Nach den tragischen Ereignissen in Crans-Montana in der Silvesternacht wurden die ursprünglich für den 4. Januar geplanten Sports Awards abgesagt und auf Ende März verschoben. Am Sonntagabend fand die Gala nun in den SRF-Fernsehstudios im Leutschenbach statt. Die Gewinnerinnen und Gewinner in der Übersicht:
- Sportlerin des Jahres: Leichtathletin Ditaji Kambundji
- Sportler des Jahres: Skifahrer Marco Odermatt
- MVP des Jahres: Fussballerin Géraldine Reuteler
- Paralympische Sportlerin des Jahres: Rollstuhlsportlerin Catherine Debrunner
- Team des Jahres: Eishockey-Nationalteam der Männer
- Trainer des Jahres: Eishockey-Nationalcoach Patrick Fischer
- «SRF 3 Best Talent Sport»: Bobfahrerin Debora Annen
Ditaji Kambundji erlebte ihre Sternstunde im vergangenen September, als sie in Tokio Weltmeisterin über 100 m Hürden wurde. Eine historische Leistung, war das doch zuvor noch keiner Schweizerin an Freiluft-Titelkämpfen gelungen. Zuvor hatte die Bernerin Gold über 60 m Hürden an der Hallen-EM in Apeldoorn (NED) und Silber an der Hallen-WM in Nanjing (CHN) über die gleiche Distanz gewonnen. Kambundji triumphierte mit 44,2 Prozent der Stimmen klar vor Skifahrerin Camille Rast (16,3) und Radfahrerin Marlen Reusser (14,1). Kambundji bedankte sich bei ihrem Team und ihrer Familie und strich vor allem ihre Schwestern heraus, welche «eine grosse Inspiration» seien.
Seit 2021 gibt es beim Sportler des Jahres kein Vorbeikommen an Marco Odermatt. Der Nidwaldner wurde bereits zum 5. Mal in Folge ausgezeichnet und baute damit seine Rekordserie aus. Er setzte sich mit 32,2 Prozent der Stimmen vor Schwimmer Noè Ponti (21,7) und Ski-Teamkollege Franjo von Allmen (17,2) durch. Dies ist einmal mehr einem grossartigen Winter zu verdanken. Odermatt gewann 2024/25 zum 4. Mal in Serie die grosse Kristallkugel für den Gewinn des Gesamtweltcups. Dazu kamen die kleinen Kugeln für Riesenslalom, Abfahrt und Super-G. Zudem wurde er an der WM in Saalbach (AUT) Weltmeister im Riesenslalom. «Ich empfinde grosse Dankbarkeit dafür, was ich an Unterstützung gespürt habe», sagte Odermatt. «Was im letzten Jahr wieder geleistet worden ist in der kleinen Sportschweiz, ist unglaublich.»
An den Paralympics 2024 in Paris war Catherine Debrunner mit 5 Goldmedaillen und einer silbernen Auszeichnung die grosse Figur. 2025 bestätigte die Thurgauerin ihre Erfolge und krönte eine makellose Saison mit fünf WM-Titeln in Neu-Delhi (IND), was ihr die 2. Auszeichnung als Paralympische Sportlerin des Jahres einbrachte. Aus dem Trainingslager zugeschaltet meinte Debrunner: «Das ist eine Riesenehre. Ich bin extrem dankbar für diese erfolgreiche Saison.»
Géraldine Reuteler war an der Heim-EM das Gesicht des Schweizer Nationalteams und die prägendste Figur des Turniers. Nun darf sich die Fussballerin als erste Frau im Schweizer Teamsport «MVP des Jahres» nennen. Sie tritt die Nachfolge von Granit Xhaka an. In allen 3 Gruppenpartien wurde sie von der Uefa zur «Spielerin des Spiels» gewählt – ein Novum in der EM-Geschichte, bei Frauen wie Männern. «Ich will der ganzen Schweiz danken», meinte Reuteler, «was wir erleben durften, war magisch».
Die Eishockey-Nationalmannschaft verpasste zwar den ganz grossen Coup erneut nur hauchdünn, gewann aber an der WM in Stockholm (SWE) zum 2. Mal in Folge die Silbermedaille. Der Final gegen die USA ging in der Verlängerung 0:1 verloren. Die Schweizer zeichneten sich einmal mehr durch ihren ausgeprägten Teamgeist aus. Das macht es möglich, regelmässig bei Titelkämpfen auch gegen grosse Hockeynationen zu bestehen. Die Hockey-Nati setzte sich gegen das Frauen-Fussballnationalteam und das WM-Gold-Duo Loïc Meillard/Franjo von Allmen durch.
Für Patrick Fischer ist es die 3. Auszeichnung zum Trainer des Jahres nach 2018 und 2024. In allen 3 Jahren gewann er mit der Eishockey-Nationalmannschaft WM-Silber. Somit «verteidigte» er auch seinen Titel aus dem Vorjahr. Für den 50-Jährigen wird mit der Heim-WM 2026 eine Ära zu Ende gehen, wird er doch das Nati-Traineramt abgeben. «Wir haben viele schöne Momente erlebt, aber auch schwierige. Es macht mich am meisten stolz, dass wir als Mannschaft zusammengeblieben sind. Der Preis gehört dem gesamten Team», meinte Fischer. «Wir haben noch einen letzten Tanz.»
In der Kategorie «SRF 3 Best Talent Sport» setzte sich Bobfahrerin Debora Annen gegen Judoka April Fohouo und Tennisspieler Henry Bernet durch. Die 23-jährige Schwyzerin hat sich in der letzten Saison in der internationalen Bob-Elite etabliert und wurde U23-Weltmeisterin im Mono- und Zweierbob. Da Annen wegen eines Trainingslagers nicht an der Gala dabei sein konnte, wurde sie am Flughafen mit dem Check über 12'000 Franken überrascht. «Ich bin grad etwas überrumpelt so früh am Morgen», lachte Annen. Sie hat als Fernziel die Olympischen Spiele 2030 im Visier und hofft auch dank der finanziellen Unterstützung, «dann um die Medaillen zu kämpfen».
Speziell geehrt wurde zudem Nino Schurter, der im vergangenen Jahr seine grandiose Karriere beendet hatte. Er geht als erfolgreichster Mountainbiker in die Schweizer Sportgeschichte ein.