- Der Speerwerfer Simon Wieland nutzt die Atmosphäre bei Weltklasse Zürich für eine persönliche Bestleistung.
- Hürdensprinter Jason Joseph (4.) hat rund 2 Wochen vor der WM in Tokio noch Hausaufgaben zu erledigen.
- Überragend aus Schweizer Sicht sind im Letzigrund Siegerin Audrey Werro (800 m) und die zweitklassierte Ditaji Kambundji (100 m Hürden). Hier erfahren Sie mehr zum Meeting aus internationaler Sicht.
Ausgerechnet der einzige Schweizer Techniker im Feld von Weltklasse Zürich verdient sich – abgesehen von Audrey Werro und Ditaji Kambundji mit ihren Podestplätzen auf der Bahn – innerhalb des Teams die grössten Schlagzeilen. Obwohl er nur wenig Beachtung fand im vollbepackten Programm, überzeugte Simon Wieland mit dem Speer mit einer persönlichen Bestleistung.
Mit dem letzten Versuch schleuderte er sein Gerät auf 81,29 Meter – und kam damit 1,85 Meter weiter als je zuvor. Der Schweizer Rekord liegt bei 82,07 Meter, aufgestellt von Stefan Müller vor 19 Jahren. Trotz dieser für Wieland wertvollsten Karriere-Leistung bildete der 24-jährige Berner das Schlusslicht im 7-köpfigen Feld. Als Sieger ging Julian Weber mit der Weltjahresbestleistung von 91,51 Meter hervor.
Joseph als Vierter nicht zufrieden
Im Gegensatz zu seiner Berufskollegin Ditaji Kambundji reüssierte für Jason Joseph kein weiterer Diamond-League-Podestplatz in der laufenden Saison. Es wäre die Nummer 4 gewesen, ein mickriger Hundertstel sprach indes dagegen. Das Trostpflaster für ihn über 110 m Hürden: Nach den Plätzen 7 (Monaco) und 6 (Lausanne) zuletzt zeigte seine Tendenz als Vierter in 13,22 Sekunden wieder aufwärts.
Wirklich erfreut zeigte sich der Baselbieter über seine Leistung hingegen nicht. Er hätte es drauf gehabt, um gewinnen zu können. So fühle er sich fitter als noch in der ersten Jahreshälfte. Stattdessen brachte er das Puzzle aber nicht wunschgemäss zusammen und hofft, dies in der verbleibenden Zeit bis zur WM in Tokio (13. bis 21. September) hinkriegen zu können.
Salomé Kora konnte im 100-m-Sprint einzig eine Widersacherin, Patrizia van der Weken (LUX), hinter sich lassen. In 11,21 Sekunden blieb sie 11 Hundertstel hinter ihrer vor knapp einer Woche in Frauenfeld aufgestellten Saison-Bestleistung.
Annik Kälin musste sich im Weitsprung mit dem 5. und damit vorletzten Rang begnügen. Mit dem 2. Sprung erreichte sie 6,55 Meter und verfehlte damit ihr effektives Potenzial um satte 35 Zentimeter. Hinterher schaffte sie keine Steigerung mehr.
Im 1500-m-Rennen, bei dem sich ein finales Drama abspielte (Jessica Hull/AUS musste einen sicher geglaubten Sieg noch hergeben), war Joceline Wind als Elfte in 4:08,37 Minuten nicht mehr als Statistin. Über die doppelte Distanz machte 3000-m-Spezialist Jonas Raess im Finish noch Positionen gut und positionierte sich in 7:46,82 Minuten als 9. von total 11 Mitstreitern.