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Mehr zu Weltklasse Zürich Lyles überragt Tebogo – Hull bricht ein – Deutsche jubeln doppelt

  • Am 2. Meeting-Tag bei Weltklasse Zürich fällt am Donnerstagabend im Letzigrund bei unerwartet stabilem Wetter die Vielzahl von 26 Entscheidungen.
  • Aus internationaler Sicht sorgen unter anderen Noah Lyles, Karsten Warholm, Salwa Eid Naser oder Femke Bol für die Glanzlichter und sie wecken den Appetit auf die WM.
  • Hier können Sie nachlesen, wie Audrey Werro über 800 m gewonnen hat. Hier erfahren Sie, wie Ditaji Kambundji im Hürdensprint abgeliefert hat, und hier gibt es eine Zusammenfassung des weiteren Schweizer Abschneidens.

Bei Weltklasse Zürich ging es zum Abschluss der Diamond-League-Saison 2025 um nicht weniger als 26 Entscheidungen. Es scheint, als wäre Petrus ein Leichtathletik-Freund: Denn das Stakkato im Letzigrund fand – entgegen der Prognosen – vor den Augen Roger Federers bei trockenem Wetter statt, die anfänglich 19 Grad Celsius kühlten bis zum Ende gegen 22:00 Uhr kontinuierlich, nicht aber leistungshemmend, ab.

Personen im Publikum bei einem Event, eine trägt eine Mütze.
Legende: Zu Gast auf der Tribüne im Letzigrund Ex-Tennisass Roger Federer. SRF

Ein entfesselter Karsten Warholm lieferte knapp eine Stunde vor dem Wettkampf-Ende den besten Beweis für diesen Eindruck. So trommelte der Norweger als Schnellster über 400 m Hürden wackere 46,70 Sekunden auf die Tartanbahn. Die Organisatoren freuten sich über einen Meetingrekord.

Ruppert bringt Europa auf die Steeple-Karte

Über 2 Stunden vorher hätte es bei dieser Dichte an sportlichem Feuerwerk einen Einheizer eigentlich gar nicht gebraucht. Und doch lieferte Salwa Eid Naser aus Bahrain diesen. Schon die Weltmeisterin von 2019 über 400 m hatte in verblüffenden 48,70 Sekunden für einen Meetingrekord gesorgt und tilgte dabei die seit 1982 währende Marke um 16 Hundertstel. Bei den Männern reüssierte Jacory Patterson (USA) in 43,85 Sekunden (und persönlicher Bestzeit) über die volle Bahnrunde. Es handelte sich für den 25-Jährigen um eine Sieg-Premiere auf Stufe Diamond League.

Apropos Premiere: Eine solche lieferte ebenso Frederik Ruppert. Der standfeste Deutsche erstaunte in der traditionell von Afrikanern beherrschten Disziplin über 3000 m Steeple mit dem allerersten Diamond-League-Tageserfolg eines Europäers. Der 28-Jährige distanzierte in 8:09,02 Minuten den nächstschnellsten Konkurrenten, Edmund Serem (KEN) um 94 Hundertstel. Dank Speerwerfer Julian Weber ging später am Abend nochmals ein Sieg auf das Konto eines deutschen Athleten.

Hull wähnt sich als Siegerin und kommt kaum noch vorwärts

Auf der halb so langen Strecke ohne Hindernisse spielte sich in der Schlussphase ein Drama ab. Jessica Hull bog mit reichlich Vorsprung auf die Zielgerade ein, doch dann wurden die Schritte der Australierin plötzlich schwer, während ihre Widersacherinnen noch leichtfüssig unterwegs waren. Hull brach schliesslich komplett ein und musste sich auf den letzten Metern prompt noch von Nelly Chepchirchir (KEN) überholen lassen.

Mit einer Topzeit trug sich Hürdensprinter Cordell Tinch in die Ergebnislisten ein. Wie in Lausanne knackte der Amerikaner die 13-Sekunden-Marke und war in 12,92 Sekunden sogar nochmals den Tick von 6 Hundertstel rasanter.

Alfred und Coleman geben im Sprint den Ton an

Über 100 m kehrte Julien Alfred, eben noch zu Gast im «Sportpanorama», nach 5-wöchiger Wettkampfpause mit einem Ausrufezeichen zurück. Die Olympiasiegerin von der Karibik-Insel St. Lucia blieb in 10,76 Sekunden deutlich unter der 11-Sekunden-Grenze, hinter Alfred hievten sich Tia Clayton (JAM) und Dina Asher-Smith (GBR) aufs Podest.

Im Kurzsprint der Männer feierte Christian Coleman seinen 3. Diamond-League-Triumph. Die ersten drei – nebst dem Amerikaner Akani Simbine (RSA) und Ackeem Blake (JAM) – wiesen analog einem verlässlichen Schweizer Uhrwerk die Endzeiten 9,97 – 9,98 – und 9,99 Sekunden auf. Coleman, der als Einzelathlet aufgrund seines Abschneidens bei den Trials die WM verpassen wird, kassierte 50'000 Dollar für seine Blitzvorstellung an der Limmat.

Über die doppelte Sprint-Distanz war ein Top-Duell angekündigt. Dieses wurde zur Beute von Noah Lyles (USA), der in 19,74 Sekunden Olympiasieger Letsile Tebogo aus Botswana um 2 Hundertstel düpierte. Der Afrikaner war in der laufenden Saison noch nie schneller unterwegs gewesen. Bei den Frauen reüssierte Brittany Brown (USA) in 22,13 Sekunden vor Asher-Smith, der Doppelstarterin des Abends.

Bol mit der schnellsten Zeit in Zürich je

Ein gänzlich anderes Stehvermögen war von Niels Laros über 1500 m gefragt. Der Niederländer blieb bis ganz zum Schluss unwiderstehlich und trocknete ein kenianisches Trio klar ab. Zugabe für ihn war eine persönliche Bestzeit in 3:29,20 Minuten.

Auch der Sieg von Femke Bol über 400 m hatte eine nette Begleiterscheinung. Wie Naser früh am Abend glückte der Niederländerin in 52,18 Sekunden ein Meetingrekord.

Weitere Siegerinnen und Sieger des Abends

LAUFDISZIPLINEN:

  • 3000 m: Fantaye Belayneh (ETH) & Jimmy Gressier (FRA)
  • 100 m Hürden: Ackera Nugent (JAM) – Ditaji Kambundji ist in diesem Rennen starke Zweite geworden.
  • 800 m: Audrey Werro (SUI) & Emmanuel Wanyonyi (KEN)
  • 3000 m Steeple: Faith Cherotich (KEN)

TECHNISCHE DISZIPLINEN:

  • Hochsprung: Hamish Kerr (NZL)
  • Dreisprung: Andy Diaz Hernandez (ITA) & Leyanis Perez Hernandez (CUB)
  • Diskuswurf: Mykolas Alekna (LTU) & Valarie Allman (USA)
  • Speerwurf: Elina Tzengko (GRE)
  • Weitsprung: Larissa Iapichino (ITA)

Nächster Stopp: Tokio

Die Leichtathletik-Saison wird mit den Weltmeisterschaften in Tokio ihren Schluss- und auch Höhepunkt erfahren. Zu einem ungewohnten Zeitpunkt gibt es vom 13. bis 21. September das grosse globale Stelldichein (live bei SRF zu sehen).

Service

SRF zwei, sportlive, 28.08.2025 18:30 Uhr ; 

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