- Audrey Werro beschenkt das Schweizer Publikum bei Weltklasse Zürich mit dem ersten Triumph einer einheimischen Athletin seit 1990.
- Die 800-m-Läuferin garniert ihren Sieg mit einem Landesrekord und ist in 1:55,91 Minuten so schnell unterwegs wie noch nie.
- Auch Ditaji Kambundji verzückt beim Diamond-League-Final das eigene Publikum. Hier gibt es eine Zusammenfassung des weiteren Schweizer Abschneidens, und hier erfahren Sie mehr zum Meeting aus internationaler Sicht.
Im Stile einer Championne lief eine beherzte Audrey Werro über die zwei vollen Bahnrunden vorneweg. Zum Erstaunen des tobenden Publikums brachte die Freiburgerin, die erst vier Tage zuvor in Frauenfeld einen Schweizer Rekord in 1:56,29 Minuten aufgestellt hatte, ihre forsche Leistung bis über die Ziellinie.
Hinterher im SRF-Interview gab die formstarke 21-Jährige zu, dass sie zunächst nicht sicher gewesen sei, ob «dies die beste Taktik war. Aber ich fühlte mich in diesem Moment so stark.»
Der Leistungsnachweis als aktuelle Nummer 2 der Welt
Entsprechend wurde Werro mit einer Endzeit von 1:55,91 Minuten gestoppt und verschob somit ihre eigenen Grenzen nochmals um 38 Hundertstel. Schon vor diesem Leistungsnachweis war sie die Nummer 2 der Jahresbestenliste gewesen. Als Führende geht Keely Hodgkinson (GBR/1:54,74) an die WM nach Tokio vom 13. bis 21. September. Doch Werro, bislang noch ohne Medaille bei einem internationalen Elite-Grossanlass, braucht sich beim Stelldichein nicht zu verstecken.
5 Hundertstel hinter Werro belegte Georgia Hunter Bell (GBR) den 2. Rang. Anaïs Bourgoin (FRA) komplettierte in 1:56,97 Minuten das Treppchen. Gleich die Top 4 in diesem Rennen stellten eine persönliche Bestleistung auf.
Wie einst Protti anno 1990
Ganz an der Spitze freute sich Werro über den prestigeträchtigen Sieg bei der Diamond-League-Trophy. Sie beendete damit aus Schweizer Frauen-Sicht eine Durststrecke von 35 Jahren. 1990 hatte 400-m-Hürdenläuferin Anita Protti vor den Heimfans triumphiert.
Der letzte Sieg eines männlichen Swiss-Athletics-Vertreters ist freilich bei weitem nicht so lange her: Erst am Vorabend hatte nämlich Simon Ehammer die Weitsprung-Konkurrenz zu seinen Gunsten entschieden.