Es ist ein Spitzenresultat: Mit 203 Stimmen wird Guy Parmelin (SVP) zum Bundespräsidenten für das Jahr 2026 gewählt. Vor knapp drei Wochen gelang dem Wirtschaftsminister ein Deal mit der Trump-Administration im Zollstreit mit den USA. Diese Leistung hat das Schweizer Parlament offenbar überzeugt.
Weniger überzeugt hatte das Parlament wohl die Arbeit des damaligen Gesundheitsministers Alain Berset (SP): Mit nur 140 Stimmen wurde er im Dezember 2022 zum neuen Bundespräsidenten gewählt. Während der Pandemie büsste Berset in Bundesbern an Beliebtheit ein. Zahlreiche Ratsmitglieder legten leer ein oder vergaben ihre Stimmen anderweitig.
Ein ebenfalls schlechtes Ergebnis erzielte Ignazio Cassis (FDP) 2021. Damals noch mit Maske, wurde Cassis mit 156 Stimmen zum neuen Bundespräsidenten gewählt. Viele Parlamentarier waren mit Cassis' Aussenpolitik nicht zufrieden, insbesondere wegen des Abbruchs der Verhandlungen zum institutionellen Rahmenabkommen mit der EU im Frühjahr 2021.
Bei seiner Wahl zum Bundespräsidenten für das Jahr 2019 hatte Ueli Maurer (SVP) allen Grund zur Freude: Mit 201 Stimmen erzielte der Bundesrat eine Glanzleistung. Als Finanzminister machte sich Maurer in Bundesbern einen guten Ruf und seine Arbeit wurde breit anerkannt.
Sechs Jahre zuvor sah das noch anders aus: Mit 148 Stimmen wurde Maurer im Jahr 2012 zum Bundespräsidenten gewählt. Damit erhielt er nur eine Stimme mehr als das absolute Mehr. Maurer war unter Beschuss geraten, weil er sich trotz breiter Kritik für den Gripen-Kampfjet entschieden hatte.
In Genf beliebt, in Bundesbern weniger: Micheline Calmy-Rey (SP) erzielte 2010 als Bundespräsidentin das schlechteste Ergebnis überhaupt (106 Stimmen). Vor der Wahl war sie für ihre Rolle in der Libyen-Affäre hart kritisiert worden. Ihr wurde vorgeworfen, dass sie den Gesamtbundesrat zu spät über eine Geisel-Befreiungsaktion informiert habe.
Vier Jahre zuvor, im Dezember 2006, war es Micheline Calmy-Rey noch (ein bisschen) besser ergangen: Damals erhielt sie 147 von 246 möglichen Stimmen. Dennoch war es das zweitschlechteste Ergebnis bei einer Bundespräsidentenwahl.
Damals wars noch ein Küken, kein Ferkel: Bundespräsident René Felber (SP) zu Besuch an der Olma. Mit 158 Stimmen erreichte er 1991 das damals historisch schlechteste Resultat.
Auch nicht gerade populär unter den Parlamentariern: Im Jahr 2006 erhielt der damalige Umweltminister Moritz Leuenberger (SP) 159 Stimmen bei der Wahl zum Bundespräsidenten. Die SVP-Fraktion hatte im Vorfeld der Wahl aufgerufen, nicht für Leuenberger zu stimmen. Die Partei kritisierte ihn für seine Amtsführung als Departementschef.
Steht am anderen Ende der Bestenliste: Jean-Pascal Delamuraz. 201 Parlamentarier wählten ihn Ende 1988 zum Bundespräsidenten. In dieser Funktion eröffnete der Waadtländer FDP-Politiker im März 1989 den 59. Autosalon in Genf (Bild).
Er hatte eigentlich gar nicht Bundesrat werden wollen: FDP-Bundesrat Fritz Honegger (links), hier beim Gespräch mit dem US-Präsidenten Jimmy Carter 1982 in Bern. Als er 1969 erstmals angefragt wurde, lehnte er das Amt ab. Dennoch wurde er 1977 zum Bundesrat und 1981 zum Bundespräsidenten gewählt – mit 210 Stimmen.
212 Bundesparlamentarier schrieben im Jahr 1978 den Namen von CVP-Bundesrat Hans Hürlimann auf den Stimmzettel. Legendär wurde eine Aussage in der Rede, welche er anlässlich der Eröffnung des Gotthard-Strassentunnels im Jahre 1980 hielt. Er versprach, dass der Tunnel «niemals ein Korridor für den Schwerverkehr» werde.
Er führt die Bestenliste an, zusammen mit Willi Ritschard: SP-Bundesrat Hans Peter Tschudi (links), gewählt im Jahr 1969 mit 213 Stimmen. Hier begrüsst er den indischen Staatspräsidenten V. V. Giri, der zu einem zweitägigen Staatsbesuch in der Schweiz weilte. Tschudi wird oft als «Vater der AHV» bezeichnet, weil er die AHV wesentlich ausbaute.
Den ersten Platz teilt sich Tschudi mit SP-Bundesrat Willi Ritschard (links, hier mit Bundesrat Leon Schlumpf). Bei seiner Wahl 1977 stimmten 213 Parlamentarier für ihn. Wegen seiner volksnahen Sprache war Ritschard in der Bevölkerung sehr populär. Von ihm stammt der Spruch: «Je höher der Affe klettert, desto besser sieht man seinen Hintern.»