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Grossenbacher: «Brief ändert nichts an der Untersuchung»
Aus Sport-Clip vom 14.11.2020.
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Offener Brief Schweizer Kunstturner stärken ihren Trainern den Rücken

In einem offenen Brief äussern sich die AthletInnen des Nationalkaders zu den aktuellen Unruhen in Magglingen.

Der Schweizerische Turnverband STV musste zuletzt nach Kritiken und Vorwürfen von ehemaligen Kunstturnerinnen und Gymnastinnen wegen Trainingsmethoden und Umgangsformen von Trainern einige negative Schlagzeilen über sich ergehen lassen.

Eine Folge davon ist, dass Geschäftsführer Ruedi Hediger Ende Jahr zurücktritt. Nun meldeten sich die Mitglieder des Nationalkaders Kunstturnen in einem offenen Brief zu Wort und verteidigten die Verantwortlichen.

Nicht alle in den gleichen Topf werfen

Das Männerteam schrieb unter anderem: «Unser Verhältnis zu den Trainern würden wir nicht als ein kollegiales betrachten, aber das erwarten wir auch nicht. Eine gewisse Hierarchiestufe ist für uns unvermeidlich, damit der Trainer seinen Job machen kann. Das Trainingsklima empfinden wir als ein sehr gutes. [...] Es geht uns gut und deshalb stört es uns, wenn in der momentanen Berichterstattung ganz Magglingen in den gleichen Topf geworfen wird.»

Es ist ein Signal, dass Magglingen auch mit positiven Energien verbunden wird.
Autor: Erwin GrossenbacherSTV-Präsident

Die Frauen äusserten sich in die gleiche Richtung: «Schmerzen und Enttäuschungen gehören zum Kunstturnen. Wir haben gelernt, damit umzugehen. In Magglingen haben wir Turnerinnen die Möglichkeit, aus unseren Träumen Realität zu machen. Unsere Trainer und unsere Trainerin unterstützen uns genau auf diesem Weg. Sie helfen, fördern und begleiten uns, und wir werden dabei immer mit Respekt behandelt.»

Grossenbacher: «Ändert nichts an der Untersuchung»

Gegenüber SRF hat sich der auf Ende Jahr zurücktretende STV-Präsident Erwin Grossenbacher zum offenen Brief geäussert. Er stellte klar, dass dieser an der Untersuchung der erhobenen Vorwürfe nichts ändern wird. «Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst. Die Untersuchung wird normal vonstattengehen», so Grossenbacher.

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Grossenbacher: «Brief ändert nichts an der Untersuchung»
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Dass die Nationalkader-Athleten- und Athletinnen den ehemaligen Turnerinnen, welche die Vorwürfe erhoben haben, mit diesem Brief in den Rücken fallen, sieht der scheidende STV-Präsident nicht so. Es zeige einfach, dass nicht alle alles gleich empfinden. «Und es ist ein Signal, dass Magglingen auch mit positiven Energien verbunden wird», sagt Grossenbacher.

SRF zwei, sportpanorama, 08.11.2020, 18:35 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Gebauer  (Mäde)
    Noch immer geistert die Vorstellung in den Köpfen der Ewiggestrigen, dass man mit Härte und Unnachgiebigkeit Spitzensportler*innen formen kann. Das ist schwarze Pädagogik. Die intrinsische Motivation von Sportler*innen ist so hoch, die brauchen keinen Drillmeister. Verständnis, Einfühlungsvermögen, Methodenkompetenz und sportpsychologisches Wissen zeichnen eine/n Trainer*in aus. Dass einzelne Turner*innen ihren Kolleginnen in den Rücken fallen, ist beschämend und widerlich.
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    1. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      Viele lehnen meinen Kommentar ab. Ich interpretiere, dass diese Leute es normal oder gar gut finden wenn Trainer*innen erniedrigen, drohen, beleidigen, erpressen und Methoden anwenden, die die Gesundheit der Sportler*innen gefährden. Vielleicht sollten die Ablehner in sich gehen und ihren moralischen Kompass justieren!
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    2. Antwort von Daniel Hüppin  (Daniel Hüppin)
      @Martin Gebauer: Offenbar gibt es beim STV verschiedene Trainer. Und nun melden sich die Mitglieder des Nationalkaders Kunstturnen und beschreiben ihr Verhältnis zu ihren Trainern. Sie wehren sich dagegen, dass nun das ganze System und alle Trainer in den gleichen Topf geworfen werden. Ich sehe nicht, was daran beschämend und widerlich sein soll. Es empfinden halt auch in der Turnwelt nicht alle alles gleich. Die Missstände wird es geben. Aber nicht alle sind davon gleichermassen betroffen.
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    3. Antwort von Martin Gebauer  (Mäde)
      @Hüppin: Offenbar haben sie den Tagi Magazin Artikel nicht gelesen. Es ärgert mich auch, dass SRF kaum darauf eingeht. Solidarität scheint beim Spitzenturnen ein Fremdwort zu sein. Es ist doch eigentlich selbstverständlich, dass sich Sportler*innen gegenseitig unterstützen. Ich finde, dass dieser Sportart sofort jegliche finanzielle Unterstützung, seitens des Bundes, gestrichen werden muss, bis diese Missstände aufgeklärt sind. Die Versuche des STV, diesen Skandal zu vertuschen sind ungehörig.
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    4. Antwort von Hans Peter  (Byron)
      @Mäde: ich habe Ihren Kommentar ebenfalls abgelehnt, glaube aber nicht, dass dies an der Fehljustierung meines moralischen Kompasses liegt. Ich bin mit Ihrem Rundumschlag nicht einverstanden welcher darin gipfelt, auch den Nichtbeteiligten die Unterstützung zu entziehen. Sie fordern Solidarität mit den Opfern von Sportlern, welche die wahren Vorgänge in dieser Angelegenheit evtl. gar nicht kennen. NB: ich bin wie Sie der Meinung, dass allf. Missstände schonungslos aufgedeckt werden müssen.
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  • Kommentar von Alain Rothenbühler  (pls)
    Der Titel sollte die weibliche Form mit einschliessen, da auch Frauen positiv Meldung geben
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  • Kommentar von Roger Kloos  (DerRoger)
    Ein Versuch, die aufgedeckten Missstände klein zu reden.
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    1. Antwort von marc rist  (mcrist)
      Die Schweiz ist unangefochtene Weltmeisterin im Schönreden und Relativieren und das in sämtlichen Bereichen. Insofern sind diese Reaktionen wenig überraschend.
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