Knapp 89 Jahre des langen Wartens sind vorbei, Fribourg-Gottéron ist erstmals in der Klubgeschichte Schweizer Meister. Lange galt das Team als die «Untitelbaren», das ist nun vorbei. Kein Wunder, schreibt Watson von einem «Triumph der Hockey-Romantik und für die Ewigkeit».
«Gottéron galt als Inbegriff des charmanten Verlierers. (...) Gottéron als Schweizer Meister: Das war jahrzehntelang eine Utopie», schreibt die NZZ. Davon zeugen 4 verlorene Playoff-Finals seit dem Aufstieg der «Drachen» in die höchste Schweizer Liga 1980.
Wechsel von Dubé zu Rönnberg als Grundstein
Der Grundstein für den Wandel wurde im Frühjahr 2024 gelegt. Der beliebte Christian Dubé, lange in Doppelfunktion als Trainer und Sportchef tätig, wurde nach 14 Jahren abgesetzt – trotz ansehnlichem Leistungsaufweis. Die Freiburger Nachrichten klären auf: «Dubé musste – begleitet von lautem Getöse – gehen, weil er es nicht schaffte, den Paradigmenwechsel im Team zu vollziehen: zu viel Genügsamkeit, zu wenig Winner-Mentalität.»
Ausländer oder Schweizer, Talent oder Routinier, der Schwede macht keine Unterschiede. Dabei kommt seine harte, kompromisslose Art nicht bei allen gut an.
Als Nachfolger wurde Roger Rönnberg auserkoren, ein hochdekorierter Trainer aus Schweden, ein «Titelhamster» (Blick). Dabei machte sich der 54-Jährige mit seiner Art nicht nur Freunde, wie der Blick weiss: «Rönnberg stiess nicht nur mit seinen knüppelharten Trainings einige Spieler vor den Kopf, sondern konnte zuweilen ungehobelt und impulsiv sein.»
Die Freiburger Nachrichten blasen ins gleiche Horn: «Ausländer oder Schweizer, Talent oder Routinier, der Schwede macht keine Unterschiede. Dabei kommt seine harte, kompromisslose Art nicht bei allen gut an. Der Erfolg aber gibt ihm mehr als recht.» Oder wie bei Watson zu lesen ist: «Er hat die ‹Copains› aus der Komfortzone gescheucht, die Leistungskultur geschärft und interne Kritik und Unruhe dafür in Kauf genommen.»
Wie geht es weiter?
Nun ist Freiburg endlich am Ziel angelangt. Doch wie geht es nun weiter?
«Der so lange erhoffte und zugleich unerwartete, da noch nicht so schnell prognostizierte Titelgewinn soll nicht die Krönung, sondern vielmehr der Grundstein für ein neues Gottéron-Selbstverständnis sein. Es wird wieder Niederlagen geben. Der eingeschlagene Weg jedoch muss gerade im Glanze des Triumphs weitergegangen werden», fordern die Freiburger Nachrichten.
Der HC Fribourg-Gottéron ist kein Kandidat für eine Dynastie, für zwei, drei oder vier Titel in Serie.
«Der HC Fribourg-Gottéron ist kein Kandidat für eine Dynastie, für zwei, drei oder vier Titel in Serie. Die besonderen Umstände dieser Saison sind einmalig und so wenig wiederholbar wie eine Hochzeitsnacht», schreibt Watson.
Die neue Leistungskultur unter Rönnberg mache den Klub zudem für Talente attraktiv, schreibt der Blick: «Unter dem Schweden können sich junge Spieler weiterentwickeln. Das macht den Klub attraktiv, wie die Zuzüge von Attilio Biasca, Ludvig Johnson, Jamiro Reber oder nun auch Jonas Taibel zeigen. Dieser Impuls tut dem Schweizer Eishockey gut.»
Davos und die «verpasste Chance»
Und Finalverlierer Davos? Da schreibt das Bündner Tagblatt von einer «verpassten Chance» in Anbetracht der herausragenden Qualifikation und der bevorstehenden Abgänge wie Captain Matej Stransky, Klas Dahlbeck, Michael Fora oder Simon Knak: «Das Ende ist nach den vergangenen Monaten eine Enttäuschung. Die Sterne standen in der jüngeren Vergangenheit nie so gut für den HCD. Ja, die Konstellation war vielleicht einmalig.»