Schon zweimal hat Noah Dettwiler in diesem Frühling vor seinem Comeback gestanden. Vor gut 2 Wochen in Misano stürzte der Töffpilot, der neu in der italienischen Meisterschaft in der Supersport-Klasse antritt, im Training. Zusammen mit seinem Management entschloss er sich damals, in Misano nicht zu starten.
In Mugello am vergangenen Wochenende wäre nun alles angerichtet gewesen. Nun machten Dettwiler die Rennärzte einen Strich durch die Rechnung. Er fiel durch den Medizincheck und wurde für rennuntauglich erklärt. «Das war schwer zu akzeptieren», sagt Dettwiler, der sich auf sein Comeback gefreut hatte.
Gemäss den Rennärzten fehlen bei Dettwiler Unterlagen von medizinischem Fachpersonal ausserhalb der Rennszene, welche beweisen würden, dass der 21-Jährige wieder an Rennen teilnehmen dürfte.
Nach Horror-Unfall in Lebensgefahr
Die Geschichte ist bekannt: Ende Oktober des letzten Jahres war Dettwiler beim Moto3-GP in Malaysia auf der Besichtigungsrunde in einen schweren Unfall verwickelt. Er erlitt dabei mehrere Herzstillstände, kämpfte um sein Leben und musste lange auf der Intensivstation bleiben. Bis heute spürt er beim Motorradfahren sein Bein. «Die Knochen sind noch nicht zu 100 Prozent zusammengewachsen. Aber es ist aushaltbar», so Dettwiler.
So wird es nun mindestens 4 weitere Woche dauern, ehe ein Comeback möglich ist. Dann macht die italienische Meisterschaft in Imola Halt. Zeit, die Dettwiler nicht nur dazu nutzen will, die nötigen medizinischen Unterlagen zusammenzustellen, sondern auch, um zu trainieren und seine Maschine besser in den Griff zu kriegen.
Neue Maschine in den Griff kriegen
«Es fehlen mir noch einige Kilometer», gibt Dettwiler zu bedenken. Im Trainingslager in Spanien will er nun «möglichst viel aufholen von dem, was ich verpasst habe». Im Vergleich zur Moto3 sei der Töff schwerer und schneller. «Ich muss meinen Fahrstil noch adaptieren», erklärt der Solothurner.
Er selber ist auf jeden Fall der Überzeugung, dass er fit und für ein Comeback bereit ist: «Ich bin mit der Absicht nach Mugello gereist, das Rennen zu fahren.» Dettwiler ist aber auch klar: Sicherheit und Gesundheit gehen vor. Und nach dem Horror-Unfall von Malaysia ist es alles andere als selbstverständlich, dass ein Comeback überhaupt zur Debatte steht.