn sie bringen so viel Herzblut in den Klub.»
Nebst Knak werden auch Captain Matej Stransky, Klas Dahlbeck, Michael Fora, Davyd Barandun, Rico Gredig und Chris Egli den Klub verlassen. Als Zuzüge stehen der Nationalmannschaftscenter Ken Jäger, der zuletzt in Schweden engagierte Dominik Egli sowie der kanadische Verteidiger Frédéric Allard fest.
Ich bin überzeugt, dass wir nächste Saison genau so gut sein werden wie diese Saison.
Hat Davos angesichts des bevorstehenden Umbruchs eine grosse Chance verpasst? Nicht, wenn es nach Geschäftsführer Marc Gianola geht: «Die Abgänge, die wir haben, werden ersetzt. Ausserdem werden wir ein paar Junge aufnehmen. Ich bin überzeugt, dass wir nächste Saison genau so gut sein werden wie diese Saison.»
Man sei seit gut 10 Jahren am Aufbau einer Organisation beim HC Davos, welche an der Spitze mitspielen könne. «Jetzt sind wir dort und werden versuchen, dort zu bleiben», so Gianola.
Zweithöchste Punktausbeute in der Quali
Ähnlich geht auch Trainer Josh Holden mit der Zukunftsfrage um. «Ich sehe das auf zwei Arten», erklärt er. «Von der persönlichen Seite her werde ich diese Jungs vermissen. Aber als Hockeytrainer weisst du, so läuft es eben. Das war auch so, als Büeli (Andres Ambühl) und Marc (Wieser) aufhörten. Wir werden einen Weg finden, es auch mit den neuen Jungs wieder zu schaffen.»
Unsere Spieler liessen ihr Herz auf dem Eis, nun ist die Enttäuschung natürlich gross.
Er sei «extrem stolz» auf sein Team, auf die Saison, die sie gespielt hätten. Der HCD gewann die Qualifikation mit 117 Punkten, dem zweithöchsten Total in der Geschichte der National League und marschierte bis zum Playoff-Final durch.
Dort verloren die Bündner aber 3 von 4 Verlängerungen, darunter in den letzten 2 Spielen, als der 32. Titel für den Rekordmeister so nahe war. «Wir steckten nicht zurück», betont Holden. «Wir spielten, um zu gewinnen. Es hätte auf beide Seiten kippen können. Unsere Spieler liessen ihr Herz auf dem Eis, nun ist die Enttäuschung natürlich gross.»